Zeitreise Gerhard Königer über den richtigen Zeitpunkt, das Virus Landesgartenschau zu starten.

Wann kommt das Fieber?

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Unternehmen wir doch einen kurzen gedanklichen Sprung in das Jahr 2026. Von der Neujahrsnacht über den Kalten Markt, Fasnacht, Heimattage, Sommer in der Stadt, bis zum Ellwanger Herbst, Advent, Weihnachtsmarkt und Silvester werden alle Feste und Veranstaltungen im Lichte der Landesgartenschau erstrahlen. Die Jagstauen sind nicht wiederzuerkennen und auch die Innenstadt zeigt sich komplett neu, mit architektonisch hochkarätigen Neubauten und einer futuristischen Fußgängerbrücke über die Bahnlinie, die im Gegensatz zum Aalener Pendant von allen Menschen in der Stadt heiß und innig geliebt wird.

Die eigentliche Ausstellung von Frühjahr bis Herbst, sehr gut begleitet von Presse aus dem In- und Ausland, zieht so ungefähr zwei Millionen Besucherinnen und Besucher an. Eigentlich eher mehr, die Gmünder sollten doch zu schlagen sein. Was dafür nötig ist? OB Michael Dambacher weiß es: ein Fieber, das Landesgartenschaufieber. Die Fieberkurve gelte es klug zu steuern, sagte er kürzlich im Verwaltungsausschuss. Mit Kurven kennen wir uns mittlerweile aus. Wir haben gelernt, wie sich die erste, zweite, dritte Welle aufeinander aufbauen und wie anfängliche Begeisterung doch schnell nachlassen kann, wenn sich ein Ereignis zu sehr in die Länge zieht. Wann ist also der richtige Zeitpunkt, um den Virus LGS 2026 freizusetzen? Infiziert werden sollen ja zunächst die Ellwangerinnen und Ellwanger, auf dass sie sich mit vielen neuen Ideen und unbändiger Tatkraft an die Planung sensationeller Angebote machen und so die Auswärtigen anstecken. Leider umgibt den Ursprung eines neuen Virus stets ein gewisses Mysterium. Einmal in der Welt, so haben wir gelernt, braucht es aber auf jeden Fall ein Ischgl-Ereignis zur effektiven Verbreitung. Laut Wikipedia waren es in Gmünd 1361 Ehrenamtliche, darunter 60 Asylbewerber, die zwei Millionen Menschen ansteckten. Das Potenzial hat Ellwangen doch locker.

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