Zöbingen kämpft für Ortsumfahrung

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Landrat Dr. Joachim Bläse verspricht vor Ort Unterstützung. Erster Erfolg: Das Verkehrsministerium prüft die kurzfristige Aufnahme der Maßnahme in den Landesverkehrsplan.

Unterschneidheim-Zöbingen

Zu einem Vororttermin traf sich am vergangenen Samstag Landrat Dr. Joachim Bläse mit Vertretern der Bürgerinitiative Ortsumfahrung Zöbingen, Bürgermeister Nikolaus Ebert, Ortsvorsteher Roland Gloning und dem Ortschaftsrat. Thema war der Bau einer Ortsumfahrung, nördlich des Ortes, um die Durchgangsstraßen vor allem vom Schwerlastverkehr zu entlasten.

Bei einem Spaziergang entlang der L 1060, der Durchgangsstraße durch den Ort, bekam der Landrat bereits an der ersten Station, der Kreuzung der Straße mit der L 1070 aus Stödtlen und der L 2223 nach Unterschneidheim erste Eindrücke. Auch am Samstag fahren Lkw und viele Autos durch den Ort, und nicht alle mit angepasster Geschwindigkeit. "Unter der Woche sind es deutlich mehr, und das Überqueren der Straße wird sehr riskant, trotz Querungshilfe und an anderer Stelle einem Zebrastreifen", sagte Ortsvorsteher Roland Gloning. Rund 4500 Fahrzeuge fahren nach seinen Angaben täglich durch den Ort, davon rund 2000 Lastwagen, darunter viele schwere Holztransporter.

Ein Stück weiter warteten einige Vertreter der BI. Dagmar Erhardt übergab dem Landrat eine Collage mit Fotos von Einwohnern, die die BI bei ihrem Anliegen unterstützen.

Bläse betonte, dass er hinter dem Anliegen der BI stehe, auch hinter der Umfahrung für Röhlingen. Der Verkehrswegeplan des Landes sei eigentlich bis 2025 festgeschrieben. "Das Verkehrsministerium hat aber geschrieben, dass derzeit der Plan überprüft werde. Daher gibt es die Möglichkeit, dass beide Umfahrungen noch aufgenommen werden", sagte der Landrat.

Wir haben den Fuß in der Tür, und verfolgen die Verwirklichung weiter.

Dr. Joachim Bläse Landrat

Das Land habe 18 Kriterien für solche Vorhaben, eine wesentliche erfülle Zöbingen zum Status der "Ausbaunotwendigkeit" mit den 4500 Fahrzeugen täglich. Eine weitere sei, ob es schon ausgearbeitete Pläne gibt. Das Ministerium habe die Prüfung der Aufnahme beider Umfahrungen zugesagt. "Wir müssen dran bleiben", sagte er.

Bürgermeister Nikolaus Ebert bestätigte, dass bereits 2006 erste Überlegungen angestellt worden waren. Ein Ingenieurbüro hatte einen Vorschlag für die Trasse ausgearbeitet, auch Grundstücke hat die Gemeinde bereits gekauft. 2012 waren diese Pläne schon einmal dem Regierungspräsidium vorgelegt, aber abgelehnt worden. Bläse meinte, das sei eine gute und wichtige Grundlage für die aktuelle Eingabe. Am 24. November werde sich der Kreistag mit dem Thema beschäftigen. Ortschaftsrat Vitus Thorwart wies darauf hin, dass die Entlastung für die Weiterentwicklung der Gemeinde wichtig sei, jetzt werde die Gemeinde quasi zerschnitten und leide unter Lärm. Was während des Termins immer wieder eindrucksvoll zu hören war.

Bläse sagte weitere kurzfristige Anpassungsmaßnahmen, ausdrücklich keine Ersatzmaßnahmen, zu. So werden neue Radaranlagen installiert, auch weitere Querungshilfen, er unterstütze eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h für Lkw im Ort. Sein Amt wird die vorliegenden Pläne zeitnah überarbeiten. "Wir haben den Fuß in der Tür, und verfolgen die Verwirklichung weiter", sagte er den Bürgern zu.

Die Bürgerinitiative Zöbingen hat Dr. Bläse einen offenen Brief überreicht, in dem Argumente aufgeführt werden, weshalb eine Ortsumfahrung für Zöbingen dringend nötig ist. Der Brief ging auch an den Landesverkehrsminister Winfried Hermann.

Jürgen Eschenhorn

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