Bildhauerkunst im Park genießen

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Der Essinger Schlosspark lädt in diesem Sommer wieder zum Skulpturenrundgang ein. Dietmar Schmid ist bereits mit zwei Figuren vertreten, nun kommen zwei weitere dazu.

Essingen

Bis vor Kurzem waren die Sockel an den Essinger Remsterrassen noch leer, jetzt säumen zwei neue Skulpturen den Weg. Dietmar Schmid hat die beiden Frauenfiguren geschaffen, die erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sind.

"Liberté" schaut selbstbewusst übers Remstal hinweg, den Blick erhoben. "Eine moderne Frau, frei im Denken, frei im Handeln", beschreibt der Essinger Bildhauer seine Intention. Eine Figur im Kontrast zu gängigen Frauendarstellungen, die häufig Demut, Leid und Trauer ausdrückten. Auch die andere Skulptur zeigt einen Frauenakt. "Ich mag das Weibliche", sagt der Künstler. "Frühstück im Grünen" hat er den Torso betitelt, inspiriert von einem Bild Edouard Manets.

Dietmar Schmid lehrte als Professor für Robotik und virtuelle Systeme an der Fachhochschule Aalen und ist nach wie vor ein aktiver Fachbuchautor. "Die Kunst ist eine kreative Art, vom Schreibtisch wegzukommen", sagt der 79-Jährige. Die Bildhauerei betreibt er vor allem in der warmen Jahreszeit. Über den Sommer entsteht jeweils eine größere Skulptur. "So lange dauert es, wenn man nur mit Hammer und Meißel arbeitet." Dann verbringt Schmid zwei Tage pro Woche bei dem Schorndorfer Bildhauer Christoph Traub, seinem Lehrer, im Atelierhof an der Rems und arbeitet im Freien am Stein. Oft sind auch andere Künstler dabei. Dort kann er die Hebewerkzeuge benutzen, denn die schweren Steine müssen für die Bearbeitung immer wieder gedreht werden.

Ich mag das Weibliche.

Dietmar Schmid, Künstler

Die Figuren von Dietmar Schmid geben einen Vorgeschmack auf seine ursprünglich für Oktober geplante Ausstellung in der Schloss-Scheune mit Bildern, Skulpturen und Lichtobjekten. Sie wird nun coronabedingt um ein Jahr verschoben.

Die Skulpturenschleife im Schlosspark und an den Remsterrassen wurde im Gartenschaujahr 2019 angelegt und stieß bei den Besuchern auf große Resonanz. Der Skulpturenweg soll daher auch in diesem Jahr beibehalten werden. Einige Werke hat die Gemeinde Essingen bereits erworben, einige gemietet. Die meisten der für die Gartenschau ausgeliehenen Objekte wurden, bis auf zwei, von den Künstlern bisher nicht zurückgefordert und abgeholt. Dank einer zweckgebundenen Spende zur Kunstpflege im öffentlichen Raum sei es nun möglich, weitere dieser Skulpturen zu mieten und zudem einen neuen Flyer zu finanzieren, informiert Wolfgang Hofer. "Der Schlosspark soll in diesem Jahr wieder ein Anziehungspunkt werden", wünscht sich der Bürgermeister.

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