So wird das neue Rathaus

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Der Haupteingang wird ohne Treppen auskommen. Klinker zieren den Sockel und die Fassade am Eingangsbereich, der Fassadenputz wird im Besenstrich aufgetragen. Die beiden Baukörper verbindet ein gläsernes Foyer. Grafiken: Büro Kauffmann Theilig & Partner
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Helle Farben, Materialmix und Blick auf die Kosten: Was die Räte für Vorgaben für die Ausschreibung der Gewerke festzurrten.

Unterschneidheim

Jeder Häuslebauer kennt die Thematik: Wenn es ans Eingemachte geht und die finalen Entscheidungen gefällt werden, treffen die Planungen auf die Realität und die Kosten.

Damit diese beim neuen Rathaus nicht ausufern, traf sich der Gemeinderat Unterschneidheim zu einer Sondersitzung, in der der Kostenrahmen und die zu verwendenden Materialien festgezurrt wurden. Somit kann die europaweite Ausschreibung der Gewerke durch das Architekturbüro Kauffmann Theilig & Partner fristgerecht beginnen.

Auffälligste Änderung von außen: Die großen Panoramafenster, die im Obergeschoss von der Fassade mit Knick ins Dach gezogen waren, wurden durch Gauben aus Blech ersetzt. Dies ist wesentlich günstiger, einfacher zu reinigen und birgt weniger Gefahren in Sachen Dichtigkeit. Die Fassade wird verputzt und mit Besenstrichauftrag aufgewertet, am Eingangsbereich und Sockel verklinkert: „Modern, wertig, und ohne zu protzen“, befand Architekt Rainer Lenz.

Der Treppenbereich am Haupteingang entfällt zugunsten einer barrierefreien Rampenlösung. Möglich wird dies, weil das gesamte Gelände um einen Meter abgetragen und neu modelliert wird. Positiver Nebeneffekt: Dadurch wird die Böschung an der Sechta-Ries-Schule abgetragen, die unteren Klassenzimmer erhalten mehr Licht und es entsteht ein barrierefreier Zugang vom Rathaus zu den Schulen.

Kosteneinsparung, ohne billig zu wirken, setzt sich auch im Inneren fort. Die Böden der Büros werden mit Nadelfilz belegt. Lenz versicherte, dass dieser in Büros immer noch eine der besten Lösungen im Hinblick auf Schallschutz und Pflege darstelle. Für die übrigen Böden empfahl Lenz geschliffenen Estrich, so dass eine Terrazzo-Optik entstehe. Dieser Belag sei kostentechnisch auf der Höhe von Steinzeug und Parkett, aber wesentlich langlebiger.

Nicht alle Räte gingen hierbei mit, doch dieser Punkt kann ebenso wie die finale Farbgestaltung noch zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, ohne die Ausschreibung zu verzögern.

Für das Archiv fand das Architekturbüro eine clevere Lösung. Ursprünglich im Keller angesiedelt, wandert es nun in den Bühnenboden des Westflügels. Dafür müssen lediglich der Aufzug und ein Treppenhaus um ein Stockwerk erhöht werden.

Somit spart sich die Gemeinde die Unterkellerung und teure Tiefengründung, die nach Vorliegen der Ergebnisse des Bodengutachtens erforderlich gewesen wäre.

Die Frage nach möglichen Eigenleistungen an der Außenanlage wurden von Bürgermeister Ebert und Bauamtsleiter Eugen Lechner verneint. „Das ist eine Sache für Fachfirmen, da wird das ganze Gelände umgemodelt.“

Modern, wertig, und ohne zu protzen.“

Rainer Lenz, Architekt

Schnelle Fakten zum neuen Rathaus

Kosten Gebäude Für das neue Rathaus sind nach aktueller Planung und Kalkulation 3,7 Millionen Euro brutto veranschlagt. An Zuschüssen für das Gebäude sind bereits 650 000 Euro fix, weitere Anträge in anderen Töpfen befinden sich in der Bewilligungsphase.

Die Außenanlage wird auf 1,4 Millionen taxiert, bei 770 000 Euro an bewilligten Zuschüssen.

Einsparung Vor allem bei der Heizung kann Unterschneidheim einsparen. Das bestehende Blockheizkraftwerk, an dem die beiden Schulen angeschlossen sind, besitzt genug Reserven, um den geschätzten Jahresverbrauch des Rathauses von 50 000 kWh zu liefern.

Ohne Keller Der Baugrund hätte bei Unterkellerung aufwendige Tiefengründung erforderlich gemacht. Nun kommt eine tragende Bodenplatte zum Einsatz. Das Archiv wandert in den Dachboden. So können drei Büroräume erhalten werden.

Baubeginn ist Stand heute für Ende Oktober 2021 geplant.

Am Nordeingang zur Sechta-Ries-Schule und Franz-Bühler-Grundschule entsteht ein kleiner Platz. Links die barrierefreie Rampe.
Der Sitzungssaal ist als Leimbinderkonstruktion hell und offen gehalten, die großen Fenster geben den Blick auf den Ipf und Baldern frei.

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