Ein Treffen mit Diptera im Park

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Die Figur "Flux".
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Eigentlich sollten im November einige Skulpturen aus Essingens Schlosspark verschwinden. Doch dann kam Corona. Nun bleiben die Werke dort ein weiteres Jahr.

Essingen

Andreas Futter ist ein Spaßvogel", sagt Dietmar Schmid, als er vor "König im Handstand" und "Ikarus" bei den Remsterrassen steht. Futters Skulpturen sind Teil von Essingens Skulpturenschleife. Elf Bildhauer haben im und um den Park herum ihre Werke ausgestellt. Eigentlich wären einige der Plastiken im November verschwunden, da es Leihgaben der Künstler sind, wie Schmid sagt. Doch dann kam Corona, und "die Skulpturen sind einfach hier geblieben". Ein weiteres Jahr bleiben die Werke dem Park nun erhalten, da die Gemeinde nochmals die Leihgebühr bezahlt habe. Grund genug, die Skulpturenschleife mit Schmid, der selbst Künstler ist, zu besuchen.

Wie kam's dazu?

Eine Frage vorab: Wie kam es überhaupt zu der Schleife? Der Bildhauer Christoph Traub sei für das Angebot verantwortlich. Er habe ein Bildhauersymposium in Essingen während der Remstal-Gartenschau initiiert. An 16 Tagen haben vier Künstlerinnen und Künstler bei den Remsterrassen aus grobem Stein Skulpturen geformt. Die vier Werke, die dabei entstanden, wurden durch Leihgaben und Ankäufe zu 20 Kunstwerken ergänzt und sind in der Gemeinde an der Remsquelle ausgestellt.

Doch zurück zur Schleife. Dietmar Schmid geht zu der Arbeit von Jo Kley, die bei den Remsterrassen steht. "Er ist ein Meister", sagt Schmid und zeigt auf die "Leiter" aus Kalkstein, die Kley während des Bildhauersymposiums in Essingen im vergangenen Jahr gemacht hat. Von dort fällt Schmids Blick auf "Dreiklang" von Christoph Traub. Die Figur erinnert Schmid an ein Herz, das in der Region für Leben sorgt. "Die Skulptur soll auf den neuen Kreisel an der B29 auf Höhe des Essinger Bahnhofs kommen", erklärt der Künstler, dessen Werke "Frühstück im Grünen" und "Aphrodite" Teil der Schleife sind.

Über den Schotterweg geht Schmid bergauf, vorbei an den Remsterrassen in Essingens Schlosspark. Raphael Beils Skulptur "Flux" (siehe Foto) sticht dort ins Auge. "Ich kann beim Anblick dieser Skulptur nur staunen. Er geht mit Granit um, als wäre es Knetmasse", gibt Schmid zu, der alle ermutigt, einmal bewusst die Schleife abzugehen.

Was ist denn das Besondere an dem Angebot in Essingen? "Dass namhafte Bildhauer hier ihre Skulpturen ausstellen, die sonst nur in Metropolen und nicht in einem Dorf zu sehen sind", sagt der Künstler.

Ich kann beim Anblick dieser Skulptur nur staunen.

Dietmar Schmid Künstler

Einmalige Komposition

Angetan haben es Schmid auch die Werke von Christoph Traub mit dem Namen "Diptera" (siehe Foto). Die drei Skulpturen seien eine einmalige Komposition, in der Parklandschaft, sagt Schmid und begutachtet das Werk seines Kollegen genau.

Weiter geht der Spaziergang mit Schmid durch Essingens Schlosspark – wie die übrigen Figuren aussehen, kann jeder und jede bei einem Besuch des Parks selbst herausfinden.

Wer mehr über die Kunstwerke direkt vor Ort erfahren will, findet weitere Informationen im Flyer, der am Eingang des Schlossparks in Essingen zu finden ist.

"Ikarus" von Andreas Futter.
Für Dietmar Schmid ist das Werk "Diptera" von Christoph Traub eine "einmalige Komposition".

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