Teebeutel im Dienst der Wissenschaft

  • Weitere
    schließen
+
Andreas Dünnebeil beim Befüllen eines Behälters für den pH-Wert-Test.

Der Unterschneidheimer Andreas Dünnebeil macht bei der bundesweiten Citizen-Science-Aktion „Expedition Erdreich“ mit und zeigt, wie es funktioniert.

Unterschneidheim

Bei der Citizen-Science-Aktion „Expedition Erdreich“ handelt es sich um ein bundesweites Bürgerforschungsprojekt des Bildungsministeriums für Bildung und Forschung. Mithilfe von genormten Teebeuteln, die für drei Monate im Boden vergraben werden, und weiteren Bodenuntersuchungen erforschen die Teilnehmer den Zustand des Bodens.

Die erhobenen Daten fließen anschließend in nationale und internationale Forschungsprojekte zur nachhaltigen Bodennutzung ein.

„Ich bin eigentlich durch eine Gartenzeitschrift auf das Projekt aufmerksam geworden und fand es sehr spannend und toll“, sagt der Unterschneidheimer Andreas Dünnebeil.

So geht's: An zwei verschiedenen Standorten werden je drei Grün- und Rooibos- Teebeutelpaare vergraben. Die Beutel müssen vor dem Eingraben trocken gewogen werden. Anschließend werden diese acht Zentimeter tief vergraben. An jedem Standort sollten die Teebeutelpaare in einem Abstand von 50 Zentimetern vergraben werden. Nach dem Eingraben den Standort noch sichtbar markieren und dann heißt es drei Monate warten.

Nach drei Monaten werden die Teebeutel dann wieder ausgegraben, drei Tage getrocknet und dann wieder gewogen. Aus den Werten lässt sich dann der TBI, der „Tea-Bag-Index“, berechnen. Dieser Index sagt dann, ob die Zersetzungsrate eher hoch, mittel oder niedrig ist.

Um noch mehr Infos über den Boden zu erhalten, können drei weitere Tests gemacht werden. Die Fingerprobe, Spatenprobe und der pH-Wert-Test. Durch das Rollen und Zerreiben in der Hand kann erspürt werden, welche Art von Boden man hat.

„Die nasse Erde zerbricht beim Rollen, das heißt, es handelt sich um einen Sand/Schluffboden, das lässt sich auf der Anleitung ablesen“, sagt Dünnebeil. Bei der Spatenprobe wird ein Teil der Erde entnommen und die Wurzeln und Tiere im Boden werden gezählt. Bei Andreas Dünnebeil ist der Boden sehr stark verwurzelt, hat aber nur sehr wenig Tiere.

Bei der pH-Wert-Bestimmung wird etwas Erde in destilliertem Wasser aufgelöst, dann wird mit Hilfe eines Teststreifens der pH-Wert abgelesen. „Der Wert liegt bei 6,5“ sagt Dünnebeil.

Damit das Bundesministerium für Bildung und Forschung auch Zugang zu den Daten hat, müssen diese zum Schluss online eingetragen werden. Auf einer Deutschlandkarte ist dann später zu erkennen, wie der Boden in den verschiedenen Gebieten in Deutschland ist.

„Ich mache bei der Aktion mit, aus reinen informativen Gründen. Ich möchte wissen, wie gut mein Boden ist“ sagt Andreas Dünnebeil.

Wir werden in drei Monaten Andreas Dünnebeil dabei begleiten, wie er die Teebeutel wieder ausgräbt und welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden können.

Wer mitmachen will, muss sich auf der Seite www.expedition-erdreich.de registrieren und bekommt dann kostenlos das Aktionskit zugesendet.

Ich möchte wissen, wie gut mein Boden ist.“

Andreas Dünnebeil, Teilnehmer
Teebeutel, die in acht Zentimeter Tiefe vergraben werden. Grün- und Rooibostee.
Andreas Dünnebeil beim Ablesen des pH-Werts anhand der Farbskala.

Zurück zur Übersicht: Unterschneidheim

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL