Das Ende der „Ära Ebert“

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Landrat Dr. Joachim Bläse übergibt Nikolaus Ebert die Entlassungsurkunde nach 20 Jahren Amtszeit. Von links: Nikolaus Ebert, Gabi Ebert, Landrat Dr. Joachim Bläse.
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Landrat Joachim Bläse überreicht Bürgermeister Nikolaus Ebert die Entlassungsurkunde.

Unterschneidheim. Umrahmt von den Klängen eines anderen berühmten Unterschneidheimers, dem Komponisten Franz Bühler, verabschiedete Landrat Dr. Joachim Bläse Nikolaus Ebert offiziell. Bläse überreichte Ebert die Entlassungsurkunde im Rahmen des Festakts zur Amtseinführung des neuen Bürgermeisters Johannes Joas.

Entwickelt, nicht nur bewahrt

„Sie dürfen eine gut aufgestellte Gemeinde übergeben“, hielt Bläse fest und ergänzte: „Sie haben nicht nur bewahrt, was Sie von Ihrem Vorgänger Günter Schenk bekommen haben, sondern entwickelt.“

Alleine 5,2 Millionen an Fördergeldern aus dem Ausgleichsstock habe Ebert für die Gemeinde gewonnen, so Bläse, Land und Bund nicht mitgezählt. „In einer ungeheuren Anzahl an Projekten haben Sie das Geld klug und weitblickend in Infrastruktur investiert. Aber auch in Schulen, Sport und Dorfgemeinschaft.“

Ebert sei ein typisch schwäbischer Bürgermeister, fleißig und hartnäckig. „Für ihn war es kein Beruf, sondern eine Berufung“, stellte Bläse fest. Dafür habe Ebert 20 Jahre gebrannt. Nun übergebe er eine selbstbewusste Gemeinde. Für seinen neuen Abschnitt bei der Kreisbau wünschte Bläse Ebert alles Gute.

Vertrauen gerechtfertigt

Der stellvertretende Bürgermeister Hermann Geiger hob heraus, dass Ebert in allen Teilorten der Gemeinde einen echten Dorfmittelpunkt geschaffen habe. Das Vertrauen, dass die Bevölkerung 20 Jahre in ihn gesetzt habe, sei mehr als gerechtfertigt gewesen. Mehr als 40 Bebauungspläne habe der Gemeinderat „in der Ära Ebert verabschiedet“, so Geiger. Und auch für Gewerbetreibende habe er sich über alle Maßen engagiert. Ebert sei ein Schaffer gewesen, der sehr gut zur Gemeinde gepasst habe, meinte Geiger, getreu dem Motto: „Was wir machen, muss Qualität haben.“

Nur ein Wimpernschlag

Und der so gelobte Ebert nahm die warmen Worte gerne an. „Gerade mal einen Wimpernschlag ist es her, als ich vor 20 Jahren an dieser Stelle vereidigt wurde“, umschrieb er seine Gefühlslage, und an seinen Nachfolger gerichtet: „Nutzen Sie die Zeit.“ Die Zeit bringe Risiken, aber auch viele Chancen mit. „Im Ostalbkreis lässt es sich gut leben. Und wenn wir uns nicht als Randlage, sondern als Nahtstelle zwischen Baden-Württemberg und Bayern begreifen, sind die Aussichten weiterhin gut.“

Der Beruf erfordere aber manchmal auch Mut, so Ebert und erinnerte beispielsweise an die Feuerwehrreform, die zwar schmerzlich, aber am Ende richtig für die Gemeinde gewesen sei.

Ebert dankte den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde, seinem Rathausteam, den vielen Ehrenamtlichen, den Ortschafts- und Gemeinderäten. „Politik wird vor Ort gemacht“, so Ebert, „und sie haben meine Ideen ausgehalten. Aber es geht nicht nur ums Bauen. Fundamental ist die Begegnung der Menschen.“ An die Bürgerinnen und Bürger appellierte Ebert, Johannes Joas nach Kräften zu unterstützen. Einen ganz besonderen Dank richtete Ebert an seine Frau Gabi, und riet der Gattin des neuen Bürgermeisters, Silke Joas: „Erinnern Sie ihn immer daran, dass er Auszeiten nehmen muss.“ Die 150 Gäste zollten am Ende mit stehenden Ovationen Ebert ihren Respekt.Jürgen Kunze

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