Unterwilflingen will die Putzete

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Zwei Jahre lang ist die Kreisputzete coronabedingt ausgefallen. Falls das wieder der Fall sein sollte, will Unterwilflingen im März eine Alternativlösung suchen. Nichts machen steht nicht zur Debatte.

Warum der Ort auf jeden Fall Müll sammeln will - mit oder ohne offiziellen Termin.

Unterschneidheim-Unterwilflingen. Die Kreisputzete, bei der sich seit 2002 Freiwillige an einem Samstag im März aufmachen, um Waldränder, Wiesen, Äcker, Straßengräben von allem befreien, was achtlos weggeworfen wurde, hat Tradition. Corona hat diese die vergangenen zwei Jahre gebrochen. Ortsvorsteher Stefan Joas will kein drittes Jahr mehr, in dem die Putzete nicht laufen kann.

Im Ortschaftsrats im Dorfgemeinschaftshaus hat er nun dazu klar Stellung bezogen. „Falls das wieder abgesagt werden sollte, bin ich dafür, dass wir selbst einen Termin ausmachen und eine Aktion starten. Und wenn das von der Coronaverordnung her so ist, dass nicht viele Leute beieinander sein sollten, dann nimmt einfach jeder eine Tüte in die Hand und geht allein los.“ Das wäre dann auch grundsätzlich ohne ganz festen Termin möglich. „Den gesammelten Müll könnt Ihr dann bei mir abgeben. Ich transportier' das dann ab.“

Die Intention für dieses Engagement: „Man sieht einfach, wenn man unterwegs ist, dass die vergangenen zwei Jahre nichts gemacht wurde.“ Und: Man müsse an solchen Traditionen dranbleiben, festhalten. Bevor da anfange, etwas zu bröckeln. „Das muss einfach etwas Normales sein.“

Es sei wichtig, dass Kinder mit so etwas aufwüchsen. Wenn sie an diesen Putzetesamstagen mit ihren Papas oder Mamas losziehen, dann habe das einen Effekt. Die Prägung später im Jugendalter sei eine andere.

„Wenn das nicht stattfindet, zweifele ich langsam an allem“, sagt Ratsmitglied Thomas Stark und plädiert ebenfalls dafür, im Fall des Falles selbst etwas aufzuziehen. Bürgermeister Johannes Joas erinnerte daran, dass so etwas auf jeden Fall coronakonform gestaltet sein müsse. Sich gegen einen Entschluss des Landratsamtes zu stellen sei nicht optimal.

Aber sein lassen? Das ist für Unterwilflingens Ortschaftsräte keine Option. „Dann machen wir halt einen Samstagsspaziergang daraus“, meint Christine Meyer. Ortsvorsteher Joas sagt: „Im Zweifelsfall geht jeder einzeln los. Wir könnten Stellen abmachen, an denen die gefüllten Säcke abgestellt werden. Ich sammele sie dann ein.“ Der Bürgermeister sagte, er sei guter Dinge, dass der bisher vom Landratsamt vorgesehene Termin für die Kreisputzete am 19. März stattfinden könne. Wenn nicht, sei es sinnvoll, dass sich die Ortsvorsteher absprächen, eventuell gemeinsam etwas auf die Beine stellten. ⋌pe

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