Nahwärme in Essingen – war die Entscheidung richtig?

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Der Keller der Parkschule soll als Heizzentrale für die Ortsmitte verwendet werden.
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Kurt Eberhard und Rainer Setzer hinterfragen die Entscheidung des Gemeinderats „pro Nahwärme“.

Essingen. „Sind Sie bereit, künftig mit Nahwärme jährlich 1000 Euro mehr an Heizkosten zu bezahlen“, fragte Kurt Eberhard in der Bürgerfragestunde in Essingens technischem Aussschuss. Nahwärme koste 90 Euro pro Megawatt, Erdgas liege bei 54 Euro. Erst Funkstille, dann antwortete Bürgermeister Wolfgang Hofer: „Durch das neue europäische Gesetz müssen wir in die Zukunft blicken.“ Der komplette Aufwand an Energiebedarf müsse künftig von jedem nachgewiesen und dem künftig viel strengeren Energiefaktor müsse man gerecht werden, sagte Hofer. Bei Fernwärme sei der vorgeschriebene Primärenergiefaktor bedeutend besser. Eberhard ließ nicht locker und er meinte, dass sich Städte und Gemeinden schwertun würden, Fernwärmeanschlüsse zu verkaufen aufgrund der viel teureren Energie.

Helmut Borst räumte ein, dass „die Entscheidung für uns im Gemeinderat nicht einfach war“. So sei es auch gewesen, als Erdgas seinerzeit in Essingen Einzug hielt. Borst pochte auf den „politischen Willen“. Entscheidend sei nun einmal der Primärenergiefaktor, der bei zwei Drittel Holzhackschnitzel und einem Drittel Gas bei 0,38 und damit bei einem guten Wert liege.

„Überlegen Sie gut, was sie tun“, antwortete Eberhard, der mit Rainer Setzer Fragen zum Thema stellte. In den kommenden Jahren werde es in Sachen Energie noch „viel Entwicklung geben“. Schließlich, fügte Eberhard hinzu, sei Fernwärme auch nicht CO2-frei.

Essingens Gemeinderat hat in der vergangenen Sitzung beschlossen, ein Nahwärmenetz für die Ortsmitte gemeinsam mit der Gesellschaft für Energieversorgung Ostalb zu schaffen. Der Keller der Parkschule soll als Heizzentrale für die Ortsmitte verwendet werden.

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