Trisomie-21: Feiern für mehr Bewusstsein

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Maja und Moni Scheuermann mit Renate Berhalter auf dem Paradieshof. Am Sonntag, 20. März, solll für Bewusstsein gefeiert werden.
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Moni Scheuermann lädt anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags auf den Paradieshof in Weiler ein.

Rainau-Weiler. Für Monika Scheuermann aus Lauchheim ist ihre 16-jährige Tochter Maja ihr „Königskind“. Den Spitznamen verdankt sie ihrem Geburtstag, dem 6. Januar. Nach der Geburt wird schnell klar, das Mädchen ist nicht wie die meisten anderen Kinder. Maja hat Trisomie-21 - Down-Syndrom. Heute malt Maja unheimlich gerne. Das erzählt Moni Scheuermann. Das sieht man aber auch. Viele bunte Bilder sind auf dem Paradieshof in Rainau-Weiler zu sehen. „Sie malt immer nur lachende Gesichter“, sagt Moni Scheuermann. So drückt sie sich aus. Die Bilder werden ausgestellt. Am Sonntag, 20. März, von 11 bis 15 Uhr auf dem Paradieshof in Weiler. Anlass: der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März. Mit Essen und Trinken, Musik von Raimund Elser und Kunst von Menschen mit Downsyndrom. Kleine Feier, klares Ziel: Bewusstsein für Menschen mit Trisomie-21 schaffen. 

Es war ein Schock nach der Geburt, erinnert sich Moni Scheuermann. Doch das Mutterherz setzte sich durch. „Man muss es halt annehmen“, sagt die 48-Jährige, „aber da hab ich auch genau die Familie dafür“. Ihre Mutter unterstützte sie früh, für Majas ältere Schwester war sie ein ganz normales Kind. Trotzdem merkt die Erzieherin, als Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom, „ist man immer ein Exot“. Fast immer. Auf dem Paradieshof von Heilerziehungspflegerin und Reitpädagogin Renate Berhalter können Mutter und Tochter das hinter sich lassen. „Renate behandelt uns wie jeden anderen“, sagt Moni Scheuermann. 

Auf dem Paradieshof kann Maja, geführt von Renate Bermann und mit Mama Moni in der Nähe, reiten. Aus vielen Gründen eine gute Sache für die 16-Jährige. Die frische Luft, der Kontakt mit dem Tier, das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit, die damit einhergehen - Maja genießt das Reiten. Moni Scheuermann ist froh, den Hof gefunden zu haben. Dort sind sie nicht nur irgendwelche Kunden. Klar, gibt es andere Höfe. „Aber da gibt es keinen Opa, der mit ihr mit dem Bulldog rausfährt. Kein Hühnerfüttern. Kein Katzestreicheln„, zählt die Erzieherin auf. Regelmäßig auf den Hof zu kommen tut Maja gut. „Sie hat das Gefühl, dass sie gebraucht wird“, berichtet Moni Scheuermann.

Ins Abseits der Gesellschaft

Maja ist einer von rund 50.000 Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland. Mit moderner Medizin könnten es in Zukunft weniger werden. Menschen, die Trisomie-21 haben, könnten ins Abseits der Gesellschaft rutschen, befürchtet Moni Scheuermann. Dabei hat sie von ihrer Tochter Maja gelernt, wie viel Menschen mit Down-Syndrom zurückgeben können. Genauso ist es umgekehrt. „Ich möchte, dass sie glücklich ist“, sagt die zweifache Mutter. 

Seit Jahren engagiert sie sich am Welt-Down-Syndrom-Tag. Dieses Mal mit dem Fest, mit Musik, mit Essen und Trinken. „Es wird bestimmt schön“, verspricht Moni Scheuermann. Würstchen vom Grill, etwas kleines auf die Hand und Kaffee gibt es am Sonntag, 20. März, von 11 bis 15 Uhr auf dem Paradieshof in Rainau-Weiler. 

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