Dreiviertel der Kosten stehen fest

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Der geplante Neubau des Unterschneidheimer Rathauses von der Ziegelhütte aus gesehen, nach einer Visualisierung des Architekturbüros. Mit der Ausschreibung sollen 74 Prozent der Kosten vor Baubeginn festgezurrt werden.

Gemeinderat Es war die erste Sitzung als Bürgermeister für Johannes Joas. Mitgebracht hatte er kleine Änderungen, diskutiert wurde der Rathausneubau und das Baugebiet Unterschneidheim Ost.

Unterschneidheim

Am Montagabend eröffnete Unterschneidheims frischgebackener Bürgermeister Johannes Joas seine erste Gemeinderatssitzung in dieser Position. Hauptthemen waren der Neubau des Rathauses und das Baugebiet „Unterschneidheim Ost“.

19 Tage war Johannes Joas bisher im Amt. So einige erste Male lagen in diesen ersten Wochen seiner neuen Tätigkeit bereits hinter ihm. Nun leitete er das erste Mal die Sitzung des Unterschneidheimer Gemeinderats als deren Bürgermeister.

In der Zöbinger Gemeindehalle erklärte er den Räten kurz ein paar Neuerungen. Beispielsweise, dass kleinere Angelegenheiten, über die sich die Ratsmitglieder während der Sitzung austauschten, nicht alle per Abstimmung offiziell geklärt werden müssten, wenn ohnehin ein Bild der Einigkeit herrsche. Eine einfache „Kenntnisnahme“ reiche. „Wir fassen Beschlüsse nur dann, wenn wir sie auch brauchen.“ Das spare Zeit.

Ähnlich will Joas es mit den Protokollen der vergangenen Sitzungen halten. Sie liegen für die Interessierten aus. So „habe ich Ihre volle Aufmerksamkeit“, erklärte er den Räten. „Und Sie haben die Meine.“

Eine weitere Änderung: „Sie sehen, ich habe an der Sitzordnung geschraubt.“ Die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung saßen nun in der ersten Reihe. „Damit ich sie in der Nähe habe, wenn ich sie brauche.“

Dann ging es in flottem Tempo durch die Tagesordnung. Beim Thema Rathausneubau berichtete Joas, dass die in vorigen Beschlüssen beauftragten Architekten und Firmen derzeit die Ausschreibungsunterlagen des ersten Ausschreibungsblocks erarbeiteten. Darin enthalten sind Rohbau-, Zimmermanns- und Fassadenarbeiten, die Verglasung, Abdichtung des Flachdaches, die Erstellung des Blechdachs, der Aufzug sowie alles aus dem Bereich Sanitär, Lüftung, Elektronik und Heizung. „Wenn wir die Angebote haben, stehen bereits vor Baubeginn 74 Prozent der Baukosten fest“, zeigte sich der neue Bürgermeister zufrieden. „Das gibt der Gemeindeverwaltung Planungssicherheit, wenn wir das schon mal festgezurrt haben. Dann können wir schauen, wohin die Reise geht.“ In der nächsten Sitzung des Rats am 13. September erfolge dann die Vergabe der Arbeiten, für den 5. Oktober sei der Baubeginn geplant. Von einer Sondersitzung im August habe man abgesehen.

Zur Diskussion stellte Joas, wie die Räte zum Thema „Offizieller erster Spatenstich“ stehen. Seine Meinung: Der Rathausneubau sei ein Bauprojekt, wie es die Gemeinde schon lange Zeit nicht mehr gehabt habe. Und wohl auch in absehbarer Zeit nicht mehr haben werde, ein „Aufbruch in ein neues Zuhause“. Rita Hausenstein sagte, dieser Schritt müsse „schon einen würdigen Rahmen haben“. Vitus Thorwart befand, ein offizieller erster Spatenstich sei auf jeden Fall mehr als angebracht. Die Frage sei allerdings, in welchem Umfang. „Es muss ja nicht unbedingt der gesamte Gemeinderat mit dem Spaten in der Hand dastehen.“ Nach diesem positiven Feedback schlug Joas vor, dass sich die Verwaltung Gedanken zum Umfang und der konkreten Ausgestaltung der Veranstaltung mache.

Der zweite Themenschwerpunkt des Abends war das Baugebiet „Unterschneidheim Ost“. Vorgesehen sei, dass im Oktober die Erschließungsarbeiten für den zweiten Bauabschnitt ausgeschrieben würden, die Vergabe der Arbeiten solle im Zeitraum November, Dezember erfolgen, der Baubeginn ab Februar 2022. Die effektive Bauzeit sei auf rund fünf Monate geschätzt. Mit dem Landratsamt sei abgestimmt, dass während der Aufsiedlung des Baugebiets eine Behelfsausfahrt auf die Kreisstraße 3209 benutzt werden kann. Abbiegen sei allerdings dann nur nach rechts möglich. Wer in Richtung Nordhausen fahren wolle, müsse den Kreisverkehr nehmen. So entstünden durch ein Linksabbiegen beispielsweise durch Lastwagen keine gefährlichen Situationen, erläuterte der Bürgermeister.

„Wenn die Erschließung weiter fortgeschritten ist und die Erschließungsbeiträge festgesetzt sind, können wir die Bauplatzpreise festlegen und die Plätze ausschreiben“, beschrieb Joas das weitere Vorgehen. Es werde ein Bewerbungsformular geben, einen Bauzwang von drei Jahren und für Mehrfamilienhäuser würde ein Baukonzept verlangt. Der Rat stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu.

Wir fassen Beschlüsse nur dann, wenn wir sie auch brauchen.“

Johannes Joas, Bürgermeister

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