Theresia packt neue Schätze aus

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Theresia Nagler hat Pläne für die Zeit nach dem Lockdown. Die langjährige Bäuerin nutzt die Ausstellungspause für neue Strukturen. Danach sollen Puppenstuben und -küchen beispielsweise neu arrangiert den Gästen gezeigt werden.

Wie die Unterschneidheimer Mundartdichterin, Autorin und Ausstellungsmacherin Theresia Nagler den Lockdown nutzt, um neuen Wind in ihr Museum zu bringen.

Unterschneidheim

Sie ist Heimatdichterin und Sammlerin aus Passion. Theresia Nagel kennt man daher nicht nur in Unterschneidheim. Weit über die Region hinaus bekannt ist die 89-Jährige, die mit viel Engagement – frei nach dem Motto "Es war einmal" – themenbezogene Präsentationen organisiert. Und das schon seit vielen Jahren auf ihrem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen in Unterschneidheim.

Die schwäbische Mundartdichterin deckt ihre Ausstellungsbereiche sowohl über private Sammlungen wie durch Leihgaben von langjährigen Weggefährten, Freunden und Künstlern grundlegend ab.

Nun ist aber auch ihr kleines Museum von den Schließungen wegen der Corona-Vorgaben betroffen. Theresia Nagler allerdings sieht sich durch die zwangsverordneten Maßnahmen nicht persönlich diskriminiert. "Vielmehr möchte ich die Gelegenheit nutzen, um eine weitere, neue Strukturen in mein Museum zu integrieren", sagt die 89-Jährige und fügt an: "Für die jetzige Situation mit all den Einschränkungen bei Besuchen in öffentlichen Einrichtungen habe ich vollstes Verständnis."

Das rührt sicherlich auch daher, dass zwei ihrer Kinder in medizinischen Bereichen tätig sind. "Ich weiß durch sie, wie wichtig die aktuellen Maßnahmen sind", betont sie.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um eine weitere, neue Struktur in mein Museum zu integrieren.

Theresia Nagler Ausstellungsmacherin und Autorin

"Glücklicherweise habe ich durch die Zwangsschließung in meinem Museum keine finanziellen Einschnitte, denn ich muss ja keine Miete bezahlen", erzählt die langjährige Bäuerin. Die Zeiten, in denen keine Besucher zugelassen sind, wolle sie vor allem dafür nutzen, um viele religiöse Gegenstände und Schätze in ihrem Museum durch neue Kunstgegenstände zu ersetzten. "Ich plane, die spirituelle Kunst an eine kirchliche Stiftung weiterzugeben."

Doch was kommt dann? Ausstellungen von Puppenstuben und Puppenküchen und viele weitere Kindheitsträume aus längst vergangenen Tagen will die engagierte Sammlerin jüngeren Besuchern präsentieren. Ein neuer Rundgang organisiert die bereits gängigen Ausstellungsutensilien neu. Nach dem Lockdown erleben dann die Museumsgäste die Schau in diesem Bereich neu. Dabei bleibt die bekannte und beliebte Uhrenstraße mit den vielen Pendelwerken erhalten.

Die Themen Sterben und Tod sind in Theresia Naglers Ausstellung nicht ausgespart. Nagler zeigt und erläutert Abschiedszeremonien von geliebten Menschen. Hoffnungen auf ein Wiedersehen im Himmel und im Jenseits sind Bestandteil der kunstvollen Schilderungen.

Eine persönliche Hoffnung hegt Theresia Nagler für die Monate im kommenden Frühjahr: "Dann wünsche ich mir, dass es die Corona-Politik mir ermöglicht, mein geliebtes Museum für Besucher wieder öffnen zu dürfen." Sie erwarte dann viele heimatverbundene und interessierte Museumsgäste auf dem ehemaligen Bauernhof in Unterschneidheim.

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