Einsatz bei Hitze in Essingen: So geht es den Feuerwehrleuten am Tag danach

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Drei hochaufgeschichtete Haufen Hackschnizel und Altholz brennen am Dienstag bei einer Recycling-Firma in Essingen.
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Wie es ist, bei über 30 Grad ein Feuer zu bekämpfen und was die Polizei zur Brandursache sagt.

Essingen

Sven Langer hat nicht geschlafen. Es ist Mittwochvormittag, 10 Uhr, und der Essinger Feuerwehrkommandant ist gerade auf dem Weg ins Bett. Tags zuvor, am Dienstag, 14 Uhr, sind die Kameradinnen und Kameraden zum Einsatz gerufen worden. Großbrand beim Recycling-Unternehmen Ritter. Drei hoch aufgeschichtete Haufen Hackschnitzel und Altholz sind in Brand geraten. Die Wehren aus Essingen, Lauterburg, Mögglingen, Ellwangen und Aalen rückten mit mehr als 60 Einsatzkräften und 14 Fahrzeugen aus.

Der Einsatz dauert den ganzen Nachmittag, den ganzen Abend, die ganze Nacht. Am Mittwochvormittag sind laut Langer immer noch Feuerwehrleute vor Ort zur Brandwache. "Der eigentliche Brandherd ist gelöscht", sagt der Essinger Kommandant. "Einzelne Glutnester aber können noch vorkommen." Die Feuerwehr sorgt dafür, dass solche Glutnester nicht zu einem neuen Brand führen. Weitere Kameradinnen und Kameraden sind laut Langer am Mittwochvormittag dabei, Geräte und Ausrüstung zu putzen, damit alles wieder für den nächsten Einsatz bereit ist.

Wie ist es, wenn man an einem heißen Tag wie gestern in voller Montur ein Feuer bekämpfen muss? Körperlich erschöpft sind die Kameradinnen und Kameraden, erzählt Langer. Aber es geht allen gut. Für den Fall der Fälle sei der Rettungsdienst bereit gestanden. Aber es sei nicht notwendig gewesen, Kameradinnen und Kameraden medizinisch zu versorgen. Die Feuerwehrleute im Atemschutzeinsatz an vorderster Front sind laut Langer immer nach 20 Minuten abgelöst worden. Weiter hinten hätten die Einsatzkräfte auch mal ohne Jacke arbeiten können. Für Verpflegung und Getränke sei gesorgt gewesen.

Langer lobt außerdem die umliegenden Landwirte und die Firma Gartenbau Welzel, die mit Vakuumfässern Löschwasser antransportiert haben. "Das hat gut funktioniert", sagt der Essinger Feuerwehrkommandant.

Die Polizei geht davon aus, dass sich die Holzhaufen selbst entzündet haben. Holger Bienert, Pressesprecher des Polizeipräsidiums, erläutert, dass es sich teilweise um Altholz gehandelt habe. Alte Fensterrahmen zum Beispiel. Da könne es vorkommen, dass daran noch Glasteile haften. Scheint darauf die Sonne, könne das einen Brand verursachen. Den sogenannten Brennglaseffekt nennt Bienert als Stichwort.

Es könne auch sein, dass Metallteile in den Haufen gelegen sind. Bei extremer Hitze können die Bienert zufolge anfangen zu glühen und einen Brand auslösen. "Wir haben keinen Hinweis auf Fremdeinwirkung, daher ist das die naheliegendste Lösung", sagt Bienert.  Der Schaden liegt laut Polizei ersten Schätzungen nach im hohen sechsstelligen, womöglich im siebenstelligen Bereich.

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