B 29: Ausschreibung geht in Runde zwei

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Ein Blick auf die B-29-Baustelle von oben. Der erste Bauabschnitt reicht von der Gärtnerei Welzel bis zur Anschlussstelle Essingen. Der zweite Bauabschnitt beginnt an der Anschlussstelle und endet etwa auf Höhe des Einkaufszentrums Westside.
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Bis Dezember 2025 wird auf der B 29 zwischen Aalen und Mögglingen gearbeitet - ein Jahr länger als geplant. Warum verzögern sich die Bauarbeiten? Fünf Fragen an das Regierungspräsidium.

Essingen

Die Bauarbeiten auf der Bundesstraße 29 zwischen Mögglingen und Aalen verzögern sich um ein Jahr. Statt Ende 2024 sollen die Bagger das Areal im Dezember 2025 verlassen. Warum dauert der vierspurige Ausbau länger? Und wie geht es nun weiter? Fünf Fragen an Josephine Palatzky, Sprecherin des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart.

Frau Palatzky, die nach der Ausschreibung eingegangenen Angebote für den zweiten Bauabschnitt waren nicht wertbar. Was bedeutet das genau?

Josephine Palatzky: Bei Ausschreibungen gibt es gesetzliche Vorgaben und Vergabevorschriften, an die sich die Bieter zu halten haben. Erfüllen die Bieter diese Richtlinien nicht, wird darüber entschieden, ob das Nichteinhalten der Regeln einen Ausschluss des Bieters nach sich zieht oder nicht. In diesem Fall wurden alle Bieter ausgeschlossen.

Können Sie konkrete Gründe nennen?

Konkrete Gründe können zum Schutz der Bieter nicht benannt werden. Wir achten darauf, dass die Vergaberichtlinien eingehalten werden. Diese sind zum Beispiel: Wurden Bieterangebote verspätet zur Angebotseröffnung eingereicht? Wurden Preise in den Leistungspositionen falsch zugeordnet oder fehlen Preise? Wurden die Unterlagen korrekt ausgefüllt? Die Angebote werden auch auf Wirtschaftlichkeit und preisliche Auskömmlichkeit geprüft.

Und wie geht es nun weiter? Dürfen die bisherigen Bieter erneut ein Angebot abgeben?

Die Baumaßnahme wird erneut EU-weit ausgeschrieben. Alle bisherigen Bieter dürfen ohne Einschränkungen erneut an der Ausschreibung teilnehmen.

Mit den Arbeiten im Bauabschnitt zwei von der Anschlussstelle Essingen bis zur Einmündung Daimlerstraße soll es ab März 2023 los gehen. Warum muss die Maßnahme europaweit ausgeschrieben werden?

Alle Verfahren zur Vergabe öffentlicher Aufträge in der EU werden auf der Grundlage nationaler Vorschriften durchgeführt. Die Schwellenwerte, die ausschlaggebend dafür sind, wann EU-Vorschriften angewendet werden, hängen vom Kaufgegenstand ab und davon, wer den Kauf tätigt. Der derzeit gültige Wert für Bauaufträge beträgt 5, 38 Millionen Euro. Die Kostenschätzung für den zweiten Bauabschnitt liegt bei rund 30 Millionen Euro.

Materialknappheit und Krieg: Sind 30 Millionen Euro für den Ausbau noch realistisch?

Aufgrund der politischen Gegebenheiten ist derzeit noch nicht absehbar, inwieweit sich Transportkosten oder auch Materialkosten erhöhen werden. Auch ist nicht abzusehen, ob Lieferketten, ähnlich wie in der Autoindustrie, zukünftig stabil bleiben oder es zu möglichen Unterbrechungen kommen kann, die sich eventuell negativ auf die Bauzeit und die Kostenentwicklung auswirken könnten.

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