Nach 33 Dienstjahren ist Schluss

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Helmut Wiedmann neben einer historischen Armatur, die früher ins Leitungsnetz der Landeswasserversorgung eingebaut war.

Helmut Wiedmann von der Landeswasserversorgung Betriebsstelle Essingen geht in den Ruhestand. Mit der Zeit hat sich viel verändert.

Essingen

Als Helmut Wiedmann sich 1987 bei der Landeswasserversorgung vorstellte, hieß es, man könne seine Bewerbung nur berücksichtigen, wenn er in die Betriebswohnung ziehen würde. So erzählt es der 63-Jährige, der seitdem auf dem Betriebsgelände in Essingen-Dauerwang wohnt.

Aus gutem Grund. Denn die Mitarbeiter der Landeswasserversorgung sind nicht nur tagsüber für die Überprüfung und Instandhaltung der Leitungen und Behälter zuständig – sie haben auch regelmäßig Bereitschaftsdienst, falls es nachts zu Rohrbrüchen kommt oder „wenn am Sonntag das Wasser läuft.“ Gibt es ein Problem zwischen Ellwangen, Rechberg und Oberkochen, dann meldet sich die Zentralwarte Langenau, die rund um die Uhr besetzt ist.

Eine Woche lang 24-Stunden-Bereitschaft, dann drei Wochen frei – so sah auch der Arbeitsrhythmus von Helmut Wiedmann aus. In seiner Anfangszeit gab es nur ein einziges Telefon für Wohnung und Betriebsstelle zusammen, erinnert er sich. „Und wenn man Bereitschaftsdienst hatte, konnte man kaum das Haus verlassen, weil man ja immer telefonisch erreichbar sein musste“, erzählt er. Als dann das schnurlose Telefon kam, konnte er in dieser Zeit auch mal im Garten arbeiten. „Ein Riesenfortschritt“, sagt er. Und heute mit dem Handy sei man ohnehin viel freier.

Helmut Wiedmann mag an seiner Arbeit die Vielseitigkeit. „Kein Tag ist wie der andere.“ Zweimal pro Woche kontrollierte er Schächte und Leitungen zwischen Lautern und Bargau. Das war seine Route. Früher hieß das „Streckendienst“, heute TSM, was für Technisches Sicherheitsmanagement steht. Der geprüfte Schweißer hat in der betriebseigenen Werkstatt passgenaue Rohre angefertigt und im Winter die Anlagen der Landeswasserversorgung mit dem Schneepflug freigeräumt. Das Fahren großer Maschinen war ihm vertraut. Der angestammte Essinger kommt vom Bauernhof. „Man hat Traktorfahren gelernt, bevor man seinen Namen schreiben konnte“, sagt er und lacht.

Suche nach Rohrschäden

Seit 1998 gehörte auch die Verantwortung für die Wasserversorgung in Essingen zu Wiedmanns Tätigkeit. Die Zuständigkeit für Leckortung, Wartung und Reparaturen im Ortsnetz. Das Aufspüren von Rohrschäden war ein Dauerthema. Manchmal sei man nachts losgegangen, wenn es auf den Straßen ruhiger war, und habe mit einer sogenannten „Horchdose“ in die Schächte hineingehört, um Lecks zu finden, erinnert sich der Betriebsmonteur. Da konnte er auf seine Erfahrungen zurückgreifen: Bevor er bei der Landeswasserversorgung anfing, arbeitete er 15 Jahre bei der Essinger Firma Eberhard als Installateur und verlegte Wasserleitungen im Ort.

Heute hilft die Elektronik beim Aufspüren von Rohrbrüchen. Dafür werden etwa Leckortungsgeräte eingesetzt. Die Wasserbehälter, die früher täglich angefahren wurden, kontrolliert man inzwischen über den Bildschirm.

Am ersten Juni geht Helmut Wiedmann nun offiziell in den Ruhestand. Er wird weiterhin auf dem Betriebsgelände wohnen. Und er hofft, dass der geplante Urlaub in Kärnten bald möglich ist. Der Wohnwagen ist schon einsatzbereit.

Info Die Landeswasserversorgung liefert über die Wasserwerke in Langenau und Dischingen Trinkwasser an rund 250 Kommunen in Baden-Württemberg und Bayern. Sitz der Hauptverwaltung ist Stuttgart. Essingen ist eine von drei Betriebsstellen.

Man hat Traktorfahren gelernt, bevor man seinen Namen schreiben konnte“

Helmut Wiedmann

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