Bei Hohenroden war Schleppjagd mit Hunden

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Das Gelände um Schloss Hohenroden bietet ideales Gelände für Galoppstrecken.
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Rund 40 Reiterinnen und Reiter, die Hardt-Meute sowie die reiterlichen Jagdhornbläser Ellwangen waren beteiligt. Warum bei dieser Form der Jagd keine Tiere zu Schaden kommen.

Essingen-Hohenroden

Wer am vergangenen Samstag bei Schloss Hohenroden unterwegs war, konnte eine größere Jagdgesellschaft reiten sehen. An der Schleppjagd hinter der Hardt-Meute des badischen Schleppjagdvereins beteiligten sich rund 40 Reiterinnen und Reiter, die teils von der Ostalb waren, teils von weither anreisten.

Eingeladen hatte der Jagdherr Dr. Jürgen Schmitt vom badischen Schleppjagdverein. Er richtete die Jagd aus, weil er Geburtstag hatte und damit Reiterinnen und Reiter, Pferde und Hunde nach der coronabedingten Zwangspause wieder eine Jagderfahrung ermöglichen wollte.

„Die Hunde leben ja nicht bei Besitzern im Haus, sondern in einem Kennel, eine Art gemeinsamem Stall mit großflächigem Auslauf. Sie brauchen regelmäßig Jagderfahrung, Zuwendung und auch Training der Junghunde.“

Der Beginn der Jagd, das „Stelldichein“ war auf dem Ellenberg, unweit des Schlosses. Zu den Klängen der Reiterlichen Jagdhornbläser aus Ellwangen ging es rund 14 Kilometer durch die herrliche Landschaft. Voraus ritten zwei Berittene, deren Spur die Hundemeute folgte. Die französischen Hirschhunde der Hardt-Meute brauchen keine Duftspur, ihnen genügt der von den Pferdehufen aufgerissene Boden, um den Schleppenlegern zu folgen.

Am Schafhaus gab es eine kurze Unterbrechung, weil sich die Rinderherde der Familie von Woellwarth der Jagdgesellschaft anschließen wollte. Kurzerhand trieb Philipp Schneider, der selbst unter den Jagdreitern war, die Tiere der Familie von Woellwarth und Schneider wieder zurück, reparierte den Elektrozaun, und weiter gings. Entlang der Strecke waren umreitbare Hindernisse aufgebaut, immer wieder schallten der Reitergruppe in den roten Jagdröcken die Signale der Jagdhornbläser entgegen.

Für Dr. Jürgen Schmitt und die Jagdgesellschaft war die Jagd ein unvergessliches Erlebnis in herrlicher Landschaft, das so nur noch in ländlichen Regionen möglich sei. „Immer wieder wird verwechselt, dass bei einer Schleppjagd im Gegensatz zur richtigen Jagd kein Wild erlegt und getötet wird", sagt Jürgen Schmitt. Tatsächlich folgend bei einer Schleppjagd die beteiligten Tiere folgen ihren Instinkten den Signalen. Die Rösser seien kaum noch zu halten, wenn sie die Hörner hören und das Hundegebell. „Wir kennen unsere Tiere und wir sehen, dass ihnen dieses Gemeinschaftserlebnis genauso gefällt wie uns Menschen.“ Der Tierschutz sei den Jagdreiterinnen und Jagdreitern ein zentrales Anliegen. Ohne gut trainierte Hunde und Pferde sei eine Schleppjagd gar nicht möglich. Zudem sei auch immer ein Tierarzt dabei. Falls sich ein Pferd oder ein Hund verletzt, wird er sofort versorgt.

Für Schmitt und die anderen Teilnehmer ist die Schleppjagd ein Kulturgut, ein sportliches und geselliges Ereignis gleichermaßen. Der Badische Schleppjagdverein ist als gemeinnützig anerkannt, weil er die Tradition der Jagd mit Hunden pflegt.

Nicht zuletzt ist eine Schleppjagd auch für unbeteiligte Zuschauerinnen und Zuschauer ein beeindruckendes Erlebnis, das es so immer seltener gibt.

Mehr Bilder gibt es auf schwaepo.de

Der Jagdherr Dr. Jürgen Schmitt reitet seit fünf Jahren beim badischen Schleppjagdverein. Er richtete die Jagd aus, damit Reiterinnen und Reiter, die Pferde und die Hunde nach der coronabedingten Pause wieder Jagderfahrung bekommen.
Am Schafhaus wollte sich die Rinderherde der Familie Woellwarth der Jagdgesellschaft anschließen und brach durch den Elektrozaun. Kurzerhand wurde die Jagd unterbrochen, man fing die Kühe ein. Dann ging es weiter.
Der Jagdherr Dr. Jürgen Schmitt reitet seit fünf Jahren beim badischen Schleppjagdverein. Er richtete die Jagd aus, damit Reiterinnen und Reiter, die Pferde und die Hunde nach der coronabedingten Pause wieder Jagderfahrung bekommen.
Die Reiterinnen und Reiter des badischen Schleppjagdvereins mit ihrer Hardt-Meute.
Am Schafhaus wollte sich die Rinderherde der Familie Woellwarth der Jagdgesellschaft anschließen und brach durch den Elektrozaun. Kurzerhand wurde die Jagd unterbrochen, man fing die Kühe ein. Dann ging es weiter.

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