Nikolaus Ebert geht von Bord

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Nach zwanzig Jahren im Amt bricht in Unterschneidheim eine neue Zeitrechnung an: Nikolaus Ebert wechselt im Sommer 2021 in den Vorstand der Kreisbau Ostalb. Archivfoto: ks
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Ebert wechselt zur Kreisbau. Wie es zur Entscheidung kam und wie es in Unterschneidheim nun weitergeht

Unterschneidheim. Es war eine lange letzte Sitzung im Jahr 2020, die den Gemeinderat noch einmal richtig forderte. Viele Projekte wurden weitergeschoben, angestoßen und vorangebracht: Sanierungsgebiet neue Mitte, Beschluss über Außenanlagen neues Rathaus, Ortsumfahrung, Abwasserreinigung. Ein Spiegel dessen, was in diesem ereignisreichen Jahr in der Gemeinde alles bewegt wurde. Dazu noch die Baugebiete und Corona.

Es war der passende Rahmen für die Überraschung schlechthin: am Ende der Sitzung verkündete Ebert, dass dies zugleich sein letzter Jahresrückblick in der Gemeinde sein werde und er zum 1. Juli 2021 eine neue berufliche Herausforderung bei der Kreisbau Ostalb annehmen werde. Emotional bewegt verkündete Ebert: "Seit zwanzig Jahren bin ich der letzte, der nach einer Sitzung geht und abschließt. Gestatten sie mir, dass ich nun als erster den Saal verlasse." Unter dem lang anhaltenden Applaus der Gemeinderäte und Zuhörer verließ Ebert anschließend den Saal.

Zeit für Nachfolge bereiten

Der 53-jährige Ebert trat 2001 sein Amt als Bürgermeister der Gemeinde an. Zu seinen Beweggründen erklärte Ebert: "Ich bin Wahlbeamter. Eine vierte Amtsperiode hätte ich nicht angestrebt. Am Ende meiner Amtszeit in knapp viereinhalb Jahren wäre ich dann 58 Jahre alt, noch nicht reif fürs Sofa. Die Chance, die sich mir mit dem Wechsel in den Vorstand der Kreisbau jetzt geboten hat, konnte ich nicht verstreichen lassen."

Denn planen, bauen, gestalten und kommunizieren sei ganz und gar sein Metier, so Ebert. "Und weil ich ein Freund von Planung bin, habe ich den Wechsel rechtzeitig kommuniziert. Nun bleibt genug Zeit, die Nachfolge, anstehenden Wahlen und die Amtsübergabe vorzubereiten."

Den oder die Nachfolgerin will Ebert dann auch frühzeitig in die Entscheidungen einbeziehen oder Entscheidungen wenn möglich vertagen, "denn es darf natürlich kein Stillstand für die Gemeinde eintreten oder Zeit verloren gehen." Der richtige Weg müsse gefunden werden, denn "es gehört für mich zur Fairness dazu, dass der oder die Nachfolgerin die Chance hat, Dinge mitzuentscheiden. Es darf jetzt auch nicht alles festgeklopft werden."

An Themen wird es jedenfalls nicht mangeln. "Wir haben neue Baugebiete auf den Weg gebracht, Gewerbegebiete erschlossen, die Schulen saniert, Glasfaser- und Gasversorgung ausgebaut, die Abwasserreinigung auf einen guten Weg gebracht und mit der Ortsumfahrung Zöbingen ein weiteres riesen Projekt vor uns."

Ebert sei dankbar, mit einem so tollen Verwaltungsteam, dem Gemeinderat, Bürgern und Vereinen viel bewegt zu haben. "Die Gemeinde hat eine gute Entwicklung genommen und steht in jeder Hinsicht prosperierend da, was Infrastruktur, Einwohnerzahlen und Gewerbesteuer angeht, mit einer Fülle an spannenden Aufgaben. Ich bin sicher, dass sich eine ganze Reihe fähiger Kandidaten bewerben wird."

Wehmut und Blick nach vorn

Die Gemeinde habe das Glück gehabt und die Chance genutzt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und das eigene Lebensumfeld positiv zu gestalten. "Natürlich wird mir all das hier fehlen. Aber wenn man gehen darf und sieht, dass die Zeit gut genutzt wurde, dann kann man mit einem guten Gefühl gehen." Zudem bleibe Ebert der Gemeinde weiterhin verbunden. "Ich bleibe hier wohnen, und auch der Politik weiterhin erhalten. Als Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag des Ausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung wird es weiter viele Berührungspunkte mit der Gemeinde geben."

Schweizer geht, Ruf bleibt nebenamtlich

Ruf bleibt in anderer Funktion: Seit zehn Jahren ist Georg Ruf hauptamtlicher Vorstand der Kreisbaugenossenschaft Ostalb. Im September kommenden Jahres endet seine Amtszeit und er wird auf eigenen Wunsch die Geschäftsführung abgeben. Das teilt die Kreisbau mit. Zuvor war Ruf Bürgermeister in Abtsgmünd.

Schweizer geht: Ausscheiden wird der bisherige nebenamtliche Vorstand Ottmar Schweizer, aufgrund des Erreichens der satzungsgemäßen Altersgrenze. "An seine Stelle wird Georg Ruf wechseln und die nebenamtliche Vorstandsfunktion übernehmen", heißt es in der Pressemitteilung. Zuvor war Schweizer Bürgermeister in Mögglingen.

Ebert wird Geschäftsführer: Die Nachfolge Rufs als hauptamtlicher Vorstand wird der jetzige Bürgermeister der Gemeinde Unterschneidheim, Nikolaus Ebert, übernehmen. Dies sei in der jüngsten Aufsichtsratssitzung so beschlossen worden. "Nikolaus Ebert verfügt als Bürgermeister über langjährige Führungserfahrung, Weitblick und hohe soziale Kompetenz", schreibt die Kreisbau.

Traub bleibt Aufsichtsratsvorsitzender: "Georg Ruf und Ottmar Schweizer haben die Kreisbau Ostalb in den letzten Jahren souverän geleitet und zu einem führenden Unternehmen in der Immobilienbranche entwickelt", so Aufsichtsratsvorsitzender Peter Traub, Oberkochener Bürgermeister.

Stabwechsel im September: Der Stabwechsel wird offiziell zum 1. September 2021 erfolgen. Um einen guten Übergang zu garantieren, wird Nikolaus Ebert zum 1. Juli in die Dienste der Kreisbaugenossenschaft Ostalb eintreten.

Die Kreisbau: Die Kreisbau realisiert derzeit Mehrfamilienhäuser in Lindach, Iggingen Essingen und auf dem Aalener Stadtoval.

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