Essingen: Gewerbetreibende fordern Bahnhalt

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Der stillgelegte Essinger Bahnhof. Ob hier einmal Züge abfahren und ankommen, ist noch ungewiss. Ein Gutachten des Regionalverbandes soll zeigen, ob der Bahnhalt benötigt wird oder nicht.
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13 Gewerbetreibende haben sich zusammengeschlossen und Unterschriften für den Bahnhalt Essingen gesammelt. Welche Vorteile die Haltestelle aus ihrer Sicht hat.

Essingen. „Bahnhalt Essingen – JETZT“, steht auf einem Plakat am alten Essinger Bahnhofsgebäude. Im vergangenen Sommer forderten unter anderem Essingens Gemeinderatsmitglieder und die Verwaltung die Reaktivierung des Bahnhalts am Rande der Bundesstraße 29. Nun machen die Gewerbetreibenden Druck. Unternehmensvertreter von Gabo Stahl, Arnold Stahlhandel, Schlosserei Richter, Scholz Recyling & Co. – insgesamt 13 Firmen mit Sitz im Streichhoffeld – haben sich zusammengeschlossen und eine Unterschriftenliste für den Bahnhalt erstellt. Diese haben sie vor Weihnachten an Landrat Dr. Joachim Bläse übergeben.

100 bis 120 Mitarbeitende des Gewerbegebiets würden den Bahnhalt-Essingen täglich nutzen, wie Stefan Arnold, Geschäftsleiter von Arnold Stahlhandel GmbH, bilanziert – das ist etwa ein Drittel der Beschäftigten im Industriegebiet. Auch Kundinnen und Kunden der Firmen könnten per Zug anreisen, fügt Jürgen Richter, Chef der Schlosserei Richter, hinzu.

"Der Bahnhalt soll ein Gewinn für die Region sein."

Stefan Arnold Geschäftsleiter Arnold Stahl GmbH

Optimal sei die aktuelle Verkehrssituation nicht, so Arnold. „Meine Mitarbeiter stehen viel im Stau. Ein Bahnhalt bietet außer der Entlastung für den Verkehr den Vorteil, dass die Mitarbeiter pünktlich und stressfrei ankommen“, sagt Arnold, der 2012 mit seinem Unternehmen ins Streichhoffeld gezogen ist. Ausschlaggebend für die Standortwahl sei auch die mögliche Gleisanbindung gewesen. „Die Hoffnung ist groß, dass der Bahnhalt kommt.“ Dieser solle "ein Gewinn für die Region" sein.  Die Gewerbetreibenden sind sich sicher: Der Bahnhalt Essingen macht das Gewerbegebiet attraktiver. 

Seit einigen Jahren ist im Gespräch, in Hofherrnweiler eine Haltestelle für Züge einzurichten. Sind die  Unternehmensvertreter gegen einen Bahnhalt West und für einen in Essingen? "Nein", betont Richter. Denn der Ausbau des ÖPNV in Richtung Stuttgart sei wichtig.

Vor etwa einem halben Jahr haben sich die Gewerbetreibenden erstmals über die Causa „Bahnhalt“ unterhalten. „Wir haben eigentlich eine Whats-App-Gruppe wegen der B-29-Bauarbeiten gegründet und dann schnell das Thema aufgegriffen“, erklärt Richter, der im Essinger Gemeinderat sitzt. Und wie geht’s nun weiter? „Wir halten weiterhin Kontakt mit Essingens Gemeindeverwaltung und warten das Gutachten des Regionalverbandes ab“, sagt Richter. Die Unterzeichner hoffen, dass sich in den kommenden vier bis fünf Jahren, spätestens nach dem Ausbau der B 29, etwas tut in Sachen Bahnhalt Essingen.

Der stillgelegte Essinger Bahnhof. Ob hier einmal Züge abfahren und ankommen, ist noch ungewiss. Ein Gutachten des Regionalverbandes soll zeigen, ob der Bahnhalt benötigt wird oder nicht.
Stefan Arnold
Jürgen Richter

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