Dauercampingverbot: Er klagt dagegen

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Alexej Orlopp im Sommer 2020 auf dem Campingplatzgelände in Lauterburg. „Ab Mitte Mai war Campen vergangenes Jahr erlaubt“, erinnert sich der Pächter. Aktuell herrscht auf dem Areal Leere. Archivfoto: maro
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Platz für 170 Dauercamperinnen und- camper gibt's auf Lauterburgs Campingplatz. Corona wegen dürfen diese das Areal nicht nutzen. Alexej Orlopp will etwas dagegen unternehmen.

Essingen-Lauterburg

Dass Camping auch in Coronazeiten sicher ist, davon ist Alexej Orlopp überzeugt. Der Pächter des Campingplatzes in Lauterburg hat sich daher mit 13 anderen Betreiberinnen und Betreibern aus Baden-Württemberg zusammengeschlossen und vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gegen das Dauercampingverbot geklagt.

Platz für 170 Camper und 60 Kurzeit-Touristen gebe es auf dem fünf Hektar großen Areal – das entspricht der Fläche von 40 olympischen Schwimmbecken. „Die Plätze sind nie gleichzeitig belegt“, betont der Pächter. Um diese Jahreszeit seien ohne Pandemie durchschnittlich etwa fünf bis zehn Familien vor Ort.

Dauercamperinnen und -camper seien autark. Sie hätten ein eigenes Bad und müssten nicht zwingend in die Gemeinschaftsräume und Sanitäranlagen. „Sie nutzen den Wohnwagen wie ein Gartenhäusle, das ist wie eine eigene Wohnung“, betont Orlopp, der seit 2017 Pächter des Platzes ist. Dazu komme, dass viele daheim in einer schweren Situation seien. Sie hätten etwa eine kleine Wohnung oder keinen Balkon. „Die psychische Belastung ist immens. Das hier ist ein Fleckchen im Grünen für die Dauercamper“, sagt Orlopp.

Sie nutzen den Campingplatz“

Alexej Orlopp, Pächter

Und was erhofft sich der Pächter von der Klage? „Im Idealfall, dass die Plätze für Dauercamper geöffnet werden. Das würde dann für alle Campingplätze in Baden-Württemberg gelten.“ Er hoffe, dass die Politikerinnen und Politiker darüber nachdenken, Ferien im Freien zu erlauben. Und: dass die Regeln in allen Bundesländern gleich sind. „In manchen Bundesländern ist Dauercampen erlaubt. Im Sinne der Gleichbehandlung wünsche ich mir das auch für Süddeutschland.“

Auf Lauterburgs Campingplatz gibt's ein Hygienekonzept, das bereits in der vergangenen Saison zum Einsatz kam. „Wir haben Desinfektionsspender an allen Eingängen, die Türgriffe auf Unterarmbedienung umgebaut, Einweghandtücher und mehr“, sagt Orlopp. Das DRK hätte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult. „Wir können Corona-Schnelltests durchführen.“

„Keine verhältnismäßige Maßnahme“

Die Klage wurde am Verwaltungsgerichtshof in Mannheim eingereicht. 14 Campingplatzbetreiber aus Baden-Württemberg beteiligen sich laut dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) daran. „Das Verbot von Dauercamping ist keine verhältnismäßige Maßnahme zur Eindämmung des Infektionsgeschehens“, so der BVCD. „Aufgrund der derzeit hohen Anzahl an Klagen gegen geltende Corona-Regeln konnte das Gericht zunächst keine Auskunft zu den mit der Klage verbundenen Fristen geben“, teilt die Deutsche Presse Agentur dazu mit. Laut Staatsministerium Baden-Württemberg sind Übernachtungen nur für Dauercamper mit Erstwohnsitz gestattet.

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