Bienen machen sich fit für den Sommer

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Imker Dietmar Wiech ist in den kommenden Wochen mit "Bienen-Yoga" beschäftigt. Beim Besuch im Bienenschaugarten zeigen sich die Tiere nicht, die Sonne fehlt.

Essingen

Wer Dietmar Wiech im Frühjahr sucht, findet ihn meist beim Bienen-Yoga im Schaugarten in Richtung Tauchenweiler. Bienen-Yoga? Ja, richtig gelesen. "Yoga soll entspannen und ein inneres Gleichgewicht herstellen. All dies ist notwendig, wenn ich bei den Bienen arbeite. Je ruhiger und ausgeglichener der Imker, desto ruhiger sind die Bienen", sagt er. Denn: "Stress beim Imker verursacht Stress bei den Bienen." Mitte Februar hat Wiech erstmals in diesem Jahr den Bienenstock geöffnet und Bienen-Yoga betrieben.

Bei diesem Treffen im Schaugarten spielt das Wetter leider nicht mit, ein Blick in die Wohnung des Gmünder-TagespostVolks ist nicht möglich – es ist zu kalt. Wiech erzählt, was in den vergangenen Wochen anstand. Mit den ersten Sonnenstrahlen öffnete er den Stock und prüfte, ob die Tiere genügend Futter haben. Denn erst gegen Ende April, wenn die Kirschbäume blühen, könnten sich die Tiere selbst ernähren. Da Wiech den Tieren vor dem Winter extra viel Zuckerrübensirup gegeben hat, sind Majas und Willis noch gut versorgt.

Honig und Faulbrut

Und was, wenn die Vorräte nicht reichen? "Dann müssen die Bienen mit Blütenhonig gefüttert werden – allerdings nur mit Honig vom Imker, nicht mit Produkten aus dem Supermarkt", betont er. Der größte Anteil des in Deutschland verkauften Honigs komme aus dem Ausland und sei mit Faulbrutsporen versetzt. "Damit holt man sich die Seuche in den Bienenstock." Für Menschen sei die Faulbrut nicht schädlich. "Erkranken jedoch die Völker, müssen diese oder der gesamte Bestand unter Aufsicht des Veterinäramts vernichtet werden."

Auch wenn es von außen nicht so aussieht: In der Wohnung des Volks herrscht Betrieb. Aktuell benötigt das Volk viel Wasser für die Brut, wie Wiech sagt. "Die Arbeiterinnen mischen nun Pollen mit Wasser und Säften aus ihren Futtersaftdrüsen im Kopf zu einer eiweißreichen Nahrung für die Sommerbienen. Diese Sommerbienen sind die Grundlage für starke Bienenvölker und somit für unseren Honig", erklärt er.

Kurz und knapp: das Bienen-Einmaleins

Hier erzählt Dietmar Wiech Wissenswertes rund um die Honigbiene:

Die Königin legt zwischen Februar und September etwa 120 000 Eier, also fast alle zwei Minuten eines. Ein Huhn bräuchte für diese Leistung etwa 320 Jahre,

Eine Biene legt im Sommer in ihrem etwa 25-tägigen Leben 8000 Kilometer zurück, das entspricht der Strecke von Köln nach Florida.

Eine Sammlerin fliegt am Tag zehnmal aus und besucht jeweils 75 Blüten. maro

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