Frauenpower gegen Feuersbrunst

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Gut gerüstet für den Einsatz: die Feuerwehrfrauen (v.l.) Anja Kern, Julia Borst, Annika Huber, Marie Haas und Elke Eisele.
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In Essingen und Lauterburg gibt es fünf Feuerwehrfrauen. Wie der Start gelang, was es für die Feuerwehren vor Ort bedeutet und warum es keine Sonderbehandlung gibt.

Essingen

Früher war die Brandbekämpfung ausschließlich Männersache. Das ändert sich. Inzwischen gibt es immer mehr Frauen, die bei der Feuerwehr aktiv sind. In Lauterburg ist es eine, in Essingen sind es vier.

Elke Eisele war die erste Feuerwehrfrau in Essingen. Seit 2007 ist sie dabei. Vorher war sie bereits in Mutlangen in der Jugendfeuerwehr und bei den Aktiven. Die 43-Jährige hat nach Essingen geheiratet, auch ihr Mann ist bei der freiwilligen Feuerwehr. Wie war das damals, als erste Frau unter Feuerwehrmännern? „Es hat keine Diskussionen gegeben“, erinnert sich Elke Eisele, wohl aber Vorbehalte von den älteren Mitgliedern. Das kannte sie aber aus Mutlangen, auch dort habe man sich seinen Platz als Frau erkämpfen müssen.

„Heute hat hier keiner mehr etwas dagegen“, sagt Julia Borst, eher sei man stolz auf die Frauen. Sie und Annika Huber sind dabei, seit sie 2006 in die Jugendfeuerwehr eingetreten sind. An die Kreiszeltlager vor 15 Jahren können sich beide noch gut erinnern. Es waren anfangs wenige Mädchen darunter. „Das war eine Besonderheit“, erinnert sich Annika Huber, „jetzt sind es mehr Frauen geworden und es ist eher selten, dass Feuerwehren keine Frauen haben.“

Anja Kern ist Lauterburgs einzige Feuerwehrfrau und seit 2013 Mitglied. „Am Anfang war es ein bisschen schwierig. Das hat man eben noch nicht gehabt“, sagt sie. Aber sie fühlt sich wohl. „Ein junges Team bei den Aktiven und eine eingespielte Truppe.“

Marie Haas ist mit 17 Jahren die Jüngste unter den Feuerwehrfrauen und gerade im Übergangsjahr. Wenn sie 18 ist und die Grundausbildung abgeschlossen hat, wird auch sie an Einsätzen teilnehmen.

Was bedeutet es für eine Ortsfeuerwehr, wenn Frauen dazukommen? Da braucht man zum Beispiel getrennte Umkleiden. In Essingen steht für Frauen nur der Putzraum zur Verfügung. Bei den Einsatzuniformen werden keine Unterschiede gemacht, die tragen Männer wie Frauen. Die Blusen für die Ausgehuniformen habe sie aber separat gekauft, erzählt Julia Borst. Die vorgegebenen Modelle seien wie Herrenhemden geschnitten gewesen. „Wir wollen auch schön aussehen“, meint sie augenzwinkernd.

Eine Sonderbehandlung in der Ausbildung und bei Einsätzen gibt es für die Feuerwehrfrauen nicht. Und auch wenn die Männer in der Übung mal das schwere Notstromaggregat abnehmen, im Ernstfall werden die Aufgaben zugeteilt – unabhängig vom Geschlecht.

Angst vor brenzligen Situation haben sie nicht, eher Respekt, sagen die Frauen. „Wir sind so geschult, dass man auch einschätzen kann, wenn es zu gefährlich wird“, meint Elke Eisele, selbst zweifache Mutter. Schließlich sollen alle wieder gesund zurückkommen.

Die Feuerwehrfrauen schätzen den guten Zusammenhalt im Team, die Verlässlichkeit und die Kameradschaft. Und sie freuen sich über Zuwachs: „Cool wäre es, wenn noch mehr Frauen dazukommen.“

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