Ein magischer Gruß von Hannes Münz

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Die "Drei Nymphen" von Hannes Münz im Essinger Schlosspark sind eine Schenkung der Familie Auchter. Der Platz im Park war freigeworden, nachdem eine andere Skulptur abgebaut worden war.

Das Kunstliebhaber-Ehepaar Eva Maria und Karl-Heinz Auchter haben den Nachlass des Aalener Künstlers geerbt. Wie der Essinger Schlosspark davon profitiert.

Essingen

Der Essinger Schlosspark hat Damenbesuch bekommen: drei weibliche Wesen, grazil und elegant. Aus der Ferne scheint es, als würden sie über die Wiese schweben. In ihrer kräftigen Farbigkeit sind die zweidimensionalen Stahlskulpturen jedoch nicht zu übersehen.

Die "Drei Nymphen", die sich seit Kurzem im Schlosspark tummeln, sind ein Werk des 2018 verstorbenen Künstlers Hannes Münz. Dass sie jetzt im öffentlichen Raum zu sehen sind, ist Eva Maria Auchter zu verdanken. Die Kunstliebhaberin aus Aalen verbindet eine langjährige Freundschaft mit dem Maler. Sie hat ihm Modell gestanden – und seinen künstlerischen Nachlass geerbt. "Das kam ziemlich überraschend", sagt die 61-Jährige, "wir haben über vieles geredet, aber er hat niemals davon gesprochen, mir die Kunst zu überlassen."

Eva Maria Auchter und ihr Mann Dr. Karl-Heinz Auchter sind leidenschaftliche Kunstliebhaber und -sammler: "Wir leben mit unserer Kunst", sagt sie. Für die umtriebige Aalenerin ist es daher eine Familienaktion, den Nachlass zu sichern und zu heben, auch die Töchter sind involviert. Wichtig ist Auchter, die Werke von Hannes Münz in der Öffentlichkeit zu präsentieren: "Damit er nicht vergessen wird."

Erinnerung an die Bretagne

Bei der Sichtung kamen die Skizzen mit den Nymphen zutage. "Sind als Schattenfiguren konzipiert, hätte selber auch Interesse daran", zitiert Auchter eine Notiz des Künstlers, der die Ausführung seiner Entwürfe nicht mehr realisieren konnte.

Damit Hannes Münz nicht vergessen wird.

Eva Maria Auchter Kunstliebhaberin

Das hat dann Eva Maria Auchter in die Hand genommen. "Es lag ihm am Herzen", erinnert sie sich. Eine ihrer Töchter, sie ist Grafikerin, hat aus der gemalten Skizze eine Datei erstellt. Per Laser wurde der ein Zentimeter dicke Stahl in Form geschnitten. Durch entsprechende Pulverbeschichtung erhielten die "Drei Nymphen" ihre Farbe.

Der Titel stamme nicht von Münz selbst, erzählt Auchter, "den haben wir uns ausgedacht." Eine Erinnerung an das Landhaus in der Bretagne, wo der Künstler ein Atelier hatte, umgeben von Fluss, Wald und Wiesen. "Eine magische Landschaft mit Nixen und Nymphen, das hat ihn inspiriert."

Mit einem 20 Zentimeter großen Modell ging die Kunstfreundin auf Bürgermeister Wolfgang Hofer zu und stieß auf offene Ohren. Erst dann wurden die überlebensgroßen Figuren produziert und der Gemeinde übergeben. Als Schenkung. "Das bezahlen wir", betont Eva Maria Auchter, "wir wollen kein Geld mit dem Nachlass machen."

Wolfgang Hofer freut sich, dass ein weiteres Kunstwerk dauerhaft in den Schlosspark einziehen konnte. "Wir sind der Familie Auchter dankbar für die Schenkung", so der Bürgermeister.

Eva Maria Auchter und ihr Mann Karl-Heinz Auchter.

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