Im Dialog mit seiner Wählerschaft

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Roderich Kiesewetter steht seinen Zuhörerinnen und Zuhörern Rede und Antwort.

CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter spricht in Tauchenweiler über die Bundespolitik und deren Auswirkungen in seinem Wahlkreis.

Essingen

Ich bin hier zum Zuhören, und nicht, um schön zu reden." Abgeordneter Roderich Kiesewetter (CDU) hat am Donnerstagabend die Gaststätte Tauchenweiler bei Essingen besucht. Auf dem Plan stehen außer Corona auch Themen wie Akademisierung, Ausbildung und die Zukunft der CDU.

"Kiesewetter macht Heimaturlaub, aber keine Pause”, sagt Markus Beyeler, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Essingen. Aber Kiesewetter ist gerne in Tauchenweiler, wie er bestätigt, und er nimmt sich an diesem Abend viel Zeit für seine Zuhörerinnen und Zuhörer.

"Bei uns ist nicht alles Gold, was glänzt”, stellt er zu Beginn klar und weist auf Jens Spahns unglückliche Aussage zu Beginn der Pandemie hin, als der Gesundheitsminister Corona als normale Grippe bezeichnet habe. Viel Lob hat er allerdings für die Kanzlerin übrig, der er eine kluge und ruhige Hand im Umgang mit der Krise bescheinigt. Außerdem sei Deutschland mit 14 000 Plätzen für Intensivpatienten gut vorbereitet gewesen. Zum Vergleich nennt er Italien und Frankreich, die gemeinsam auf eine solche Zahl kämen.

In knapp 30 Minuten umreißt der Bundestagsabgeordnete drei Punkte, die ihm besonders unter den Nägeln brennen. Zuerst stellt er fest, dass die Region von der Hilfe profitiert habe. "Wenn Not herrscht, dürfen nicht Investoren bedient werden, sondern die Mitarbeiter”, betont er.

Eine positive Bilanz zieht er über Investitionen der Firmen wie Varta und Co. – Firmen, die sich für neue Technologien einsetzen. "So schaffen wir die Voraussetzungen über die übliche Mobilitätsbereitschaft hinaus."

"Wir dürfen nicht nur auf Akademiker setzen”, stärkt er in seinem zweiten Punkt den Ausbildern den Rücken. Im Betrieb lerne man, Verantwortung zu übernehmen. Er sehe daher auch die Chance, für die Integration in kleineren Betrieben. Allein das Lohngefälle dürfe nicht weiter auseinanderklaffen.

"Milliarden Euro helfen nicht, wenn die Generationen immer älter werden", spricht er Punkt drei an. "Wir haben zu wenige Sorge vor der Zukunft”, legt Kiesewetter den Finger in die Wunde. Breitbandausbau, Verlässlichkeit der Bahnen und Vereinbarkeit von Familie und Job seien nur einige Punkte, die angepackt werden müssten.

In einer lebhaften Diskussion wird der Abend fortgesetzt. Neben der Ausbildung von gut integrierten Flüchtlingen, die abgeschoben werden, da das Regierungspräsidium eine Abschiebequote habe und zu der sich Kiesewetter ganz klar positioniert: "Das ist das falsche Zeichen", geht es um die Lärmbelästigung durch Motorräder, Lehrerüberforderung in Coronazeiten und die Mehrwertsteuersenkung. Auch über die CDU-Kanzlerkandidaten – "alle kommen aus nur einem Bundesland" – zeigt sich Kiesewetter kritisch. Zum Schluss spricht er über die Zukunft der CDU: "Wir müssen alle etwas dafür tun, dass sich die CDU erneuert", sagt er.

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