Die neue Leiterin heißt Brigitte Borst

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Brigitte Borst und ein ehrenamtliches Team werden die Bibliothek im Rathaus zukünftig führen. Zunächst steht die Renovierung an. 
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Die Essinger Bürgerbibliothek soll neu ausgerichtet werden. Dafür wurde eine Teilzeitstelle eingerichtet. Welche Pläne und Ideen es gibt.

Essingen

Ich liebe Bücher“, sagt Brigitte Borst, „für mich ist Lesen wie Urlaub.“ Und sie möchte andere davon begeistern. Mit einer Menge Pläne und Ideen im Hinterkopf hat die 54-Jährige jetzt ihre neue Aufgabe angepackt: Seit Mai ist Brigitte Borst für die 30 Jahre alte Essinger Bürgerbibliothek verantwortlich, die bisher von sechs ehrenamtlich tätigen Frauen betreut wurde.

Nun soll der Raum im Rathaus grundlegend renoviert und neu eingerichtet werden. Der Medienbestand wird überarbeitet und die Ausleihe digitalisiert.

Während ehrenamtliche Helferinnen die Bücherregale für die Renovierung leerräumen und nebenbei manches gleich aussortieren, erzählt die neue Leiterin, wie sie die Bibliothek für große und kleine Bücherfreunde attraktiv machen will.

Die Regale sollen weiß gestrichen und nicht vom Boden bis zur Decke mit Büchern vollgestellt werden. „Um Luftigkeit und Leichtigkeit zu schaffen“, erklärt Brigitte Borst und damit der kleine Raum eine freundliche Ausstrahlung bekomme. Neu ist der abgetrennte Sitzbereich mit Sofas und Sesseln, Kaffeemaschine und Getränken auf Spendenbasis. Denn die Bibliothek soll mehr als eine Bücherausleihe sein: „Hier soll sich ein Treffpunkt entwickeln“, sagt die engagierte Essingerin. Damit will sie am Nachmittag vor allem Kinder anlocken. Neu ist die Öffnungszeit am Freitagvormittag, um besonders Erwachsene anzusprechen.

Die gelernte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und Bürokauffrau ist in der Ganztagsbetreuung der benachbarten Parkschule tätig. Ihr liegen die Kinder am Herzen. Die möchte sie für Bücher gewinnen. „Kindern, die nicht lesen, entgeht so unheimlich viel: die Möglichkeit abzuschalten und Fantasie zu entwickeln“, ist sie überzeugt. „Lesen ist der Schlüssel zur Bildung“, ergänzt sie. Deshalb plant sie auch Lesepatenschaften und Programme zur Leseförderung in Schule und Kindergärten vor Ort. „Wir wollen nach außen gehen, damit die Kinder uns kennenlernen. Die kommen ja nicht von allein“, sagt Brigitte Borst. Für erwachsene Leser möchte sie Autorenlesungen und Literaturkreise anbieten.

Hier soll sich ein Treffpunkt entwickeln“

Brigitte Borst, Leiterin der Bibliothek

Großer Teil Ehrenamt

Mit der neuen Leiterin hält auch die Digitalisierung Einzug in die Bürgerbibliothek. Die bisherige Ausleihe erfolgte mittels Karteikarten, zukünftig wird dann jedes Buch gescannt.

Derzeit ist die Essingerin mit 15 Wochenstunden angestellt, nach zwei Monaten werden es zehn Stunden sein. Der Vertrag ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Förderanträge schreiben, Telefonate mit der Fachstelle für kommunale Bibliotheken führen und der Austausch mit anderen Einrichtungen etwa über die passende Software – schon jetzt sei der Arbeitsaufwand deutlich höher als eingeplant, sagt Brigitte Borst. „Da ist ein großer Teil Ehrenamt dabei.“ Deshalb ist sie auch für die Frauen und Männer dankbar, die bei der Bibliotheksarbeit mithelfen wollen. 16 Ehrenamtliche haben ihre Unterstützung zugesagt.

Wenn die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, kann die neu gestaltete Bibliothek wieder öffnen, spätestens aber zum Schulstart im September. Wer bis dahin Lesefutter braucht, kann sich am Bücherregal vor dem Rathaus bedienen.

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