Bauplatzmangel zwingt zum Handeln

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Bürger äußern Kritik an der Ausweisung des Baugebietes „Mühlbuck V“.

Wört. Das geplante Baugebiet „Mühlbuck V“ war Thema im Gemeinderat Wört, zu dem sich einige Anwohner und interessierte Bürger im Rathaus einfanden. Wegen der Ausweisung dieser Fläche am Sportgelände als Wohn- und Mischgebiet wurde nun Kritik geäußert.

Bereits in der April-Sitzung des Gemeinderates stimmte das Gremium für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Am Mühlbuck V“. Am Übergang zum Baugebiet „Mühlbuck IV“, am Rande des Sport- und Freizeitgeländes befindet sich eine kleine, rund ein halbes Hektar große Grünfläche, die sich für eine Bebauung eignet.

Bürgermeister Thomas Saur urteilte dazu: „Aufgrund des bestehenden Bauplatzmangels in Wört bietet sich dieses kleine Gebiet sehr gut für eine weitere, rasche Bebauungsnutzung an.“ Dadurch würden landwirtschaftliche Flächen geschont und außerdem wäre hier eine wirtschaftliche Erschließung realisierbar, so Saur.

In der Bürgerfragestunde wurden den anwesenden Bürgern nun nochmals die verschiedenen Varianten für eine Bebauung „Am Mühlbuck V“ vorgestellt. Der Gemeinderat hat sich im April für die Bebauungsplanvariante mit der Ausweisung von fünf Bauplätzen entschieden. „Auch deshalb, weil sie am kostengünstigsten ist“, bemerkte Bürgermeister Saur im Gremium.

Unverständnis und Kritik

Eine Bürgerin äußerte ihr Unverständnis darüber, warum man gerade diese Grünfläche am Sportgelände zum neuen Baugebiet auserkoren habe. „Dort gibt es Biodiversität (Anmerkung: Biologische Vielfalt), es ist eine kleine grüne Lunge. Warum muss man außerdem direkt an die bestehende Bebauung das neue Baugebiet „Am Mühlbuck V“ ausweisen ?“

Bürgermeister Thomas Saur entgegnete darauf: „Der Gemeinderat hat diese Fläche als geeignet eingestuft. Es hat außerdem von meiner Seite und von der Gemeinde nie Garantien dafür gegeben, dass dort oben am Sportgelände in der Zukunft nicht gebaut wird. Da gibt es, glaube ich, ein Missverständnis.“

Weitere Bedenken, dass sich „Am Mühlbuck V“ Lärm verursachendes Gewerbe ansiedeln könne, zerstreute der Bürgermeister: „Die Baugrundstücke sind dort lediglich zwischen 500 und 600 Quadratmeter groß. Da wird sich sicher kein größerer Betrieb ansiedeln.“

Ein weiterer Bürger wünschte sich frühzeitiger in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden. „Es gibt ein klares Prozedere, wonach der Gemeinderat zuerst den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan fasst. Davor kann man nicht in eine öffentliche Diskussion gehen. Das schließt sich aus. Die Gemeinde hat die Planungshoheit und der Gemeinderat entscheidet“, machte Bürgermeister Saur deutlich.

Gemeinderat Manfred Bolzinger ergänzte dazu: „Wenn wir immer schon im Vorfeld anfangen über mögliche Bauplätze zu diskutieren, dann können wir bald gar nichts mehr ausweisen, weil immer irgendjemand dagegen ist.“

Öffentliche Anhörung folgt

Bürgermeister Saur erklärte, dass es auf jeden Fall noch eine öffentliche Anhörung zum Baugebiet „Am Mühlbuck V“ geben wird.

Der Gemeinderat vergab nach der Diskussion schließlich die Planungsleistungen für das Baugebiet „Am Mühlbuck V“ an das Ingenieurbüro Strobel aus Abtsgmünd zum Preis in Höhe von 7915 Euro. ⋌Achim Klemm

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