Gesichter der B-29-Baustelle (2)

Markus Lutz: Er hat auf der B-29-Baustelle das Wort

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Markus Lutz arbeitet bei der Firma Rossaro und ist zuständig für die Straßen- und Erdarbeiten auf der Baustelle zwischen Aalen und Essingen.
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Der 49-Jährige, der bei der Firma Rossaro beschäftigt ist, ist auf der Mega-Baustelle so etwas wie der Mann für alles.

Essingen

Er lässt Straßen verschwinden und baut sie wieder auf. Nein, ein Magier ist Markus Lutz nicht, sondern Polier. Sein Revier: die B-29-Baustelle zwischen Essingen und Aalen. Einen Teil der alten „B“ hat er seit dem Baustart im Oktober 2020 mit seinem achtköpfigen Team abgefräst und wieder aufgebaut – in Zukunft düsen dort auf zwei Spuren Autos und Brummis von Mögglingen in Richtung Aalen.

Und was macht ein Polier? Sicher nicht Bagger & Co. auf Hochglanz bringen? Der Begriff kommt vom altfranzösischen Wort „Parlier“ (Sprechen) – er ist also der Mann, der am Bau das Wort hat und die Arbeiten koordiniert. „Ich bin für den Erd- und Straßenbau zuständig“, erklärt er bei einem Baustellenbesuch. „Für fast alles außer die Brücken“, fügt der 49-Jährige hinzu.

Konkurrenz auf der Baustelle

Seine größte Konkurrentin: die Witterung. „Die hat mir schon viel abverlangt“, sagt er. Denn Regen, Erde und schwere Maschinen vertragen sich nicht gut. „Der Boden ist bei viel Regen wie Schmierseife und man ist nicht mehr Herr des Lastwagens. Die Gerätschaften gehen hin, wo sie wollen.“ Im schlimmsten Fall müssten die Arbeiten ruhen, und das versucht der Polier zu vermeiden.

Ich freue mich, wenn der Ausbau gelungen ist.“

Markus Lutz Polier

Der 49-Jährige muss immer überall sein. Und er kann vieles. Wenn ein Kollege ausfällt, dann springt er ein – der Mann für alles. Auch aushilfsweise einen 24-Tonnen-Bagger fahren geht. „Aber ich bin bei Weitem nicht so gut wie ein Baggerfahrer“, fügt Lutz hinzu, der seit 1988 auf dem Bau arbeitet.

Dinge koordinieren und beeinflussen, Entscheidungen treffen, das ist es, was dem Mann aus Herbrechtingen an seinem Job gefällt. Und wie wird man Polier? „In dem man eine Weiterbildung zum Vorarbeiter und dann zum Polier macht“, erklärt er kurz und knapp. Er wollte damals mehr Verantwortung und hatte den Eindruck, dass einige Poliere nicht so viel Fachwissen hatten wie er. „Das hat mich aufgeregt“, sagt Lutz, der eine rote Kappe trägt.

Baustellen und ihre Tücken

Obwohl er größere Baustellen bereits begleitet hat, die B-29-Baustelle ist sein bisher größter Einsatz. Aus Erfahrung weiß er: Jede Baustelle hat ihre Tücken – auch diese. Welche das sind? Das wird an dieser Stelle nicht verraten.

Bis Juni 2023 ist er auf der Baustelle, wenn alles nach Plan läuft. Dann soll der erste Bauabschnitt (von der Gärtnerei Welzel bis Essingen) abgeschlossen sein. „Ich freue mich, wenn der Ausbau gelungen ist“, sagt er. Und: Er würde gerne beim zweiten Bauabschnitt dabei sein, dafür läuft gerade die europaweite Ausschreibung.

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  • Das Vorhaben: vierspurig bis Aalen
  • Aus zwei Fahrspuren werden vier. Die B 29 hat dann eine Gesamtbreite von 26 Metern, inklusive Mittel- und Standstreifen. Bis Juni 2023 soll der erste Bauabschnitt (Gärtnerei Welzel bis Essingen) abgeschlossen sein. Die Fertigstellung der Straße ist für Ende 2024 geplant. Die Straße soll dann an die Westumgehung angeschlossen werden.
Markus Lutz ist der Polier auf der Baustelle der Anschlussstelle Essingen an die B29
Markus Lutz ist der Polier auf der Baustelle der Anschlussstelle Essingen an die B29
Markus Lutz ist der Polier auf der Baustelle der Anschlussstelle Essingen an die B29
Markus Lutz ist der Polier auf der Baustelle der Anschlussstelle Essingen an die B29
Markus Lutz ist der Polier auf der Baustelle der Anschlussstelle Essingen an die B29

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