Den Wald fit machen für die Zukunft

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Waldbegehung mit Forsteinrichter Matthias Wenzel (mitte), Vertretern von Forstbehörden und Mitgliedern der Realgenossenschaft Essingen. Mit dabei: Vorstand Heinz Kolb (li.) und Verwaltungsrat Arthur Ulrich.
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Die Planung für die Bewirtschaftung des Realwaldes in Essingen ist für die nächsten zehn Jahre abgeschlossen. Diese Bäume können dem Klimawandel standhalten.

Essingen

Wie gelingt es, gut zu wirtschaften und den nachfolgenden Generationen einen gesunden Wald zu übergeben – und dies vor dem Hintergrund des Klimawandels? Das ist Thema der sogenannten Forsteinrichtung, ein Planwerk, das den Waldzustand beschreibt, die Waldentwicklung analysiert und die notwendigen Maßnahmen für die weitere Bewirtschaftung vorsieht.

Die Planung für die Bewirtschaftung des Realwaldes in Essingen ist für die nächsten zehn Jahre abgeschlossen. Forsteinrichter Martin Wenzel stellte das Planwerk am Montagabend in einer ausführlichen Präsentation im Essinger Gasthof „Rose“ vor.

Etwa vier Wochen war der Forsteinrichter mit Revierförster Bernhard Naderer im Vorfeld unterwegs durch den 1300 Hektar umfassenden Realwald. Er hat für jeden Bestand (Waldstücke mit Bäumen gleicher Art und gleichen Alters) eine Zustandsbeschreibung vorgenommen, Baumartenanteile bestimmt sowie den Holzvorrat gemessen und geschätzt. Zudem einen Plan erstellt, wo zukünftig eingeschlagen, gepflanzt oder gepflegt werden soll.

Bäume und die Klimakrise

Die Ergebnisse finden sich im Planwerk wieder. Der Wald verfüge über ein ausgeglichenes Altersklassenverhältnis der Bäume, stellte Matthias Wenzel fest. Am häufigsten vertreten seien die Fichte mit 46 Prozent und die Buche mit 37 Prozent. Laubbäume machen 51 Prozent aus, Nadelbäume 48 Prozent, darunter ist erstmals die Douglasie mit einem Anteil von einem Prozent, wie Wenzel sagte. Angesichts des Klimawandels prophezeite Wenzel: „Es wird nicht so bleiben.“ In Prognosen werde die Fichte als wenig geeignet für die Zeit in 50 Jahren angesehen, allenfalls als Mischart. Das Szenario für die Buche fällt positiver aus. „Mit der Buche kann man auch in Zukunft noch arbeiten“, sagte Wenzel. Was also tun? „Die Baumpalette erweitern und den Wald so breit wie möglich aufstellen“, so der Experte. Lärche, Tanne und Douglasie anpflanzen und auch mit der Zeder experimentieren. Ebenso bei Laubbäumen, die besser mit der Wasserknappheit umgehen können, auf Vielfalt setzen, etwa mit Roteiche und Kirsche.

„Das Thema Klimawandel hat in der letzten Forsteinrichtung vor zehn Jahren noch keine Rolle gespielt“, sagte Realgesossenschafts-Vorstand Heinz Kolb. Er nannte wichtige Ziele für den Realwald: Die Wirtschaftsweise solle auf einen positiven Ertrag ausgerichtet bleiben, auch um Arbeitsplätze zu erhalten. Dem Anbau trockenresistenter Baumarten, den sogenannten Fremdländern, wolle man Raum geben.

„Sie arbeiten schon lange konsequent und zielgerichtet“, bescheinigte Klaus Schuler von der Forstdirektion Freiburg der Essinger Realgenossenschaft. Die anwesenden Verwaltungsräte stimmten dem auf zehn Jahre angelegten Planwerk zu.

Der Sitzung ging eine mehrstündige Waldbegehung voraus.

Mit der Buche kann man auch in Zukunft noch arbeiten.“

Martin Wenzel, Forsteinrichter

Bäume pflanzen: auf Vielfalt setzen

Diese Bäume können laut Forsteinrichter Martin Wenzel mit dem sich verändernden Klima umgehen.
Lärche, Tanne, Douglasie und Zeder. Bei Laubbäumen, die besser mit der Wasserknappheit umgehen können, auf Vielfalt setzen, etwa mit Roteiche und Kirsche.

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