Im Schützenhaus wird gewerkelt

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Klaus Jablonsky, Horst Dauch und Joachim Poloczek (v.li.) und einige Mitstreiter engagieren sich seit Wochen ehrenamtlich beim Umbau. Sie freuen sich über die neuen Lüftungsgeräte.
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Einige Mitglieder des Schützenvereins Essingen engagieren sich mit bisher rund 300 Arbeitsstunden beim Umbau ihres Vereinsheims.

Essingen

Seit rund sechs Wochen, an jeweils drei bis vier Tagen, werkeln einige engagierte Mitglieder des Schützenvereins im Schützenhaus in Essingen. Denn dieses muss technisch auf einen aktuellen Stand gebracht werden, wie es eine neue Schießverordnung des Bundes verlangt. Wesentlicher Bestandteil ist eine moderne Lüftungsanlage, die die Schützen vor den Schadstoffen aus den Kugeln und den Feuerwaffen besser schützen soll. Und immer ist viel Eigenleistung verlangt.

Lüftungsgeräte schweben ein

Ein Vormittag im Schützenhaus. Gerade hat ein großer Kran der Firma Traub die zwei neuen Lüftungsgeräte, beide mehrere 100 Kilogramm schwer, über eine Böschung oberhalb des Schützenhauses vom Transportfahrzeug an die vorgesehenen Stellplätze gehoben.

Klaus Jablonsky, Horst Dauch und Vorsitzender Joachim Poloczek haben die Geräte dort an der Wand verschraubt. Eines der Geräte soll die Luft im Erdgeschoss auf der 25 Meter- und der zehn Meterbahn rein halten, das zweite Gerät die unterirdische 50- beziehungsweise 100-Meter-Bahn. Dazu haben die Männer, alle eigentlich im Ruhestand, im Vorfeld einen 1,8 Meter tiefen Schacht ausgehoben, aus dem jetzt bereits der Lüftungsschacht der unterirdischen Schießbahn herausragt, den festen Untergrund für die beiden Geräte gepflastert und betoniert. Diese Lüftungsschächte verlegen gerade Mitarbeiter der Firma ESW Luft- und Klimatechnik aus Ellwangen.

Die neue Lüftungsanlage soll mittels einer Sogwirkung die beim Schuss entstehenden Rauchgase vom Schützen weg befördern, auch das Blei am Ziel soll dann nach außen befördert und ausgefiltert werden. „So wird unser Sport für die Schützen gesünder“, ergänzt der Vorsitzende.

Eigentlich soll der Kran jetzt noch die vier alten, rund 350 Kilogramm schweren Kugelfänger aus Stahl auf einen Hänger heben – aber er hat einen technischen Defekt. In der Zwischenzeit zeigt der Vorsitzende des Vereins, was bereits alles geschafft wurde von den meist vier bis fünf Helfern des Vereins. Rund 300 Arbeitsstunden haben sie hinter sich, 600 werden es bis zur Fertigstellung aller Arbeiten werden.

Auffangen und sortieren

„Eine weitere Spezialfirma hat an den vorgesehenen Austrittsstellen Löcher in die Betonwände und Decken der verschiedenen Schießbahnen geschnitten“, erzählt er. Durch eines hatten die drei Ruheständler mittels eines Flaschenzugs die vier Kugelfänger aus der Schießbahn gehoben und die vier neuen hinuntergelassen. Das sind kistenähnliche Behältnisse aus Stahl, an einer Seite befinden sich Gummimatten. Gefüllt sind diese mit Granulat, das die Kugeln auffangen soll. „Das wird immer wieder gereinigt, die Geschosse werden aussortiert“, erklärt Poloczek. Darüber werden neue Stahlplatten montiert, damit die Schützen nicht die Betonwände oder die neuen Lüftungsschächte treffen.

Auch die Decken aller Schießbahnen werden neu abgehängt, darunter werden Kabel und Lüftungskanäle laufen, an den Schießständen neue LED-Leuchtmittel integriert.

An der 25-Meter-Bahn sind gerade zwei weitere Mitglieder mit der Decke beschäftigt. „Wir arbeiten nie alleine, immer zu zweit“, sagt der Vorsitzende. „Denn es kann immer etwas passieren.“ Im Oktober wollen sie fertig sein, dann soll der Schießbetrieb wieder starten. Derzeit schießen die Aktiven bei befreundeten Vereinen in der Umgebung. „Wir brauchen wieder Einnahmen für den Verein und die Finanzierung“, hofft Poloczek auf einen wieder geregelten Schießbetrieb.

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