Piks zwischen Hula-Hoop und Pezziball

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Jan Nieke und Maureen Jacob bereiten alles für die Corona-Impfung in Essingens Remshalle vor. Bevor es losgeht, muss der Impfstoff verdünnt werden und Raumtemperatur annehmen.
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90 Männer und Frauen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Mobilen Impfteams aus Stuttgart in der Remshalle geimpft. Ü-80- und Ü-70-Jährige sind dabei.

Ein kleiner Piks in der Remshalle

Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers
Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers
Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers
Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers
Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers
Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers
Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers
Corona-Impfungen in der Remshalle.
Corona-Impfungen in der Remshalle. © Oliver Giers

Essingen

Er ist kalt – und heiß begehrt. 90 Frauen und Männer warten am Dienstag auf die frostige Flüssigkeit, auf den Impfstoff von Biontech. Um 9.30 Uhr ist in der Remshalle (fast) alles bereit für die Coronaimpfung der Ü-80- und teilweise Ü-70-Jährigen. Nur das Mobile Impfteam, kurz MIT, lässt auf sich warten. "Das Team stand im Stau", sagt Hannes Vetter im Foyer der Halle. Er arbeitet in Essingens Ordnungsamt und koordiniert die Aktion. Bis die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MIT bereit sind, dauert es einen Moment.

Nachrücker haben Glück

In der Zwischenzeit erzählt Bürgermeister Wolfgang Hofer, dass viele Ü-80-Jährige bereits geimpft seien. Glück für die Jüngeren: Einige Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde über 70 rückten nach und werden ebenfalls am Dienstag geimpft. "Wir sind froh, dass es vorwärtsgeht", sagt Hofer.

Der Wartebereich im Innern der Halle ist gefüllt. Ehepaare und Einzelpersonen haben dort Platz genommen. Der Aufklärungsfilm flimmert über die Leinwand. Auch die Essingerin Marianne Fritz (77) sitzt dort.

Eine Festung und Pezzibälle

Bevor sie ins Spiel kommt, geht's für einen Moment in den Geräteraum nebenan, der wie eine Festung mit blauen Turnmatten umstellt ist. Dort, zwischen Pezzibällen und Hula-Hoop-Reifen, steht eine unscheinbare Kühlbox, auch Ultratiefkühlschrank genannt. Und dort ist sie, die begehrte Flüssigkeit. Die Lagertemperatur von minus 70 Grad hat sie nicht mehr. "Der Impfstoff wird hier bei zwei bis acht Grad gelagert", erklärt Arzt Jan Nieke, während er die alarmgesicherte Truhe öffnet. Ampullen mit lilafarbenen Deckeln kommen zum Vorschein – jede reicht für sechs Dosen. 120 Stunden könnte der Impfstoff in diesem Zustand aufbewahrt werden.

Und nun, ab damit in die Spitze und dann in den Arm? Nein, so flott geht's nicht. Jan Nieke schließt die Truhe wieder, der Kälte wegen, und verweist an seine Kollegin Maureen Jacob.

Die Medizinstudentin sitzt wenige Meter entfernt hinter einer Plexiglasscheibe. Sie prüft den Impfstoff und stellt sicher, dass er Raumtemperatur angenommen hat. Dann verdünnt sie diesen mit Natriumchloridlösung und gleicht den Druck in der Flasche aus. Und dann? Vorsichtig mischt die Medizinstudentin den Inhalt durch leichtes Schwenken. Schütteln wäre fatal – der Impfstoff wäre unbrauchbar. Nun wandern sechs Impfdosen aus der Ampulle in sechs Spritzen – jetzt geht's los.

Ich bin froh und glücklich.

Marianne Fritz Impfberechtigte

Turnmatten und ein Anruf

Dazu zurück in den Warteraum, vorbei an den Turnmatten, zu Marianne Fritz. Sie stand auf der Warteliste. "Gestern Mittag habe ich den Anruf bekommen, dass ich geimpft werde", sagt sie. "Ich bin froh und glücklich", betont die 77-Jährige, deren Mann Risikopatient ist.

Von Maureen Jacob wird die Dame zur Impfstation am Geräteraum geführt. Auf einem Tablett liegen die Spritzen. Jan Nieke spricht mit der Rentnerin über Vorerkrankungen, füllt den Impfpass aus und – piks – Maureen Jacob drückt die Flüssigkeit in der Spitze in den Bestimmungsort, den Arm von Marianne Fritz. Die ist nach der Prozedur sichtlich erleichtert und wird von einem der acht Helferinnen und Helfer des DRK Essingen in den Ruheraum gebracht.

Jan Nieke und sein Team sind bereits mit dem nächsten Patienten beschäftigt und sorgen dafür, dass 90 Männer und Frauen in der Gemeinde ihre erste Impfung erhalten.

Übrigens: Wenn jemand nicht zum Termin erscheint, kommt ein Nachrücker oder eine Nachrückerin zum Zug. "Wir verschwenden keinen Impfstoff", betont Lars Lächele von Essingens DRK.

Die Zweitimpfung ist am 25. Mai in der Remshalle geplant.

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