Wegbereiter der Seligsprechung

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Pfarrer Michael Windisch trägt die Kurzbiografie Jeningens vor. Er war Vizepostulator im Seligsprechungsverfahren.
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Viele Ellwanger haben dazu beigetragen, dass die Stadt dieses große Kirchenfest erlebt.

Ellwangen. Philipp Jeningen lebte von 1642 bis 1704, er wurde 61 Jahre alt. Der Seligsprechungsprozess dauerte deutlich länger. 1921 wurde erstmals ein entsprechendes Gesuch an den Papst in Rom gesandt.

Dass 1989 tatsächlich der „heroische Tugendgrad“ des Jesuiten festgestellt wurde, eine Voraussetzung für die Seligsprechung, ist dem verstorbenen Stadtpfarrer Patriz Hauser zu verdanken. Er war unermüdlich, nahm sogar den Bischof Gebhard Fürst bei einem Pontifikalamt in der Basilika öffentlich in die Pflicht, sich für die Seligsprechung einzusetzen.Die „Action Spurensuche“ befasst sich mit Leben, Briefen und Tagebüchern Philipp Jeningens. Es sind Christen um Dr. Wolfgang Steffel sowie Markus und Ursula Krämer, die seit 1992 die jährliche Fußwallfahrt von Eichstätt nach Ellwangen gehen.

Unter dem ehemaligen Stadtpfarrer Michael Windisch, der sich auch in Rom dafür einsetzt, kommt der Prozess in Fahrt. Eine Historikerkommission befasst sich mit Jeningens Leben. 2011 wird ein Kirchengericht eingesetzt, das über die Seligsprechung urteilen soll. Ein Team von unabhängigen Medizinern untersucht die plötzliche und unerwartete Heilung eines Mannes aus dem Raum Ellwangen. Nachdem er zu Pater Philipp gebetet hatte, wurde er gesund. Am 19. Juli 2021 wird das als Wunder offiziell anerkannt, der Papst verkündet die Seligsprechung am 29. Juni 2022.„Das größte Wunder ist, dass Philipp Jeningen nie in Vergessenheit geraten ist“, sagen manche. Denn insbesondere nach dem Ende der Fürstpropstei, unternahm die königliche Regierung in Stuttgart einiges, um die unerwünschte „Verehrung“ des Jesuiten zu unterbinden. Unter anderem war der Zugang zu Philipp Jeningens Grab im Kreuzgang über 50 Jahre lang versperrt.Auch während der NS-Diktatur, von 1933 bis 1945, galt man als Verehrer von Pater Philipp schnell als verdächtig. Trotzdem brach die Verehrung nie ab. Weil er als bescheiden und Fürsprecher der armen und einfachen Leute galt.

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