Was ist mit dem Bächweiher los?

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Der Damm des Bächweiher: Im vorigen Jahr strömte das Wasser nach einem Starkregen darüber hinweg und sorgte für einen Feuerwehr- und THW-Einsatz in Rainau-Buch.
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Der Angelsportverein (ASV) Ostalb kämpft an vielen Fronten um seine Fische. Am meisten Probleme hat er mit dem kleinen Bächweiher zwischen Hüttlingen und Schwenningen.

Rainau-Buch

Am Montagabend ist wieder einmal Krisensitzung im Bootshaus am Bucher Stausees. Im Vereinsraum des Angelsportverein (ASV) Ostalb sitzt die Vorstandschaft um den großen Tisch und berät, was zu tun ist in Sachen Bächweiher. Das Fischwasser auf Gemarkung Hüttlingen ist nur einer der kleineren Seen, die der Verein bewirtschaftet. Doch er macht die größten Probleme. Weil der Verein das Wasserrecht von der Gemeinde Hüttlingen nicht gepachtet, sondern gekauft hat, ist er zuständig für die baulichen Anlagen.

„Von allen Seiten werden wir angeschossen, weil der Weiher noch nicht aufgestaut ist“, klagt der Vorsitzende Voin Stojanovic. Druck kommt vom Landratsamt, das verlangt, den Weiher schnell wieder aufzustauen. Von der Gemeinde, bei der Tierschützer protestieren, die sich um die Amphibien sorgen. Bald setzt die Laichzeit ein, Kröten und Lurche machen sich auf den Weg ans Wasser, sobald es wärmer wird. Wenn dann der Weiher leer ist, fänden Sie kein Wasser zum Laichen.

Die Befürchtung teilt Stojanovic nicht: „Es gibt genug Wasser zum Laichen. Unterhalb des Bächweiher ist ein weiteres Wasser aufgestaut. Man muss sich um die Tiere keine Sorgen machen.“ Der Angelverein hat sich die Hege und Pflege der Angelgewässer mit allen darin lebenden Tieren und Pflanzen zur Aufgabe gemacht. „Die Leute sehen nur was oben ist. Wir müssen aber auch nach dem schauen, was unter der Oberfläche schwimmt, nach den Fischen“, sagen die Angler. Im Moment schwimmt im Bächweiher gar nichts, es wächst Gras. Die Angler haben im Herbst „den Stöpsel gezogen“, abgefischt, um endlich den Weiher auszubaggern. Die häufigen Starkregen haben enorm viel Erde eingespült, am Damm stand das Wasser zuletzt nur noch einen Meter hoch, weil sich eineinhalb Meter Schlamm eingelagert haben. „Wenn ein Gewässer so flach ist, heizt sich das Wasser im Sommer viel zu schnell auf und kippt um“, sagt der Vorsitzende des ASV. „Das geht schnell und die Fische schwimmen oben.“

Der Schlamm muss austrocknen

Bevor man Bagger einsetzen kann, muss der Schlamm trocknen. Proben müssen gezogen werden, um nachzuweisen, dass der Schlamm unbelastet ist. Nur dann dürfen Landwirte ihn auf ihre Felder ausbringen. Viel Bürokratie und die Pandemie haben das Ausbaggern immer wieder verzögert. Jetzt den Weiher wieder aufzustauen, würde bedeuten, ein weiteres Jahr mit dem Risiko Blaualgen und Sauerstoffmangel zu leben.

Voriges Jahr diente der Bächweiher im Winter dazu, die Fische aus dem Bucher Stausee aufzunehmen, während dort der Grundablass saniert wurde.  30 Tonnen Fisch wurden umgesetzt, viele davon in den Bächweiher. Als sich die Arbeiten bis ins Frühjahr hinzogen, saßen die Angelfreunde  wie auf Kohlen. „In der Winterstarre reicht der Bächweiher aus, doch wenn sie wach werden, ist er viel zu klein“, sagte Stojanovic.

Im April konnten die Fische endlich wieder in den Bucher Stausee zurück. Zum Abfischen muss das Wasser raus und sofort hagelte es Kritik auf die Angler ein, dabei ging es ihnen nur um die Tiere. „Fische sind doch auch Tiere“, sagt Stojanovic. Der Bächweiher war nach wenigen Tagen wieder vollgelaufen.

Zwei Monate später schon wieder Ärger mit dem Bächweiher: ein Starkregen brachte so viel Wasser, dass der See einfach überschwappte und in Rainau-Buch, die nächste Ortschaft talwärts, für Überschwemmungen sorgte. Jetzt waren wieder die Angler schuld. Es musste am Teich liegen, wenn es in Buch Hochwasser gibt. Der Mönch, den die Angler jüngst saniert haben, sei falsch gebaut worden, der Durchlass zu klein.

„Alles Quatsch“, sagt Stojanovic. „Den hat eine Fachfirma gebaut, der Durchlass ist so groß wie zuvor.“ Die gewaltigen Regenmengen vom Juni hätte auch ein doppelt so großer Mönch nicht aufnehmen können und das Wasser wäre so oder so durch Buch geflossen. Trotzdem haben die Angler die Rechnung des THW bezahlt.

Und wie geht es jetzt weiter? Voin Stojanovic sagt: „Ausbaggern jetzt klappt wohl nicht. Wir haben zwei, drei Bretter eingelegt, damit genug Wasser da ist für die Frösche zum Laichen. Aber einen kompletten Aufstau machen wir nicht. Sonst fängt alles wieder von vorne an.“

Es gibt am Bächweiher genug Wasser zum Laichen.“

Voin Stojanovic, Vorsitzender ASV
Der Bächweiher ist abgelassen, der Angelverein Ostalb will den Schlamm aus dem Gewässer entfernen. Tierschützer fürchten um die Amphibien.

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