Gesichter der B-29-Baustelle (1)

Frank Engelhart, Herr der B-29-Baustelle

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Herr über die Arbeiten an der B29 bei Essingen, Bauleiter Frank Engelhart.
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Frank Engelhart ist Projektleiter der Megabaustelle. Sein Ziel: die B29 bis 2024 vierspurig Ausbauen. Das hat er zu tun.

Essingen

Er ist der Herr der Baustelle. Pläne? Hat er alle im Kopf. Jede Kurve, jeden Schachtdeckel – es gibt kaum ein Detail, das er nicht kennt. Seine Herausforderung: Das Projekt mit 60 bis 70 Millionen Euro Bauvolumen im vorgegebenen Zeitfenster, bis Ende 2024, abschließen.

Frank Engelharts Hauptquartier ist nicht in einem Container auf der Baustelle, sondern im Büro im Mögglinger Industriegebiet. Die Aufgabe des Bauingenieurs, kurz gesagt: „Einen möglichst reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten garantieren“, erklärt der Heidenheimer. Ausführlicher: Bauzeitenpläne der Firmen überwachen, mit Anwohnenden sprechen, Ausschreibungen vorbereiten, Öffentlichkeitsarbeit, mit dem Regierungspräsidium (RP) kommunizieren und, und, und. Ja, auch manch böser Anruf erreicht den 50-Jährigen. Etwa, wenn die Ampel auf Höhe Essingen zu lange Rot ist oder die Straßen dreckig sind. „Alle dürfen sich melden. Wir wollen die Bürger mitnehmen“, betont er.

Eine reizvolle Aufgabe

Nein, von der B-29-Baustelle träume er noch nicht. „Ich habe einen gesunden Schlaf.“ Trotzdem ist das Projekt immer Teil seines Alltags. „Man verschmilzt mit dem Thema“, sagt Engelhart, der sich die Megabaustelle am Wochenende gerne genauer ansieht.

Was reizt den RP-Mitarbeiter an dieser Aufgabe? „In einem zeitlich festgesetzten Rahmen qualitativ hochwertig zu bauen, möglichst unter Einhaltung der Kosten“, sagt der 50-Jährige. Besondere Brückenteile, tolle Entwürfe der Architekturbüros und Ingenieurskunst – am Ende muss ein mangelfreies Gesamtkunstwerk entstehen, wie Engelhart betont. Und das ist gar nicht einfach. Denn der Materialmangel ist auch beim vierspurigen Ausbau der Straße zu spüren. Schalungsholz gibt’s kaum. Die beteiligten Baufirmen hätten zum Glück Anfang des Jahres mehr Holz bestellt. Epoxidharz, ein Stoff zum Abdichten der Brückenbauwerke, ist Mangelware. Gemeinsam mit den Firmen sucht Engelhardt Lösungen. Und wenn Vorschläge der Firmen kommen, die zwar die Kosten, aber nicht die Qualität senken, dann freut das den Mann mit grau-schwarzem Haar. Schließlich gehe es um Steuergelder.

Jeden Tag düst der 50-Jährige von Mögglingen nach Essingen, auf die Baustelle. Am liebsten verschafft er sich oberhalb der Maßnahme, bei einer Baumreihe, einen Überblick über das, was getan ist und getan werden muss. Firmen ankreiden oder diesen Vorwürfen machen, das will der Bauingenieur nicht. „Wir sind ein Team“ – etwa 100 Menschen gehören dazu.

Im Büro oder draußen?

Büro oder Baustelle, wo ist der Projektleiter lieber? 60 Prozent sei er im Baubüro anzutreffen, doch sein Herz, das schlage fürs Draußensein – er ist eben der Herr der Baustelle.

Kurz erklärt – was passiert auf der B29 zwischen Essingen und Aalen? Bis Ende 2024 soll der Abschnitt vierspurig ausgebaut sein. Im ersten Bauabschnitt werden etwa die Brücken über die Gleise und die B29 gebaut und die Anschlussstelle Essingen errichtet.

Zur Serie: In den kommenden Monaten wollen wir nicht nur über den Baufortschritt des Projekts berichten, sondern Ihnen auch zeigen, wer auf der Baustelle arbeitet.

Mehr über die B-29-Baustelle: Über das Einschweben von schweren Brückenteilen an diesem Wochenende an der Baustelle bei Forst und Auswirkungen auf den Zugverkehr berichten wir in dieser SchwäPo-Ausgabe auf Seite 28, der Ostalbseite.

Herr über die Arbeiten an der B29 bei Essingen, Bauleiter Frank Engelhart.

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