Weil's an zwei Stellen brennt

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In Ellenbergs Kindergarten St. Josef herrscht Platznot. Deswegen will die Gemeinde einen Antrag auf Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock stellen, damit es endlich an die ersehnte Erweiterung gehen kann.
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Warum Ellenberg gleich zwei Zuschussanträge stellt und auf Unterstützung des Landrats hofft.

Ellenberg. Eigentlich darf es pro Jahr und Gemeinde nur ein Antrag auf einen Zuschuss aus dem Ausgleichsstock sein. Doch Ellenbergs Bürgermeister Rainer Knecht hofft darauf, dass das Regierungspräsidium ein Auge zudrückt und Landrat Dr. Joachim Bläse Ellenberg den Rücken stärkt in seinem Ansinnen.Der Punkt: Es brennt gleich an zwei Stellen.

„Die Neugestaltung der Gartenstraße müssen wir kurzfristig realisieren. Da können wir nicht mehr abwarten“, stellt der Verwaltungschef klar. Denn: Der Abwasserkanal dort weist erhebliche Schäden auf. „Hier herrscht sofortiger Handlungsbedarf.“ Bei den Arbeiten am Abwasserkanal und der weiteren Sanierung der Straße gelte es, den Synergieeffekt zu nutzen.

Die voraussichtlichen Kosten: gut 1,2 Millionen. Eine Investitionshilfe von knapp 400 000 Euro aus dem Ausgleichsstock will die Gemeinde beantragen, ein Zuschuss über das Programm Entwicklung Ländlicher Raum in Höhe von über 230 000 Euro und weitere Zuschüsse für die Bereiche Wasser und Abwasser von rund 240 000 Euro sind beantragt. Würde das alles so funktionieren, blieben für die Gemeinde noch knapp 350 000 Euro, um die Gartenstraße auf Vordermann zu bringen.

Kitaplätze werden knapp

Der andere Punkt: der Umbau und die Erweiterung des Kindergartens St. Josef. Ein Container gewährleistet derzeit, dass die Kinder untergebracht sind. Doch eine Dauerlösung soll das nicht sein. „Wir brauchen die Plätze einfach“, ist für Knecht klar. „Wir müssen neue schaffen. Das ist wichtig, nicht nur für die jungen Familien, die bei uns bauen.“ Geplant sind Kosten von knapp 1,27 Millionen Euro. Hier hofft die Gemeinde auf Zuschüsse in Höhe von gut 800000 Euro. Die kirchliche Gemeinde bringt sich mit rund einer halben Million ein: zum einen für den Kindergarten und zum anderen für die geplanten Räume der Kirchengemeinde im Untergeschoss. Für die Kommune bliebe nach dieser Planung noch ein Betrag von ungefähr 200 000 Euro.

Das Regierungspräsidium hat eine Priorisierung gefordert, Ellenberg aber erstmal keine angegeben. Zu wichtig sind beide Maßnahmen. Zudem argumentiert Knecht: „Es gab auch schon Jahre, in denen wir keine Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock beantragt haben. Außerdem können wir nichts dafür, dass der Antrag für die Kindergartenerweiterung nicht bereits im vergangenen Jahr gestellt werden konnte.“

Diözese zog nicht mit

Ellenberg habe 2021 für den Umbau und die Erweiterung des Kindergartens bereits 2021 Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock beantragen wollen. Doch die Diözese Rottenburg-Stuttgart habe der katholischen Kirchengemeinde kein grünes Licht für die Maßnahme gegeben, da die Finanzierung nicht gesichert gewesen sei.

Im Juli entscheidet das Regierungspräsidium über die Aufnahme in den Ausgleichsstock. Dann könnten bei der Gartenstraße im Herbst die ersten Arbeiten beginnen. Kämmerer Jürgen Bieg hat ein Drittel der gemeindeeigenen Kosten im Haushalt 2022 vorgesehen, den größeren Anteil im Jahr darauf, da auch dort das Gros der Arbeiten erfolgen soll. Was die Bauarbeiten am Kindergarten anbelangt, hat Bieg die Kosten jeweils zur Hälfte auf die Jahre 2022 und 2023 verteilt.

⋌Panja Tillmann-Mumm

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