Aus dem Hirsch werden Wohnungen

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1852 wurde das "Gasthaus zum Hirsch" in Essingen von Johann Georg Röck, Schuhmachermeister und Gemeinderat, eröffnet. Zwischen 1959 und 1968 war es Vereinslokal der Schützen.
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Der "Hirsch" in der Tauchenweilerstraße hat seit 1992 geschlossen. Nun gibt es Pläne für das 2400 Quadratmeter große Gebiet. Ein Rück- und Ausblick.

Essingen

Risse durchziehen das Gebäude. Die Farbe an der Fassade blättert ab. Gestrüpp wuchert rund ums Haus. Die Aufschrift "Gasthaus zum Hirsch" prangt nicht mehr über der Eingangstür. Seit 1992 geht in der ehemaligen Gaststätte, die 1852 gegründet wurde, keine schwäbische Kost mehr über die Theke.

Abrissbirne kommt zum Einsatz

Was sind die Pläne für das Areal im Herzen der Gemeinde? Die Essinger Wohnbau hat das etwa 2400 Quadratmeter große Gebiet im April 2020 gek^ZKauft. "Wir planen eine hochwertige Neubebauung mit energieeffizienten Eigentumswohnungen in kleinen Häusern mit nur fünf bis acht Wohnungen je Haus", teilt Arno Dangelmaier von der Essinger Wohnbau auf SchwäPo-Anfrage mit. Das bedeutet: Die bestehenden Häuser müssen abgerissen werden. Dazu zählen demnach das leer stehende Gasthaus "Hirsch" und der angebaute Bauernhof.

"Aktuell läuft die Bauvoranfrage." Weitere Infos könne die Wohnbau daher zu diesem Zeitpunkt nicht geben. "Wir rechnen damit, dass wir die Genehmigung der Bauvoranfrage im Frühjahr 2021 erhalten und voraussichtlich im Sommer 2021 mit dem Verkauf der Wohnungen beginnen können", sagt Dangelmaier weiter.

Aus der Geschichte:Um 1815 wurde das Anwesen laut Heinz Bohn, der sich seit Jahrzehnten mit Essingens Geschichte befasst, erbaut. 1852eröffnete Johann Georg Röck demnach das Gasthaus. "Das Bier für seine Wirtschaft bezog Röck nicht von den ortsansässigen Bierbrauern, sondern von der woellwarthschen Brauerei in Hohenroden." 1913 wurde im Gasthaus laut Bohn die Neugründung des Liederkranzes Essingen beschlossen. Das Gasthaus war zwischen 1959 und 1968 Vereinslokal des Schützenvereins Essingen. Die Wirtin Else Oßwald sei eine sehr gute Schützin gewesen und 1960 sowie 1961 unangefochtene Schützenkönigin geworden, so Bohn weiter. Die letzten Wirtsleute waren die Mitglieder der Familie Oßwald.

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