Das Schützenhaus in Schuss bringen

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Joachim Poloczek vor der 100-Meter-Bahn. Der Schützenverein in Essingen ist der einzige Verein im Ostalbkreis mit einer unterirdischen Bahn dieser Art, wie der zweite Vorsitzende sagt.
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Eine neue Schießverordnung macht den Umbau des 1959 errichteten Schützenhauses auf der Oberburg nötig. Joachim Poloczek zeigt bei einem Besuch, was alles ansteht.

Essingen

Mit einem Runzeln auf der Stirn steht Joachim Poloczek im Bunker, wie er die unterirdische 100-Meter-Bahn auch nennt. Der zweite Vorsitzende von Essingens Schützenverein befindet sich kurz vor den Zielscheiben und zeigt auf fingerdicke Löcher in den Baustahlplatten darüber. „Das sollte nicht sein, aber es gibt gute und schlecht Schützen“, sagt er.

Die Platten sind ein Grund für seine Miene. Denn: Sie müssen ausgetauscht werden. Und das wird teuer. Etwa 13 000 Euro kostet die Neuanfertigung aus Spezialstahl, wie Poloczek bilanziert. Nötig mache den Umbau die neue Schießstandverordnung des Bundesinnenministeriums. Diese umfasst weit mehr als diese Maßnahme.

Der Vorsitzende zeigt auf eine kleine Lüftung in der dicken Betondecke, die 1959 gebaut wurde. „Die Lüftung entspricht nicht mehr den Richtlinien“, erklärt er. Eine komplett neue Anlage müsse her, und zwar an allen drei Schießständen. Denn: Nach dem Abschuss fliege der Geschossaustritt den Schützinnen und Schützen entgegen, eigentlich sollte dieser abziehen. „Ein Sog vom Schützen in Richtung Abluft ist nötig.“ Dafür müssen neue Zu- und Abluftanlagen inklusive Filter installiert werden. „Die jetzige Lüftung ist ein Spielzeug dagegen“, sagt Poloczek. 57 000 Euro kosten die neuen Anlagen, wie der Vorsitzende bilanziert, während er vom Ende der 100-Meter-Bahn in Richtung Eingang geht.

Geschossen wird in Essingens Schützenverein eigentlich dreimal in der Woche. Corona wegen steht der Betrieb still. Der Umbau soll so schnell wie möglich starten. „Der Betrieb muss nach Corona weitergehen, dem Verein fehlt sonst Geld.“ Poloczek rechnet mit einer Bauzeit von einem viertel Jahr und Gesamtkosten von 92 000 Euro. 8300 Euro gibt's von der Gemeinde und 27 600 Euro Zuschuss des Württembergischen Landessportbunds. 600 Stunden Eigenleistung wollen die Vereinsmitglieder erbringen.

Der Vorsitzende ist nun im Raum nebenan, in dem mit der Luftpistole geschossen werden kann. Dort müsse etwa der Teppichbelag auf der Brüstung mit einer wischfesten Unterlage ersetzt werden – zusätzlich zur neuen Lüftung.

2018 festgestelllt

Festgestellt wurden die Mängel übrigens bei einer Schießstättenprüfung 2018. An der Renovierung der Anlage führe kein Weg vorbei, sagt der Vorsitzende. „Wir haben ja auch eine Verantwortung für unsere Mitglieder“, betont er, verlässt die beiden unterirdischen Schießstände und geht über die Treppe ins Erdgeschoss. Poloczek hofft nun, dass der Schützenverband den Umbau freigibt. Dann kann das Schützenhaus in Schuss gebracht werden. Und dann verschwindet hoffentlich das Runzeln auf der Stirn des zweiten Vorsitzenden.

92 000 Euro kostet der Umbau.

600 Stunden Eigenleistung erbringen die Mitglieder.

8300 Euro Zuschuss gibt es von der Gemeinde und 27 600 Euro vom Württembergischen Landessportbund.

Der Betrieb muss, nach Corona weitergehen, dem Verein fehlt sonst Geld.“

Joachim Poloczek, zweiter Vorsitzender Schützenverein

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