Die Bauwagenmacher aus Wört

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Leon Rensch und Erik Salzer (von links) sind stolz auf ihren Bauwagen, der auf dem Sport- und Freizeitgelände in Wört steht. Hier kann man prima entspannen, ohne jemanden zu stören.
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Fünf junge Männer aus Wört gehen ihrem Bauwagen-Hobby mit großer Leidenschaft nach. Das Problem: Eine Einbruchserie macht ihnen zu schaffen.

Wört

Bauwagen, die Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen, haben eher einen schlechten Ruf. Das können der 20-jährige Erik Salzer und der 19-jährige Leon Rensch aus Wört so nicht bestätigen – sie wollen mit den Vorurteilen aufräumen.

Beide sind glühende Bauwagen-Fans und betreiben zusammen mit drei weiteren Freunden seit einigen Jahren einen Bauwagen, in der Vergangenheit an verschiedenen Standorten in der Gemeinde Wört.

„Wir sind ein ziemlich eingeschweißtes Team, kennen uns seit frühen Kindertagen und haben schon viele tolle Sachen erlebt, gerade mit unseren Bauwagen“, berichtet Erik Salzer. Bis vor fünf bis sechs Jahren waren die jungen Männer praktisch jeden Tag zusammen und haben etwas unternommen, gingen auf Feste, fuhren Rad, feierten viel und hatten einfach eine schöne Zeit.

Auf der Suche nach einer Bleibe

„In Wört-Konradsbronn hatten wir einige Jahre einen Bauwagen stehen, den wir hegten und pflegten. Dort hatten wir auch ein paar Mal ein Zelt aufgebaut, um zum Beispiel eine Weihnachtsparty steigen zu lassen. Da kamen schon über 300 Jugendliche zusammen“, erinnert sich Leon Rensch. Dann musste das Wörter Bauwagen-Team jedoch die Wiese auf der ihr Bauwagen stand räumen, weil der Grundstücksbesitzer Anspruch darauf erhob.

Im Wörter Gemeinderat klagten die Jugendlichen danach ihr Leid und fragten nach einem anderen Platz, um ihren so liebgewonnen Bauwagen dort aufstellen zu können. Bürgermeister Thomas Saur überlegte nicht lange und schlug den Jugendlichen als Standort den Platz hinter der Fahrrad-Pumptrack-Strecke auf dem Sport- und Freizeitgelände in Wört vor. Die Männer waren begeistert und bugsierten ihren Bauwagen an besagte Stelle.

„Wir haben viel investiert, den Wagen fein eingerichtet mit Sofas, Barausschank und Abstellmöglichkeiten. Die Wände haben wir mit Holz verkleidet, um unsere Bleibe auch im Winter nutzen zu können. Ein rustikaler Holzofen sorgt dazu für wohlige Wärme in der kalten Jahreszeit, so soll es sein“, erklärt Erik Salzer stolz. Der Bauwagen steht an einer idealen Stelle auf dem Sport- und Freizeitgelände in Wört, fernab von einer Bebauung.

Leider ging den Jugendlichen die Lust an ihrem leidenschaftlichen Hobby durch eine Einbruchserie ein wenig abhanden. „Innerhalb eines Jahres sind Unbekannte in unseren Bauwagen gleich viermal eingebrochen und haben viel wertvolles Inventar gestohlen, zum Beispiel unsere Lautsprecher-Anlage, zwei Wasserpfeifen und Einrichtungsgegenstände. Eine Tür ist durch den Aufbruch so demoliert worden, dass wir sie von außen gar nicht mehr aufbekommen“, beklagt Erik Salzer. Aber jetzt, im Sommer, ist die Leidenschaft bei den Bauwagenmachern wieder voll entflammt und es wird regelmäßig an der Grillstelle Feuer gemacht, relaxt und spontan Party gefeiert. Leon Rensch betont: „Wir sind allen offen gegenüber. Es kann jeder zu uns kommen, der möchte. Zu uns sind schon viele interessierte Leute gekommen, auch Ältere. Das macht uns gar nichts aus.“

Erik Salzer weist in diesem Zusammenhang auch auf einen anderen wichtigen Punkt hin: „Wenn du einen Bauwagen betreibst, lernt man auch Verantwortung zu übernehmen. Du musst ihn sauber halten und der Platz muss ordentlich ausschauen. Liegengelassener Müll ist für uns kein Thema. Es ziehen da alle an einem Strang.“

Das bringt Erik Salzer zum eingangs erwähnten Thema und dem Vorurteil, dass die Bauwagen-Jugendlichen die ganze Zeit laute Partys feiern, zu viel trinken und herumgrölen. „Das stimmt so nicht. Es gibt immer ein paar schwarze Schafe unter den Bauwagen-Teams. Wir kennen einige andere Bauwagen-Jugendliche, die sich wirklich zivilisiert benehmen und wie wir aufeinander achten.“

Was macht eigentlich den Reiz des Bauwagens aus? „Hier kann man ein besonderes Freiheitsgefühl erleben. Niemand redet einem rein, man kann prima entspannen und draußen in der freien Natur ist es sowieso immer toll. Das ist durch nichts zu ersetzen“, sagt Leon Rensch.

Hier kann man ein besonderes Freiheitsgefühl erleben.“

Leon Rensch

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