Spannung um die Alte Schule

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Bürgermeister Nikolaus Ebert (2.v.l.) erläutert dem Ortschaftsrat vor Ort die spruchreifen Pläne zur Nachnutzung der Alten Schule (rechts im Bild).
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Es kommt Bewegung in das ehemalige Haus der Vereine in Unterschneidheim. Was spruchreif ist und womit sich die Räte befasst haben.

Unterschneidheim

In Unterschneidheims Mitte ist bautechnisch viel los. Nicht nur am Platz rund um Platzwirt und Bopfinger Bank, auch vor der Alten Schule wird gearbeitet. Dort stehen Baucontainer, und das 1860 erbaute Gebäude wird bereits vollständig entkernt.

Im Rahmen der jüngsten Sitzung, die zugleich die letzte Ortschaftsratssitzung von Bürgermeister Nikolaus Ebert war, machten sich die Räte vor Ort ein Bild von den Arbeiten. Was konkret mit dem Gebäude geschehen wird, bleibt bis auf weiteres noch im Verborgenen. Denn die Gespräche und Verhandlungen laufen noch, bestätigte Ebert. Doch so viel verriet der Schultes: Es seien gute Gespräche, und es liege ein schlüssiges Konzept vor. „Wenn es umgesetzt ist, können wir alle einen Sekt aufmachen“. Es werde mit Sicherheit großen Zuspruch und Anklang in der Gemeinde finden, bekräftigte Ebert.

Das war nicht selbstverständlich, denn bei einer ersten Ausschreibung fand sich kein Investor, der das baufällige Objekt entwickeln wollte. Dabei liege das Gebäude in bester Lage, so Ebert: „Direkt gegenüber dem neuen Rathaus, am Schulcampus. Das wird Scharnierfunktion besitzen.“

Sanierung unwirtschaftlich

Klar sei aber auch, dass das Gebäude, das seit 1975 als Heimstätte Dreh- und Angelpunkt des Unterschneidheimer Vereinslebens war, nicht wirtschaftlich zu sanieren sei. „Alles muss gemacht werden: energetische Sanierung, Dachstuhl, Leitungen, Kabel, zweiter Fluchtweg, Barrierefreiheit, Brandschutz.“ Das koste Unsummen, und bei der damaligen Bauweise sei nicht sicher, wie tragfähig die restliche Bausubstanz sei.

„Damit wird deutlich, dass man um einen Abbruch nicht herumkommt. Aber gerade im Hinblick auf den historischen Charakter und das Umfeld kann man darauf hinwirken, dass ein Neubau entsteht, der die Dimensionen und das Aussehen des alten Gebäudes aufgreift“, versprach Ebert.

Dann könnte an der Stelle ein modernes Objekt entstehen, barrierefrei inklusive Aufzug und Parkmöglichkeit. „Mit drei Etagen zu je 200 Quadratmetern Nutzfläche“, schloss Ebert.

Kein reines Wohngebäude

Klar ist damit aber auch, dass aus dem Objekt kein reines Wohngebäude werden wird. Noch gut drei Monate soll die Spannung aufrechterhalten werden. Ebert wird dann nicht mehr im Amt sein.

Die Auflösung unter die Spekulation um die Nachnutzung des Objekts wird dann sein Nachfolger, Johannes Joas, lüften dürfen. Ortsvorsteher Stefan Hönle erinnerte nochmals an die bewegte Geschichte des Gebäudes und bat darum, zumindest einige originale bauliche Elemente in das neue Gebäude zu integrieren und der Nachwelt zu erhalten, wie etwa den fein gearbeiteten Schlussstein über dem Türbogen, der noch von einem Vorgängerbau von 1704 stammt und bereits 1860 wiederverwendet wurde.

Würdigung für Nikolaus Ebert

Unterschneidheim. Mit langanhaltendem Applaus verabschiedete der Ortschaftsrat Unterschneidheim Bürgermeister Nikolaus Ebert. Ortsvorsteher Stefan Hönle erinnerte an 20 bewegte Jahre, in der Ebert die Gemeinde stetig weiterentwickelte. Hönle dankte Ebert für die erfolgreiche Arbeit. Ebert habe klare Ziele und Vorstellungen entwickelt und diese auch in die Tat umgesetzt.

Mit eines der ersten größeren Vorhaben sei die Realisierung des zentralen Bauhofes 2002 gewesen, der die Grundlage für die späteren Aufgaben geschaffen habe. Mit Blick auf die Feuerwehrreform 2003 habe er sich nicht nur Freunde gemacht, aber die Richtigkeit der Neuordnung habe sich ungewollt rasch gezeigt.

Ebert sei ein echter „Baubürgermeister“ gewesen. So erinnerte Hönle an die Schaffung der Gewerbegebiete und zahlreichen Baugebiete, an das Sozialzentrum, die Schulsanierung oder das Pflegeheim. Von Gas über Breitband bis Abwasser, immer habe Ebert früh mit Weitblick die Aufgaben erkannt und angegangen. Als Resultat habe die Gemeinde eine ungemein gut aufgestellte Infrastruktur.

In jedem Teilort habe Ebert dafür gesorgt, dass ein Dorfzentrum entstanden sei. Davon profitiere das Dorfleben. Die gut aufgestellte Verwaltung, der positive Haushalt und die wachsenden Einwohnerzahlen in der Gemeinde seien Ausdruck für die gelungene Arbeit: „Wir haben Ihnen von Herzen zu danken“, machte es Hönle am Ende kurz.

Der so gelobte Noch-Bürgermeister blickte ebenfalls mit Freude zurück: „Vieles ist gelungen, wenn auch nicht alles. Für meinen Nachfolger bleibt noch etwas zu tun. Ich bitte Sie, ihn ebenfalls so gut zu unterstützen.“

Damit schlug Ebert den Bogen zur Ortsumfahrung Zöbingen, dem nächsten Großprojekt, und appellierte an die Solidarität in der Gemeinde für das Vorhaben. „Ansonsten weiß ich, wo mein Platz ist. Ich werde es wie mein Vorgänger Günter Schenk halten und mich raushalten. Meinem Nachfolger wünsche ich alles Glück der Welt.“jku

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