Ein wenig Heiterkeit fürs Gemüt

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Anna Salzer als lustig-vergnügte Pippi Langstrumpf, Simone Uhl als strenge Frau "Prokura" und Pfarrer Jens Kimmerle im Bildhintergrund (von links) stellten bei der Narrenmesse in der Nikolauskirche unter Beweis, dass Spaß und Ernsthaftigkeit sich nicht a
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In der St. Nikolauskirche beweisen die Wörter Rotachnarren Sinn für Humor.

Wört. Für Ablenkung und Heiterkeit sorgte die Narrenmesse in der St. Nikolauskirche in Wört. So rückte der Krieg, der derzeit in der Ukraine tobt, wenigstens für eine kurze Zeit in den Hintergrund und wirkte so als Stimmungsaufheller.

Ein bisschen Narretei tut derzeit gut. Die Wörter Rotachnarren hatten zusammen mit der Katholischen Kirchengemeinde ein kurzweiliges und unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt, das unter dem Motto: „Zählen Zahlen - Zahlen (Er-)Zählen !“ stand und bewies, dass Spaß und Ernsthaftigkeit sich nicht ausschließen müssen. Das Faschingsvergnügen kam prima an bei den zahlreichen Besuchern in der Nikolauskirche, die mit unzähligen Luftballons und Luftschlangen geschmückt war. Die Mitglieder der Wörter Faschingsgruppen hatten sich dazu in ihren phantasievollen Kostümen schön herausgeputzt und mischten sich als Blickfang unter die Besucher.     

Pfarrer Jens Kimmerle hatte kräftig gereimt und gedichtet und aus nackten Zahlen und Fakten ein lustiges Lehrstück gezaubert. Anna Salzer gab dabei die stets fröhliche, immer zu Späßen aufgelegte Pippi Langstrumpf. Simone Uhl trat als  gestrenge Frau „Prokura“ auf und versuchte natürlich das dickköpfige, trotzige Mädchen mit den markanten roten Zöpfen zu belehren und auf den Pfad der Tugend zu bringen und sie zu einem anständigen Mädchen zu machen, was aber natürlich nur zum Teil gelingen will.

Mit ihrem Ohrwurm: „Und drei macht Neune. Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde mir sie gefällt …“ zog Pippi Langstrumpf unbekümmert, lustig hüpfend und singend, fröhlich vergnügt  ins Gotteshaus ein und malte sich ihre ganz eigene Welt. Pippi stellt dann plötzlich neckisch die Frage: „Wie geht’s ? Werd ich bombardiert mit Inzidenzien: Blutdruck, Cholesterin, CT-Wert, 3 G und solch Spirenzien.“ Schließlich wird weise gefolgert: „Zählen nur Zahlen, gleicht der Mensch einem Blinden, der schwankt und fällt, und selbst nur noch eine Nummer ist im Zählwerk dieser Welt.“

Der Zahlen Wert werde erst entscheidend, wenn man sucht Gemeinschaft: „Zweimal nur geimpft ? Das zeigt an, dass du’s noch nicht gerafft !“ Auch in der Politik, Wirtschaft, Kultur und der Verwaltung gilt, dass Zahlen pur, nur häufig Anlass sind für Frust und Spaltung.“        

Am Ende kommt schließlich Pfarrer Jens Kimmerle reimend zum Schluss: „Denn der Mensch, der meint, heut mit Zahlen sich die Welt kann deuten, dabei doch vergisst, dass der Herr mit Weisheit uns leiten will.“

Fetzige Hits und Dauerbrenner, wie Nenas „99 Luftballons“ und das „Abenteuerland“ von Pur schmetterte die Band „Be United“ zwischendurch von oben auf der Empore und verlieh dem bunten Faschingsprogramms die passende Würze. Eine Wohltat für’s Gemüt. Lang anhaltenden Applaus gab's zum Schluss als Lohn für die Akteure und die gelungene Darbietung.                    

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