Bürger und Unternehmen für Bahnhalt in Essingen

+
Noch rauschen die Züge lediglich an dem stillgelegten Bahnhalt in Essingen vorbei. Ob dort irgendwann wieder einmal Fahrgäste ein- und aussteigen können, ist derzeit noch unklar und hängt vor allem auch von dem Fahrplan ab, der nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 Gültigkeit hat.
  • schließen

Thema in der Bürgerfragestunde des Gemeinderates. Erfreulicher Finanzzwischenbericht.

Essingen. „Wir stehen hinter dem Ansinnen der Gemeinde Essingen, auch wir treten aktiv für unseren Bahnhalt ein“, so der Sprecher der IG in der Bürgerfragestunde. Kernfrage: Wer kriegt den Bahnhalt, einer, beide, oder gar keiner? Man müsse versuchen, über den Tellerrand hinauszuschauen, so der IG-Sprecher. Er lud die Essinger Räte dazu ein, eine tiefere Diskussion zu führen über Ökologie und Logistik. Die Infrastruktur für einen Bahnhalt in Essingen sei vorhanden.

„Uns reicht ein Bahnhalt mit Automat“, sagte Bürgermeister Hofer. Dieses Thema müsse jetzt auch auf die Agenda der Verwaltungsgemeinschaft Aalen-Essingen-Hüttlingen. Essingen dürfe nicht außen vor bleiben. Man habe ein von der Deutschen Bahn besetztes Stellwerk mit Bahnwärter und rundum die Uhr besetzt. „Jetzt gilt es, die Planungen für Essingen zu puschen“, so Hofer. Es gelte, die Vernunft in den Vordergrund zu stellen und „nicht ‚Utopisches wie Seilbahnen über der B 19.“

Man würde begrüßen, wenn Essingen auch das Anliegen der Weststadt unterstütze, so der dortige IG-Sprecher. Bürgermeister Hofer sprach salomonisch von einer „Interessengleichheit über die Grenzen hinaus.“ Jürgen Richter unterstrich, dass die Unternehmer vom Gewerbegebiet „Streichhoffeld“ das Ansinnen pro Bahnhalt unterstützten.

„Forst weiter forcieren“

Margit Schoffer proklamierte die Interessen der Forster. Ein Bahnhalt in Essingen werde mehr Verkehrsbelastung für den Teilort Forst bringen. Deshalb müsse man „die Forster Themen“ wie Radweg, Lärmbelästigung und 30er-Zone forciert verfolgen. Es sei eine starke Verkehrsbelastung von Norden zu erwarten In diesem Zusammenhang erwähnte Bürgermeister Hofer, dass man in Sachen Radwegplanung „Rauental“ bereits mit der Stadt Aalen im Gespräch sei.

Corona-Jahr gut überstanden

Im Finanzhaushalt wurden für Investitionen insgesamt 7, 241 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen noch die gebildeten Haushaltsübertragungen aus dem Vorjahr mit 5,78 Millionen Euro, so dass laut Zahlenwerk des Kämmerers für Investitionen etwas über 13 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Bislang wurden Investitionszahlungen von etwas über drei Millionen Euro geleistet. Die Erweiterung des katholischen Kindergartens St. Christophorus stelle für den Gemeindehaushalt die größte Einzelinvestition im Haushaltsjahr 2021 dar. Hier sei noch ein Budget von 1,49 Millionen Euro vorhanden. Da die Inbetriebnahme ab Herbst vorgesehen sei, werde fürs zweite Halbjahr ebenfalls mit größeren Mittelabflüssen gerechnet. Für den Heubacher Weg und Böhmenkircher Weg in Lauterburg stehen noch gut 450 000 Euro zur Verfügung. Auch hier erwarte man im zweiten Halbjahr noch deutliche Mittelabflüsse, da bislang im Haushaltsjahr 2021 lediglich 6280 Euro ausbezahlt wurden.

Für die Sanierung des Regenüberlaufbeckens in Forst wurden insgesamt 425 000 Euro finanziert. Die Maßnahme, so Waibel, solle nun im zweiten Halbjahr angegangen werden. Für den Grunderwerb habe man bislang 245 000 Euro ausgegeben, so dass noch zirka 1,58 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Den Schuldenstand des Kämmerei-Haushalts zu Beginn des Haushaltsjahres bezifferte Waibel auf 450 565 Euro. Aufgrund der Tilgungsleistungen werde sich dieser bis Jahresende auf voraussichtlich 334 000 Euro reduzieren. Da nicht alle Investitionen realisiert wurden, rechnet der Kämmerer damit, dass „eine Kreditaufnahme voraussichtlich nicht erforderlich sein wird.“

„Lage besser als gedacht“

Unter Corona-Bedingungen betrachtet könne man durchaus von einer Punktlandung sprechen, kommentierte Helmut Borst.

„Die Lage ist besser als gedacht“, sagte Dr. Dieter Bolten. Man habe das Corona-Jahr 2020 gut überstanden. Bürgermeister Hofer räumte ein, dass der Rucksack anstehender Maßnahmen groß sei. Allerdings müsse man für die Zukunft ausgerichtet in puncto Kalkulation auf der sicheren Seite sein. Lothar Schell

Zurück zur Übersicht: Essingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare