Der Bürgersaal als Herzstück

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Der Rathausneubau in Unterschneidheim nimmt Gestalt an. Auch von außen lässt sich nun schon einiges erkennen. Foto: pe
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Wie weit der Rathausneubau in Unterschneidheim gediehen ist und was die Ratsmitglieder bei der Besichtigung dazu sagen.

Unterschneidheim

Es wächst und gedeiht, das neue Unterschneidheimer Rathaus. Vor seiner Sitzung am Montagabend hat der Gemeinderat das erste Mal das Gebäude gemeinsam besichtigt. Und sich angesehen, wo Unterschneidheim zukünftig verwaltet und entwickelt.

„Es wird so, wie wir uns das vorgestellt haben“, freut sich Architektin Andrea Litterer vom Ostfilderner Büro KTP und sagt, es sei immer spannend, wenn die Ideen von Papier oder PC dann vor den eigenen Augen Realität würden. Realität geworden ist in der Ziegelhütte der Rohbau inzwischen, bestehend aus vier Teilen. Zwei Seitenflügel jeweils mit zwei Stockwerken. Zumindest grob ist zu erkennen, was so kommen wird. Die Gebäudemasse ist bewusst aufgegliedert und passt sich auf diesen Weise dem Ortsbild Richtung Sechtengasse und Ortsmitte an. Also kein riesiger Klotz, sondern rund 1000 Quadratmeter „Arbeitsfläche“ - gewohnt wird hier ja nicht, sondern „gschafft“, die elegant in mehrere Teile verpackt sind.

Der Vorplatz ist noch vom Kran versperrt, doch innen zeigt Litterer das Haupttreppenhaus. Zu diesem wird es künftig den barrierefreien Zugang über den Nebeneingang geben. „Hier fehlen noch Wände. Das bleibt nicht so großzügig“, erläutert Bürgermeister Johannes Joas. Durch Türen werde der Bereich der Verwaltung, unter anderem Bürgerbüro und der Arbeitsplatz von Hauptamtsleiter Jan-Erik Bauer, vom großen Treppenhaus abgetrennt. So ist der Zugang zum ersten Stock, dem Bürgersaal dort oder auch den Toiletten frei, beispielsweise bei einer Feier, der Verwaltungsbereich aber nicht ohne weiteres zugänglich.

Im ersten Stock soll eine mobile Trennwand unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten eröffnen, wie Martina Uhl vom Bauamt zeigt. Dort wird das Holzhaus wirklich erlebbar, der künftige Bürgersaal – ein wirklich imposanter Raum - das Highlight. Meterhohe Dachschrägen sorgen gleichzeitig für viel Luft und Raum, die Sichtbalken für eine gemütliche Ausstrahlung, die großzügige Verglasung – auch über Eck – erstens für Helligkeit, zweitens für Moderne, drittens für das gewisse Etwas. Die Fenster würden später noch mit Sitzbänke bestückt, berichtet Litterer. Die OSB-Platten zwischen den Sichtbalken bleiben nicht, sondern werden mit geschnitzten Holzplatten aus Weißtanne verkleidet.

Im anderen Flügel drüben kommen am Eck das Büro des Bürgermeisters, dahinter weitere, am Ende des Flurs folgt das Nebentreppenhaus, das aus Sicherheitsgründen eingeplant werden musste. Die Hohlräume in den Holzständerwänden werden zu Regalflächen umfunktioniert und so praktisch genutzt, Stauraum geschaffen. Joas steht im Flur vor den künftigen Büroräumen. „Ursprünglich wollten wir die Dachschräge einfach offen lassen“, sagt er. „Aber das wäre schade drum. Das ist schon eine „mords Fläche“.“ Es mache mehr Sinn, diese nutzbar zu machen.

Wie die Ratsmitglieder so durch das entstehende neue Rathaus bummeln, wird ihre Begeisterung für das Gebäude und wie es mal werden wird, deutlich. „Perfekt“, „das ist teilweise schon designermäßig“ oder „da sind unsere Steuergelder gut angelegt“, lauten die Kommentare. Wichtig bei dem Ganzen: Mit den Handwerkern klappt bislang alles super, nicht nur, was den Zeitplan angeht, sondern vorallem auch die Qualität.

Für den Frühsommer 2023 - also grob in einem Jahr - ist der Einzug geplant. Das Projekt wird die Gemeinde nach jetzigen Schätzungen über vier Millionen Euro kosten.

„Es wird so, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Andrea Litterer, Architektin

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