Zuchtvieh so wertvoll wie noch nie

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Sie war wahrscheinlich die ausgeglichenste Jungkuh der Zuchtrinder- und Nutzkälberauktion der Rinderunion Baden-Württemberg in Ilshofen: Eine Evergreen-Tochter von Familie Schneider aus Oberrot-Ebersberg.

Warum die Preise auf einem Rekordhoch sind und sich die Veranstaltung auch ohne „absolute Ausnahmekuh“ als Erfolg verbuchen lässt.

  • Die nächsten Auktion der RBW in Ilshofen ist am Mittwoch, 30. März. Dann kommen Großvieh und Kälber des Holsteinrinds und Fleckvieh unter den Hammer.

Ilshofen

Die Rinderunion Baden-Württemberg hat in Ilshofen eine Zuchtrinder- und Nutzkälberauktion veranstaltet. In alle Verkaufskategorien gab es eine flotte Versteigerung. Das registrierten der Vorsitzende der RBW, Josef Volkwein, sowie sein zweiter Stellvertreter, Joachim Keller, die die Auktion besuchten. Zum Verkauf gekommen waren neben vier Zuchtbullen, eine Zweitkalbskuh, 43 Jungkühe, 23 Jungrinder sowie 40 Kuh- und 285 Bullenkälber.

Stern-Sohn ist begehrt

Beim Fleckvieh wechselten die vier angebotenen Jungbullen zügig für durchschnittlich 2313 Euro ihren Besitzer. Am begehrtesten war ein harmonischer und typvoller Stern-Sohn aus dem langlebigen T-Stamm der Familie Wieland aus Schwäbisch Hall-Otterbach, der 2500 Euro erlöste. Schwungvoll verlief die Versteigerung der 43 angebotenen Jungkühe. Zwar fehlte hier „die absolute Ausnahmekuh“ aber vor allem in puncto Euterqualität wurde in Ilshofen selten eine so gute Kollektion an Jungkühen verkauft. Vor allem die angebotenen Töchter der Bullen Wellinger, Miami, Raldi, Evergreen, Mint, Exklusiv und einmal mehr Mogens beeindruckten mit ganz hervorragenden Eutern. An der Spitze der Kollektion ging eine fehlerfreie Villeroy-Tochter mit 30 Kilogramm Milch von Familie Schwarz aus Aspach-Allmersbach, die 2160 Euro einbrachte. Ihr folgte die wahrscheinlich ausgeglichenste Kuh des Tages, eine Evergreen-Tochter von Familie Schneider aus Oberrot-Ebersberg, die 28,9 Kilogramm Milch leistete und für 2080 Euro verkauft wurde. An dritter Stelle rangierte eine elegante und euterstarke Mint-Tochter mit 30,4 Kilogramm Milch vom Betrieb Schmidt aus Creglingen-Schön, die für 2200 Euro verkauft wurde. Das Spitzenquartett vervollständigte eine wuchtige Wellinger-Tochter von Familie Maurer aus Blaufelden-Engelhardshausen, die mit 30,8 Kilogramm Milch aufwarten konnte und die der neue Besitzer nun für 2000 Euro sein Eigen nennen kann. Insgesamt erzielten 15 Tiere einen Zuschlagspreis von 2000 Euro und darüber. Im Mittel ergab sich ein Durchschnittspreis von 1901 Euro.

835 Euro für ein Tier

23 Jungrinder mit durchschnittlich 305 Kilogramm trafen auf eine hohe Nachfrage. Zum einen waren hier einige züchterisch interessante Tiere dabei, zum anderen kurbeln die hohen Schlachtrinderpreise die Preise für Anstellvieh stark an. Im Durchschnitt lag der Preis für ein Tier bei 835 Euro netto. Die derzeit hohen Preise bei der Schlachtung beflügeln ebenfalls den Markt für Kuhkälber. So erreichten die 45 angebotenen und im Mittel 79 Kilogramm schweren Kuhkälber einen Durchschnittspreis von 3,53 Euro netto je Kilogramm Lebendgewicht beziehungsweise 280 Euro je Tier. Auch bei den Bullenkälbern zeigt die Preiskurve deutlich nach oben. Die 285 Tiere brachten durchschnittlich 85 Kilo auf die Waage und erlösten im Mittel 5,47 Euro je Kilogramm Lebendgewicht, was 466 Euro je Tier bedeutet. Vor allem die Kälber im Bereich 70 bis 90 Kilogramm brachten bis auf wenige Ausnahmen durchweg 5,70 bis 6 Euro netto je Kilo Körpergewicht. Nach wie vor müssen sich die Verkäufer der Kälber mit unter 65 Kilogramm mit deutlichen Preisabschlägen zufriedengeben.

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