Das wohl kleinste Museum Essingens

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Dietmar Wiech ist stolz auf das neu entstandene Imkereimuseum in Essingen
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Mitglieder des Vereins Bienenschaugarten Essingen haben das Imkereimuseum aufgebaut. Was es in der sechs Quadratmeter großen Hütte zu sehen gibt.

Essingen

Dietmar Wiech steht im vermutlich kleinsten Museum Essingens. Um die eigene Achse können sich der Imker und sein Besuch in der sechs Quadratmeter großen Hütte gerade so drehen, mehr ist nicht drin. Macht aber nichts. Eine Pirouette reicht, um in die Welt der Imkerei abzutauchen.

Im Museum zeigen die Mitglieder des Vereins Bienenschaugarten Essingen, wie das Handwerk früher ausgeübt wurde. Nach dem Motto: Imkerei im Wandel der Zeit.

Ursprünglich stand die Hütte, die an ein Hexenhaus erinnert, in Hermannsfeld. Vor etwa 80 Jahren hat darin ein Bauer Bienen gehalten und Honig produziert. Die Besitzer, Familie Ritter, brauchten das Haus nun nicht mehr und boten dieses dem Verein an. „Für uns ist das eine Goldgrube“, sagt Vorsitzender Dietmar Wiech. Denn dort lagerten sämtliche Werkzeuge aus den 1940er Jahren . In 200 Arbeitsstunden bauten die Vereinsmitglieder die Hütte ab, transportierten sie in den Schaugarten und bauten sie dort originalgetreu wieder auf. Rauchgeräte, Bienenkörbe, Wabenschränke und ein Fass mit altem Honig – das und mehr gibt's im Museum zu entdecken. Auch Bienenwohnungen, die die Firma Stöcker aus Essingen produzierte, sind ausgestellt.

Wie hat sich das Handwerk in den vergangenen 80 Jahren verändert? „Früher haben die Bienen in Bienenkörben in dieser Hütte gewohnt“, erklärt Wiech. Inzwischen stehen die Bienenstöcke im Freien. Das habe einen praktischen Grund: „Um die Varroamilbe zu behandeln, die es seit den 70ern hier gibt, müssen die Bienen brutfrei sein. Das geht nur, wenn es kalt ist“, erklärt Wiech und blickt aus dem Museum in den Garten, dort stehen etwa 20 Bienenstöcke.

Noch etwas ist anders: Honig habe der Imker damals direkt im Bienenhaus geschleudert. Damit die herumschwirrenden Insekten den Imker nicht stören, gab's Schlitze an den Fenstern – auch im Häusle im Schaugarten sind diese verbaut. „Die Bienen konnten dadurch ins Freie fliegen. In die Hütte kehrten sie nicht mehr zurück, weil es dort dunkel war“, so der Fachmann. Im 21. Jahrhundert werden die Insekten und der Honig getrennt. Dieser wird aus Hygienegründen in einem extra Raum geschleudert, wie Wiech betont.

Ohne Schutz damals die Hütte betreten? Das haben wohl die wenigsten Imker gemacht. „Die Bienen waren Kampfbienen und nicht so zahm wie heute.“ Durch Fortschritte in der Züchtung hat sich das geändert. Wiechs Buckfastbienen etwa sind sanftmütig, auf einen Imkeranzug kann er daher verzichten.

Was sich noch alles im Laufe der Zeit verändert hat, das lässt sich bei einem Besuch im Bienenschaugarten erfahren. Von Mai bis September ist dieser jeden ersten Samstag im Monat geöffnet. Dem Verein liege es am Herzen, Historisches zu erhalten, betont der Imker und geht mit einem großen Schritt aus Essingens vermutlich kleinstem Museum.

Der Bienenschaugarten hat von Mai bis September jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Mitglieder geben Führungen. Der Eintritt ist frei. Der Verein freut sich über eine Spende.

"Wir wollen zeigen, wie man früher geimkert hat und wie man heute imkert.“

Dietmar Wiech Vorsitzender Bienenschaugarten
Etliche alte Werkzeuge aus dem Imker-Alltag sind sich im Museum in Essingen
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Der Blick aus dem kleinen Museum heraus zeigt die Imker-Anlage in Essingen.
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Eine alte Honigschleuder.
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