Tumult im Saal wegen Baugebieten

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Die Bewohner des „Auchtfeld“ in Wört wollen kein Neubaugebiet vor ihrer Haustüre.

Die Pläne für die Baugebiete „Auchtfeld III“ und „Auchtfeld Ost“ stoßen bei der Sitzung auf deutliche Kritik der Anwohner. Was geplant ist.

Wört

Die Gemeinde Wört möchte ein neues Baugebiet beim Wohngebiet „Auchtfeld“ ausweisen. Das stößt jedoch bei den Anwohnern auf Widerstand.

Rund 30 interessierte Bürger wohnten der jüngsten Gemeinderatssitzung bei und wollten ihren Unmut kundtun, was ihnen jedoch versagt blieb.

Bürgermeister Thomas Saur erklärte im Gremium die Gründe, wieso das vor gut zwei Jahrzehnten erschlossene Wohngebiet „Auchtfeld“ nun erweitert werden soll.

„Wört braucht dringend weiteres Bauland und entsprechende Flächen. Die ausgewiesenen Baugebiete sind voll und es gibt nur noch ganz wenige freie Bauplätze in Wört.“ Der Gemeinderat habe sich in der Klausurtagung und der Sitzung im Februar intensiv mit dem Thema neue Wohnbaugebiete auseinandergesetzt. Außer der Erweiterung des Wohngebiets „Auchtfeld“ gebe es keine Möglichkeit, ein größeres Baugebiet auszuweisen, betonte Saur.

Keine Alternativen im Ort

„Wir haben alle Alternativen geprüft, es gibt jedoch keine. Die Weiterentwicklung des „Auchtfeld“ biete beste Chancen, die beste Lage, die beste Zukunft und es seien die geringsten Konflikte mit der Landwirtschaft zu befürchten“, verdeutlichte der Bürgermeister.

Zu diesem Ergebnis ist ein Ingenieurbüro gekommen, das einen Planungsauftrag für die Gebiete „Auchtfeld III“ und „Auchtfeld Ost“ von der Gemeinde erhalten habe.

Die Aussagen stießen bei den zahlreichen anwesenden Bürgern allerdings auf Unmut. Die wollten ihre Kritik im Gremium vorbringen und zu den Planungen Stellung beziehen. Das wurde ihnen jedoch verwehrt.

Bürgermeister Thomas Saur erklärte daraufhin: „Es geht heute darum, einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Auchtfeld III“ und Auchtfeld Ost“ herbeizuführen. Die Bürger bekommen noch reichlich Gelegenheit sich einzubringen, Wünsche und Kritik zu äußern.“

Saur weiter: „Es gibt deshalb eine frühzeitige Bürgerbeteiligung und eine Infoveranstaltung zum Thema Ausweisung von Baugebieten. Sie können auch gerne ihre Kritik jetzt schon schriftlich formulieren und der Gemeindeverwaltung zukommen lassen.“

Lautstarker Unmut im Saal

Der Bürgermeister wurde deutlich: „Wenn wir heute keinen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Auchtfeld III“ und Auchtfeld Ost“ fassen und ihn ablehnen, ist das Gebiet mit großer Wahrscheinlichkeit für immer gestorben.“

Die Äußerungen des Bürgermeisters missfielen dem Großteil der Zuhörer. Wegen anhaltender Zwischenrufe verwies Saur drei Zuhörer des Saales.

Daraufhin verließen auch die übrigen Zuhörer bis auf wenige Ausnahmen den Bürgersaal im Rathaus unter Unmutsbekundungen.

„Einzelinteressen sollten nicht das Gemeinwohl beherrschen und Entscheidungen blockieren. Wir wollen allen Bevölkerungsschichten in Wört eine Zukunft bieten“, betonte Saur weiter.

Gemeinderätin Sabrina Häbich wünschte sich nochmals andere Bauoptionen in Wört zu prüfen. Gemeinderat Tobias Schirrle erklärte hingegen: „In unserer Klausurtagung haben wir das neue Bauland klar bestimmt. Wir müssen heute einen Beschluss fassen und handeln. Es geht um die Weiterentwicklung unserer Gemeinde. Es gibt immer Kritik von Anwohnern, wenn direkt bei ihnen neu gebaut wird. Wir dürfen uns die Zukunft für die weiter folgenden Generationen nicht verbauen.“

Der Gemeinderat stimmte am Ende mit sechs Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Auchtfeld III“ zu. Ein Gemeinderat war befangen.

Für das Baugebiet „Auchtfeld Ost“ stimmten sechs Gemeinderäte bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen.

„Einzelinteressen sollten nicht das Gemeinwohl beherrschen und Entscheidungen blockieren.“

Thomas Saur, Bürgermeister Wört

Auchtfeld III und Ost: Die Baugebiete in der Übersicht

Lage Das geplante neue Baugebiet befindet sich in Hanglage, umfasst eine Fläche von rund sechs Hektar und liegt am Ortseingang von Wört von Richtung Stödtlen aus kommend.

Nutzung Das neue „Auchtfeld III“ soll als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden und das „Auchtfeld Ost“ als Mischgebiet. In dem Mischgebiet könnte zum Beispiel ein medizinisches Versorgungszentrum entstehen oder größere Wohneinheiten für das schon lange geforderte altersgerechte Wohnen.

Erschließung Ein Kreiselbau am Anfang der Zufahrt zum „Auchtfeld“ beim Weiher soll gebaut werden und beide Gebiete anbinden. Achim Klemm

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