Lebensretter-App und Schulung

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Marius Wentz (links) und der DRK-Ortsverein-Vorsitzende Lars Lächele zeigen einen der neuen Defibrillatoren mit der beheizbaren Box. Foto: Jürgen Eschenhorn
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Wie das Deutsche Rote Kreuz Essingen und seine Teilorte innerhalb eines „Defi-Entwicklungsplans“ flächendeckend mit „AEDs“ ausrüstet und Bürger fit im Umgang mit Defibrillatoren macht.

Essingen

Das DRK Essingen möchte die Gemeinde mit den Ortsteilen flächendeckend im Rahmen eines „Defi-Entwicklungsplans“ mit sogenannten „AEDs“  ausrüsten. Die Bezeichnung steht für „Automatisierter externer Defibrillator“.  Insgesamt sind bis 2023 elf solcher Geräte an markanten Standorten geplant, sieben  davon sind bereits installiert.

„Ein griffbereiter und schnell einsetzbarer Defibrillator erhöht die Überlebenschance massiv“, sagt Lars Lächele, Essingens DRK-Ortsvereinsvorsitzender, und Marius Wentz, beim DRK Projektleiter und Initiator des Plans. Im Kampf gegen den plötzlichen Herztod leisteten Defibrillatoren einen unschätzbaren Dienst. Laut Lächele gibt es 65 000 Tote pro Jahr durch Herzversagen in Deutschland. „Ein Beispiel war der dänische Fußballer Eriksen bei der Europameisterschaft 2021. Ohne Defi hätte er nicht überlebt“, ergänzt der Vorsitzende.

Ausgestattet werden die geplanten Standorte mit hochwertigen Geräten in einer ab fünf Grad Außentemperatur automatisch beheizten  Box, um die permanente Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Zweiter Bestandteil des Plans ist die Schulung der Bevölkerung an den einfach zu handhabenden Geräten. „Wir wollen der Bevölkerung die Hemmschwelle nehmen, denn die Geräte geben zum einen genaue Anweisungen, was zu tun ist, und analysieren erforderliche Maßnahmen selbstständig“, erläutert Wentz. So gibt das Gerät beim Öffnen bereits erste Anweisungen zum Vorbereiten des Patienten und zum Anlegen der Elektroden. Dann entscheide das Gerät, ob Herzdruckmassage und Beatmen nötig sind, und entscheidet auch, ob es selbst Stromstöße ausführt. „Ohne Eingreifen des Helfers“, betont Lächele. „Man kann also gar nichts falsch machen, es ist sehr einfach.“ 

Das DRK Essingen plant zur Schulung eine breite Ausbildung und Training in Vereinen, Gruppen oder sonstigen Veranstaltungen. Zudem plane man eine „Essinger Reanimationswoche“ und bereite eine „Lebensretter-App“ vor.  Die digitalen Medien entwickeln die Mitglieder Calista Baumstark und Pauline Opitz ideenreich und kompetent – und einfach zu handhaben.

Die App soll Helfer bei Notfällen alarmieren, den besten Weg zum Patienten aufzeigen, gegebenenfalls mit „Umweg“ zum nächsten Defi.

Der Ortsverein übernimmt in den kommenden Jahren die Wartung und Kontrolle der „öffentlichen“ Defibrillatoren. In den nächsten Tagen wird der achte bei Getränke Meyer/Norma installiert.

Wie man das DRK bei den Defis unterstützen kann

Derzeit läuft eine Crowdfunding-Aktion nach dem Motto „Viele schaffen mehr“ in Zusammenarbeit mit der VR-Bank um die nächsten beiden Defis zu finanzieren.

„Ein Gerät kostet inklusive Wartung für zehn Jahre fast 5000 Euro. Daher helfen möglichst viele Spenden“, sagt Lars Lächele vom DRK Essingen. Bis zu einem Spendenbetrag von 25 Euro verdoppelt die VR-Bank den Betrag. Für die installierten Geräte wurden rund 20 000 Euro gespendet.

Infos gibt es unter www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/defi-essingen.

⋌je

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