Brigitte Meck lebt fürs Soziale

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Brigitte Meck war Vorsitzende des DRK Essingen, ist Leiterin der Rheuma Liga in Aalen und kümmert sich um den Förderverein Seniorenbetreuung.
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Brigitte Meck hat zwar ihren Vorsitz im DRK Essingen abgegeben, das heißt aber nicht, dass es die Rentnerin nun ruhiger angehen lässt.

Essingen. Ahoi: Brigitte Meck verlässt das DRK-Essingen-Schiff und gibt ihren Vorsitz ab. Neun Jahre saß sie am Steuerrad, lenkte den Nachwuchs in die richtige Bahn. Für die 73 Jahre alte Frau mit Kurzhaarschnitt war es der richtige Moment aufzuhören. Wobei, so richtig zur Ruhe kommt sie nicht.

Zum Gespräch bringt die Essingerin vier beschriebene Din-A-4-Seiten mit. Sie zeugen von ihrem Engagement. Von dem, was sie zwischen 1948 und 2021 alles geleistet hat. "Man muss was machen und nicht einfach nur vor der Glotze sitzen", sagt Brigitte Meck, die eine Kette mit Herzanhänger trägt - diese könnte stellvertretend für ihr soziales Engagement stehen, das 1957 auf einem Bauernhof in der Gemeinde an der Remsquelle begann. Der ältere Bruder verlor eine Hand, der Vater war krebskrank und die junge Brigitte betreute ein halbes Jahr ihren Papa. "Da bin ich im sozialen Bereich gelandet", sagt sie.

Der Wunsch, Krankenschwester zu werden, entwickelte sich. Mit 18 ging's für die Ausbildung nach Stuttgart. Danach wurde sie in den OP-Saal gesteckt - keine schönen Aussichten für die damals 21-Jährige. "Ich wollte mit Menschen zusammenarbeiten." In Aalens Krankenhaus wurde dieser Wunsch erfüllt; erst war sie in der Frauenklinik, dann auf der Inneren Station. Etwas rebellisch war Brigitte Meck bereits damals, sie machte und macht die Dinge so, wie sie diese für richtig hält. "Man musste noch Haube tragen und ich habe mir einen Verband ausgesucht, der auf der Haube groß 'evangelisch' stehen hatte" - zum Leid der katholischen Schwestern.

Tausche Haube gegen Kreide

Einige Jahre später suchte sie eine neue Herausforderung, tauschte Haube gegen Kreide. Sie ging zum Gesundheitsamt, lehrte an Krankenpflegeschulen und kümmerte sich um die Schwestern. "1850 Schwestern habe ich ausgebildet in Lehrgängen, da bin ich im ganzen Land rumgekommen", erzählt sie. Währenddessen gründete sie das Jungendrotkreuz in Essingen, arbeitete für den DRK-Landesverband und, und, und. Quasi nebenher pflegte sie ihre kranke Mutter. "Ich weiß gar nicht mehr, wie das damals alles ging", sagt sie.

Ihr "zweiter Verein", der Förderverein Seniorenbetreuung Essingen, wurde an ihrem Geburtstag, am 9. Februar 1999, gegründet. "Seither habe ich ihn am Hals", sagt die engagierte Frau und grinst.

Doch es geht noch mehr. Ihre Hauptzeit nehme die Rheuma-Liga Aalen in Anspruch. Auch dort gilt ihr Grundsatz: Menschen befähigen, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Brigitte Meck findet für jeden, der will, ein Ämtle - egal ob das Mitglied keine PC-Kenntnisse hat oder nur begrenzt Zeit.

Zeit ist ein gutes Stichwort. Die muss sich die Rentnerin gut einteilen. Ihr helfe ihr Terminkalender. Und das Prinzip: Wenn zwei Dinge gleichzeitig sind, muss man sich für eines entscheiden. Vielleicht sind es auch die Hobbys, die der 73-Jährigen Kraft für ihr Engagement geben. Sie unternimmt gerne etwas mit Freundinnen und Freunden und spielt Veehharfe. "Das brauche ich für mich", sagt sie.

Wir wünschen ihr weiterhin Rückenwind.

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