Kirche, Chemie und Elodies Engagement in Unterschneidheim

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Elodie Kamenov.
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Warum die Essingerin Elodie Kamenov in Unterschneidheim ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Seelsorgeeinheit absolviert, was die 19-Jährige dabei erlebt und welche Pläne sie hat.

Essingen

Das Abitur hat sie seit Sommer in der Tasche. Mit einem Einser-Schnitt, mit Leistungskursen in Musik, Mathe und Chemie am Aalener Schubart-Gymnasium. Die Frage nach dem „wie geht es dann weiter?“ hat sich Elodie Kamenov nicht erst dann gestellt. Schließlich ist die 19-Jährige ein Tausendsassa. Sie musiziert viel, gerne und sehr gut. Begeistert sich für die Naturwissenschaften Mathe, Chemie und Physik. Und wie hat sie es mit der Religion? Die Antwort darauf beantwortet sie schnell und leicht. „Der Glaube war und ist mir wichtig, schon seit ich klein war“, sagt die Essingerin.

Da kam ein Flyer zur rechten Zeit „angeflogen“. „Meine Religionslehrerin machte mich darauf aufmerksam, dass man in Unterschneidheim ein freiwilliges soziales Jahr machen kann“, erzählt sie im Rückblick. Das passt. Elodie kann etwas Geld verdienen, kann ihre soziale Ader beweisen, der Gesellschaft einen Beitrag leisten und sich vor allem auch beruflich weiter orientieren. „Die FSJ-Stelle ist für mich ein Top-Gesamtpaket“, sagt sie, die seit ihrer Kindheit regelmäßig Gottesdienste besucht.

Für ihr Musikabitur hat sie sich ein neues Klavier gekauft. Doch musikalisch ist sie auch mit Blockflöte und Oboe unterwegs. Sogar einen Bundespreis beim Wettbewerb Jugend musiziert hat sie sich erspielt. In ihrer Freizeit ist sie unter anderem Teil des Städtischen Orchesters von Aalen. „Das ist mir wichtig und das lassen meine Aufgaben in Unterschneidheim auch zu“, erzählt Elodie, die sich spontan beworben hat und seit 1. September dort das Team der Seelsorgeeinheit um Pfarrer Francesco Antonelli unterstützt. In die Arbeitsbereiche von Pastoralreferent Hans-Christian Richter und Familienreferentin Carolin Steidle lernt sie kennen und übernimmt erste Verantwortung.

Elodies Aufgaben sind vielfältig. Sie erstellt selbst Flyer, nimmt an diversen Konferenzen teil und bereitet Familiengottesdienste mit vor. „Beim Vorstellungsgottesdienst der Erstkommunionkinder haben ich auch Klavier gespielt“, erzählt sie. Mit dabei war die ehemalige Ministrantin beim Freizeitwochenende der „Minis“. Da habe sie sich an ihre eigenen Erlebnisse erinnert und mit viel Freude ihren „Beitrag geleistet“ mit einem „Chaosspiel“ am Abend, einem Stationenlauf und einer großen Version des bekannten Brettspiels „Die Siedler“. „Dieses Freizeitwochenende hat mich voll in die Seelsorgeeinheit integriert“, stellt die 19-Jährige fest. Sie habe ihren Platz gefunden und gleichzeitig erfahren „so etwas kann ich“. Sie resümiert: „Erfolg gibt Selbstbewusstsein und hilft, sich zu orientieren.“

Elodie lässt sich leicht begeistern und brennt für das, was ihr Spaß bereitet. Etwa das Tanzen. Seit der neunten Klasse tanzt sie Standardtänze – mit viel Engagement. Wöchentlich zwei Stunden Training stehen auf ihrem Programm. „Alles, was ich anpacke, mache ich mit 120 Prozent“, sagt sie. Das gelte auch für ihre Aufgaben in Unterschneidheim. Mit kreativen Ideen will sie die Arbeit bereichern. Etwa zu Ostern eine „Ölbergwache“ realisieren; eine Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag gemeinsam mit anderen in der Kirche verbringen; sie zu gestalten mit Impulsen und Gebeten – ganz nah an Jesu Leiden. „Da sieht man die Kirche in einem ganz anderen Kontext.“

Eine wichtige Zeit ist auch der Advent, mit dem das neue Kirchenjahr am kommenden Sonntag beginnt. Elodie bereitet Familiengottesdienste im Team vor und gestaltet mit Kommunionkindern Adventsfenster.

Wohin sie ihr Weg führt? Eine Erkenntnis hat das FSJ schon gebracht: kein theologisches Studium. „Momentan favorisiere ich Chemie. Da wäre eine Stelle später in der Forschung klasse“, sagt die überzeugte Katholikin und schließt aber die Musik noch nicht ganz aus.

Elodie Kamenov macht derzeit ein freiwilliges soziales Jahr in Unterschneidheim bei der Seelsorgeeinheit.
Elodie Kamenov musiziert und tanzt gerne. Der Glaube ist der 19-Jährigen aber auch sehr wichtig.

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