Zöbinger Chören fehlt der Raum

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Am Freitagabend ließen sich Bürgermeister Johannes Joas (von rechts), Ortsvorsteher Roland Gloning und die Ortschaftsräte die Probleme der Zöbinger Chöre schildern.
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Wie Platznot, Treppen und das fehlende Stammlokal den Zöbinger Chören das Leben schwermachen und wie der Weihnachtswunsch aussieht.

Unterschneidheim-Zöbingen

Drei Chöre und ein gemeinsames Problem: der Platz. Beziehungsweise: der Nicht-Platz. Der Liederkranz Zöbingen, der Frauenchor Stella Maris und der Kirchenchor St. Mauritius – sie alle teilen sich den Singstundenraum im ersten Stock der Zöbinger Grundschule. Das ist grundsätzlich kein Problem, der Platzmangel aber durchaus. Jetzt haben sich die Zöbinger Ortschaftsräte und Bürgermeister Johannes Joas mit den drei Vorsitzenden der Vereine, Gottlieb Schierle, Thekla Schmidt und Georg Kaiser im Singstundenraum getroffen und sich die Situation schildern lassen.

Liederkranzchef Schierle sagte, viele Sänger hätten den Chorbesuch aufgeben, die Reißleine gezogen. 35 Männer auf wenig Raum: „Vielen ist das zu riskant.“ Für die Sänger ist es eng. Mehrere Schränke, Tische, Ständer, das Klavier. Jeder der Vereine habe eigenes Material. Das meiste lagert bei den Vereinsvorsitzenden zuhause. „Ich habe einen eigenen Kellerraum nur für die Sachen von Stella Maris“, bestätigt Thekla Schmidt. „Wenn ich das Amt mal abgebe, was wird dann? Das kann man doch keinem zumuten. Viele haben den Platz auch schlicht nicht.“ Selbst beim Kirchenchor, der weniger Ausrüstung besitzt als die anderen beiden Vereine, ist es so, dass nicht mal alle Noten in den Schrank passen, wie Kaiser sagt.
Die Situation bietet einiges an Unbequemlichkeit. Da der Raum im ersten Stock liegt, die Toiletten aber im anderen Flügel des Gebäudes, müssten die betagten Sänger (denen der Weg ins Obergeschoss ohnehin schon schwerfällt – „die kämpfen hier ganz schön rauf“), wenn sie mal müssen, wieder die Treppe hinab, durch die Kälte über den Außenbereich, der im Winter gerne glatt ist.

Nächster Punkt: „Chorprobe und danach zusammen ein Bier trinken gehen, das gehört bei uns einfach zusammen“, erzählt Schierle. Das Zusammensitzen nach dem Singen, das Schwätzen in gemütlicher Runde, Vereinsprobleme besprechen, Ideen entwickeln, das sei enorm wichtig. Der „Grüne Baum“ ja nun aber geschlossen. Ein herber Verlust. Feuerwehr und Reiter hätten versucht, ihnen auszuhelfen, das sei aber nur bedingt praktikabel.

Viel Aufwand – wenig Probenzeit

Thekla Schmidt kämpft mit anderen Problemen. Sie hätten versucht, auf die Turnhalle auszuweichen. Es sei „verdammt schwer“ gewesen, überhaupt ein Stündchen freie Hallenzeit zu ergattern. Das bedeute dann: „Ich schleppe das Klavier aus meinem Keller, bring es zur Halle, baue es auf und nach ein bisschen Proben alles wieder rückwärts.“ Viel Aufwand für wenig Probezeit. So verschafft das Hobby, das doch für Freude sorgen soll, doch einiges an Unwägbarkeiten. „Wir sind in Nöten“, fasst Gottlieb Schierle zusammen. Um den heißen Brei herumreden wollte er nicht. Und verwies auf die tollen neuen Vereinsräume im Hauptort. Und darauf, dass bald Weihnachten sei. Zöbingen brauche nicht dasselbe. Aber gleichartige Bedingungen.

Geduld gefragt

Ortsvorsteher Roland Gloning sagte, das Problem sei, dass die Räume in der Turnhalle, die sich die Vereine in Eigenleistung alle selbst gerichtet hätten, der – absolut wichtigen – Erweiterung des Kindergartens zum Opfer gefallen sei. Ideen seien da, auch beim Bürgermeister. Doch vorerst sei Geduld gefragt.

Drei Vereinsvorstände - ein Problem: Thekla Schmidt, Georg Kaiser und Gottlieb Schierle beklagen den Platzmangel im Singstundenraum.

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