Über 20 neue Kindergartenplätze

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Die Kinderkrippe Nordhausen soll in die ehemaligen Räume des Unterwilflinger Kindergartens umziehen.
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Wie Bürgermeister Joas mit cleveren Ideen eine zusätzliche Gruppe schaffen will.

Unterschneidheim-Nordhausen

Es ist eines der wichtigsten Themen, die sich Bürgermeister Johannes Joas nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr vorgenommen hat, anzugehen: neue Kindergartenplätze für Unterschneidheim zu schaffen. Jetzt tut sich etwas, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet. „Wir haben definitiv ein Defizit bei den Kinderbetreuungsplätzen“, sagt Joas. Das ist nichts Neues.

Ziel: Pfiffige Lösungen finden

Wohl aber, wie die Gemeinde da nun Abhilfe schaffen will. Am allerliebsten wäre Joas ein Waldkindergarten. Doch für solch ein Projekt ist derzeit schlichtweg einfach kein Geld da, der Haushalt mit Breitbandausbau, Rathausneubau und Abwasserkonzeption schon mehr als ordentlich belastet. Daher gilt es, pfiffige, möglichst einfache Lösungen zu finden, die das Gemeindesäckel nicht über die Maßen belastet.

„Wir wollen beantragen, die Krippe, die wir in Nordhausen haben, zu verlegen“, sagt der Bürgermeister. Der Plan ist also Folgender: Die Kinderkrippe „Kikri“ soll fürs Erste von Nordhausen nach Unterwilflingen in den ehemaligen Kindergarten im Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses umziehen. Der war schon 2010 geschlossen worden. Die Unterwilflinger Kinder besuchen seither den Kindergarten in Zipplingen.

Als der Zöbinger Kindergarten 2018 saniert worden war, waren die dortigen Kinder interimsweise in Unterwilflingen untergekommen. Genauso soll es auch jetzt wieder gehen. Der Bürgermeister will die vorhandenen Kindergartenräume in Unterwilflingen reaktivieren. Und dort die zehn Krippenkinder aus Nordhausen unterbringen. Für die Nordhauser Eltern bedeutet das sechs Kilometer Fahrt zum neuen Standort der Krippe. Dafür kann die Gemeinde aber in dem freigewordenen Raum, den bisher die Kikri in Nordhausen nutzt, für eine zusätzliche Kindergartengruppe nutzen. Also weitere Kindergartenplätze schaffen. Das ist dringend nötig. Und kommt den Eltern dann, wenn ihre Knirpse Drei sind, ja auch wieder zugute.

„Das Gebäude in Unterwilflingen ist gut geeignet, kein Umbau nötig. Kleinere Maßnahmen wie ein neuer Teppich, Schalldämmung und ein Wickeltisch reichen aus“, informiert Johannes Joas. „Wir gehen davon aus, dass wir so in Nordhausen mindestens 20 zusätzliche Plätze schaffen können.“ Bisher ist noch nichts in trockenen Tüchern. Doch der Kirchengemeinderat hat schon mal zugestimmt. „Die Kirche als Freier Träger des Kindergartens hat hier gerne bejaht, dass wir statt einer zwei Gruppen machen in Zukunft“, bestätigt Pfarrer Francesco Antonelli. Jetzt muss die Diözese dem Antrag zustimmen.

Antonelli ist da guter Dinge. Anschließend muss der KVJS, der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, die Betriebserlaubnis erneuern, also die zweite Gruppe genehmigen. Der Plan, der steht nun. Und mit ihm die Hoffnung, dass auf diese Weise kostengünstig eine schnelle Lösung möglich ist.

Druck wird durch Ukraine größer

„Mit den aus dem Kriegsgebiet flüchtenden Familien wird der Druck auf die Gemeinden nun noch größer werden“, prognostiziert Unterschneidheims Verwaltungschef. Und ist umso mehr froh, dass für seine Gemeinde eine Entlastung in Sicht ist. ⋌⋌Panja Tillmann-Mumm

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