Essinger Kinder bringen Lieder und Freude ins Haus

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Senioren und kranke Menschen am Ort freuen sich über den Besuch der jungen Leute.

Essingen. Alljährlich am ersten Advent besuchen Essinger Kinder ältere und kranke Menschen zu Hause und erfreuen sie mit Adventsliedern. "Schön, dass ihr da seid, ihr Großen, ihr Kleinen und ihr ganz Kleinen", begrüßt Diakon Jürgen Schnotz am Sonntag mehr als 50 Kinder, Konfirmanden und Erwachsene in der evangelischen Quirinuskirche. Manche haben ein Instrument dabei: eine Gitarre, Trompete, Flöte oder Klarinette.

Bevor es zu den Menschen ins Dorf geht, trifft man sich zum gemeinsamen Anfang und übt Adventslieder. "Tragt in die Welt nun ein Licht" klingt es durch die Kirche. "Wir bringen den Leuten, die nicht mehr laufen können, ein Licht ins Haus", erklärt Schnotz den Kindern. Und spricht auch davon, dass sie heute vielleicht bettlägerigen Menschen begegnen werden oder solchen im Rollstuhl.

Nach einem gesprochenen Lichtsegen finden sich kleine Gruppen zusammen. Jede bekommt eine Adressliste, dazu einen Korb mit kleinen Geschenken für die Hausbesuche: die Jungscharkinder haben Teelichter gebastelt, die Konfirmanden Grußkarten geschrieben.

Dann machen sich die Kinder, jeweils begleitet von zwei Erwachsenen, auf den Weg. Zu Fuß oder mit dem Auto, denn auch die Bewohner der Außenhöfe sollen nicht vergessen werden.

Als das Pfarrerehepaar Bäuerle das Adventssingen 1998 ins Leben rief, war Jürgen Schnotz schon als Mitarbeiter dabei. Seit 2005 ist er für die Aktion verantwortlich. "Das Singen bei hausgebundenen Leuten ist ein wichtiger diakonischer Dienst. Wir wollen sie teilhaben lassen an der Adventszeit, an der Vorfreude auf Weihnachten", sagt der Diakon.

Etwa 50 Personen stehen jedes Jahr auf der Adressliste, meistens Senioren über 85. Vorher wird telefonisch angefragt, ob ein Besuch erwünscht ist. Das Adventssingen werde gut angenommen, erzählt Schnotz. "Die Menschen sind dankbar, dass man an sie denkt, und manchmal kullert auch eine Träne, wenn Erinnerungen wach werden", berichtet er.

Zwei Stunden später sind Lichter, Karten und Tannenzweige verteilt, die Gruppen trudeln im Gemeindehaus ein. Dort erwartet sie Kinderpunsch und Hefezopf. Begehrt sind auch die Süßigkeiten, die sie neben Brot-für-die-Welt-Spenden erhalten haben. "Wir kommen aber nicht zum Sammeln, sondern zum Freudemachen", betont Diakon Schnotz.

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