Zähes Ringen um den Bauplatzpreis

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Der kalkulierte Quadratmeterpreis im Baugebiet Dollishäusle in Adelmannsfelden schockierte die Gemeinderäte. In langem Ringen wurden Einsparpotenziale identifiziert. Der Kreisverkehr im Nordosten zur Ulmenstraße wird entfallen.

Was bei „Dollishäusle-West“ alles dem Rotstift zum Opfer fällt.

Adelmannsfelden. Fast zwei Stunden standen auf der Uhr, als die Gemeinderäte nach langem Ringen eine mehrheitsfähige Position gefunden hatten, welcher Leistungsumfang für die Erschließung des neuen Baugebiets Dollishäusle-West festgezurrt werden soll.

Grund: Der von Ingenieur Claus-Peter Grimm vorgelegte kalkulierte Preis von 176 Euro je Quadratmeter sorgte für Entsetzen bei den Räten. „Meine Kollegen und ich waren regelrecht geschockt über den kalkulierten Preis“, bekannte Gemeinderätin Ursula Berroth. „Wir sind von um die 130 Euro ausgegangen“, erklärte Martin Beck.

Mit verantwortlich für den hohen Preis sind die Erschließungskosten, die durch die Anbindung der Abbiegespur an der K 3324, einem Kreisverkehr zur Ulmenstraße, Breitband und Wasserbau entstanden. So muss beispielsweise die Hauptwasserleitung verlegt werden.

Nach Einsparpotenzial wurde daher händeringend gesucht. Die Stimmung unter den Räten war aufgeladen und teils scharf.

Im Zuhörerraum erlebte ein gutes Dutzend Interessenten für die 15 Einfamilienhausplätze im ersten Bauabschnitt, wie die Bestandteile Kanaltiefe, Granitborde, Pflastergestaltung, Regenrückhaltebecken und letztlich auch Kreisverkehr eingehend diskutiert wurden.

Recht schnell zeichnete sich ab, dass eine Mehrheit Betonborde statt Granit sowie Asphalt statt Pflaster in den Kreuzungsbereichen favorisierte. Einsparung: 24 000 Euro sowie 44 000 Euro.

Zur Disposition stand auch, den Kanal in einer geringeren Tiefe auszuführen. Einsparpotenzial: 150 000 Euro. Die Konsequenz wäre gewesen, dass bei Bauwerken mit Keller keine Drainage möglich gewesen wäre, und Hauspumpanlagen durch die Bauherren installiert werden müssten. Hier gingen die Räte nicht mit: „Das wäre ein Schildbürgerstreich, wenn die Bauherren am höchsten Punkt von Adelmannsfelden Pumpen für die Entwässerung anschaffen müssten“, hielt Martin Beck fest. Bürgermeister Edwin Hahn verwies darauf, dass in den Neubaugebieten jedes zweite Haus ohne Keller entstehe.

Am 280 000 Euro teuren Kreisverkehr schieden sich letztlich die Geister endgültig. Karl Wohlers verfocht die Lösung vehement: „Wir haben lange um den Kreisverkehr gerungen und waren uns alle einig, dass er der Verkehrsberuhigung dient. Dort wird gerast werden.“ Eine Kreuzung würde an der Stelle aber ebenfalls rund 150 000 Euro einsparen, stellten die Räte in den Raum.

Eine etwaige Staffelung der Bauplatzpreise nach Typ verknüpfte der Gemeinderat an die Frage, ob ein Investor für das Mehrfamilienhaus gefunden werden könne. Jürgen Kunze

Abstimmung In einer Einzelabstimmung entschieden sich die Räte mit 6 zu 5 Stimmen gegen den Kreisel. 10 zu 1 votierten dafür, den Kanal tiefer zu legen. Für Betonborde anstelle Granit stimmten 7 bei 2 Nein und 2 Enthaltungen. Die Pflasterung wurde mit 9 zu 2 Stimmen abgelehnt.

Einsparung Die Kalkulation wird vom Ingenieurbüro bis zur nächsten Sitzung aktualisiert. Insbesondere die Einsparung durch den Kreisverkehr und die mögliche Staffelung sind entscheidend. Am Ende könnte ein kalkulierter Preis um die 150 bis 166 Euro angesetzt werden.

Kein Gas Die EnBW wird aus Kostengründen das Gebiet nicht mit Gas erschließen.

Meine Kollegen und ich waren regelrecht geschockt über den kalkulierten Bauplatzpreis.“

Ursula Berroth, Gemeinderätin

Blick über den Tellerrand: Situation im Umland

Ellwangen ruft für Wannenfeld IV 175 Euro auf. Die im Entstehen befindlichen Gebiete „Traubfeld“ in Eggenrot und Neunheim kosten 170 bzw. 240 Euro, in Eigenzell bis zu 135 Euro.

Neuler verlangt in Spagen IV je nach Lage zwischen 180 und 210 Euro.

Hüttlingen ruft für die letzten verfügbaren Plätze 370 Euro auf.

In Rosenberg sind aktuell keine freien Bauplätze vorhanden, ebenso wenig in Jagstzell und Bühlertann.

Bühlerzell hat noch freie Grundstücke für 90 Euro.

Sehr lange Wartelisten und Vergabeverfahren sind überall Usus.

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